Interview mit AGENDA zum neuen Video „Imperfect Queen“

agenda imperfect queen

AGENDA haben als Vorgeschmack auf ein neues Album zum Song Imperfect Queen ein Video veröffentlicht.
Das habe ich zum Anlass genommen, mich mit Stefan Matschke, dem Gitarristen und Songschreiber der Band, über AGENDA und ihre Anfänge, Wechsel im Line-Up, Weiterentwicklung der musikalischen Aspekte und natürlich das Video zu unterhalten. 

Bandgeschichte

agenda band AGENDA gibt es seit 2014. Wie habt ihr euch als Band zusammengefunden?
Das Ganze war eigentlich ein Aufruf unseres ehemaligen Drummers [Nimrod]. Durch Musikerkontakte in Wuppertal wurde ihm Denis Becker vorgeschlagen, der Rhythmusgitarre spielt. Und so ist er auch auf mich gestoßen. Meine vorherige Band war aus Wuppertal. Ich musste damals einen Test machen. Ich bekam einen Songtext und sollte mir dazu was überlegen. Das hat dann ja wohl gut geklappt. Außerdem haben wir schnell festgestellt, dass wir einen guten Draht zueinander haben. Also war ich dabei. Übrigens hat es besagter „Test-Song“ als World of Darkness auf die EP von 2015 geschafft.

Dann wart ihr also erst einmal zu dritt…
Ja, im Sommer 2014 haben wir dann unseren Bassisten Daniel kennengelernt. Auch mit ihm haben wir uns schnell und gut verstanden. Alle waren bereit für die Art von Musik und den besonderen Mix, aus dem wir im Laufe der Zeit das Merkmal von AGENDA gemacht haben.

Dann fehlte euch ja noch ein Sänger…
Ja, da haben wir auch lange gesucht und unzählige Sänger gestestet. Am Ende sind wir auf Pedro gestoßen. Da war uns sofort klar: den haben wir gesucht. Einen Sänger, der nicht growlt oder brüllt, sondern singt und so einen „Old School Flair“ mitbringt. Das passte bessert zu dem Sound, den die Band bis dahin entwickelt hatte.

Wie ging es dann weiter? Die Band war vollständig besetzt, die ersten Ideen waren da…
Dann ging es eigentlich Schlag auf Schlag:  im März 2015 ab ins Studio für die EP, im April das erste Mal im Netz aufgetreten. Im Mai dann der erste große Gig im Helvete in Oberhausen, quasi unsere 2te Heimat. Danach kamen etliche Gigs, Contests, Festival, die ersten Reviews und so weiter.

AGENDA – der Name ist Konzept

agenda köln 15.9.18Wie seid ihr auf den Namen AGENDA gekommen?
Der Name passt einfach zu allem was wir tun und machen möchten. Agenda steht für Tagesordnung. Immer aktuell. Wir möchten aktuell sein und mit der Musik frisch wirken. Dabei auch wichtige politische Themen berühren. Aber auch Themen wie Liebe und Hass. Eben solche die sich durch das ganze Leben ziehen.

War von vornherein klar, welche Art Musik ihr machen wolltet?
Nein. Ganz und gar nicht. Unser ehemaliger Drummer kommt aus der Black/Death Schiene und Denis Becker [Gitarre] aus der Metalcore-Szene. Ich bin ein klassischer HardRocker. Dank meinem Vater bin ich mit AC/DC, ZZ TOP, DEEP PURPLE etc. aufgewachsen und habe aus dem Grund auch angefangen Gitarre zu spielen. Damals wollte ich genauso cool und beeindruckend sein wie der „Schuljunge“ Angus Young.
Später, als ich schon Vieles an der Gitarre gelernt hatte, habe ich immer wieder neue Herausforderungen gesucht. Somit bin ich dann auf Heavy Metal gestoßen. Accept, Rammstein, Judas Priest standen auf dem Programm und irgendwann auch meine damalige Herausforderung schlechthin: MEGADETH.
Ich hatte vorher noch nie so kreative Melodien und Harmonien gehört in Kombination mit sauberem, aber bösem Gesang. Das hat mich total geflasht.

Und das konntest du dann bei AGENDA einbringen?
Für mich war schon klar, dass ich den Groove und die Coolness von AC/DC mit der Kreativität von MEGADETH mixen wollte. Diese Idee habe ich den Jungs präsentiert. Und die waren glücklicherweise tierisch begeistert. Es war relativ schnell klar, dass wir uns dann im Hard Rock/Heavy/Thrash Metal Bereich bewegen.

Die Anfänge

agenda stefan matschkeSeid wann machst du Musik? War für dich von vornherein klar, dass du selbst Songs schreiben und auf der Bühne stehen willst?
Ich selbst spiele seit meinem sechsten Lebensjahr Gitarre. Angefangen habe ich in der Musikschule mit klassischer, spanischer Gitarre. Irgendwann mit 10 oder 11 Jahren wurde mir das Ganze zu langweilig. Mein Ziel war es Blues- und Rockgitarrist zu werden. Ich habe dann eine Menge über die Möglichkeiten der Gitarre und Grundlagen von Komposition gelernt. Die ersten eigenen Riffs usw. entstanden. Die ersten Songideen kamen, als ich so 13 Jahre alt war. Mein Vater hatte mit ein Aufnahmeprogramm gesponsort und so konnte ich quasi in meinem eigenen kleinen Tonstudio Sachen aufnehmen.

Ihr seid ja alle keine ‚Berufsmusiker‘. Was macht ihr beruflich/hat jemand von euch beruflich/im Studium mit Musik oder Produktion zu tun?
Ich bin Student im Bereich Management & Economics. Denis ist Schüler auf dem Weg zum Abitur. Daniel ist Installateur. Dennis „Arndi“ ist als Ingenieur tätig. Özgün „Özzy“ macht eine Ausbildung zum Altenpfleger. Also haben wir so gesehen beruflich nichts mit Musik zu tun. Auch wenn wir das alle gerne beruflich machen würden. Wir nutzen jede Möglichkeit, als Musiker tätig zu sein, helfen in anderen Bands aus. Mich freut es, wenn ich von anderen Bands gefragt werde, dort auszuhelfen. D.h. ja, dass ich als Musiker wahrgenommen werde. Das möchte ich noch weiter ausbauen.

Songwriting und Line-Up-Wechsel

agenda unperfect queen Wie sieht Songwriting für ein neues Album bei euch aus? Auf Genetic Arts hast du ja für alle Songs die Musik geschrieben. Wer unterstützt dich jetzt bei den Lyrics, nachdem Pedro und Nimrod aus verschiedenen Gründen nicht mehr dabei sind?
Musikalisch bleibt alles wie gehabt. Ich schreibe weiterhin die Musik und die Lyrics arbeite ich mittlerweile mit Özzy aus. Oftmals habe ich fertige Ideen/Texte, die ich mit ihm anpasse und bearbeite. Ein anderes Mal kommen die Ideen von Özzy.

Was für Musik ist auf dem neuen Album zu erwarten? Du hast mir mal gesagt, dass das neue Album ‚härter‘ klingen wird…. Welche Einflüsse waren / sind jetzt relevant?
„Härter“ in dem Sinne, da wir uns mehr auf Heavy Metal spezialisieren möchten. Das Ganze kam einfach als Entwicklung für uns auf. Vielleicht hat es auch was mit unserem Drummerwechsel zutun. Unser ehemaliger Drummer war eher auf schnelles Spielen aus. Deshalb klingt unsere Genetic Arts Scheibe stellenweise auch nach Speed Metal. Fanden wir damals auch ziemlich cool. Und heute auch noch.  Andererseits hatten wir anderen mehr Bezug zu den härteren ‚auf die Fresse – Dingern‘. So wurde zunehmend klar, dass das nächste Album in Richtung ACCEPT, PRIMAL FEAR, JUDAS PRIEST und MEGADETH gehen soll. Also treibend aber nicht zwingend schnell.

War das auch der Grund dafür, dass Nimrod die Band verlassen hat?
Ja, er wollte eher schnell und brutal spielen. Für das, was uns anderen so vorschwebte, waren andere Aspekte wichtiger. So kam es dazu, dass Nimrod die Band verlassen hat.

Danach hat es auch einen Wechsel am Mikrophon gegeben.
Pedro ist Vater geworden und wollte sich mehr um seine Familie kümmern.

Gut eingespielt und Video zu „Imperfect Queen“

Inzwischen seid ihr mit Dennis Arndt an den Drums und Sänger Özgün Yalcin wieder vollständig. Im September habt ihr zusammen mit Gost Empire und Crownfall in Köln gespielt. Da hatte ich den Eindruck, dass ihr mit eurer neuen Besetzung schon gut eingespielt wart…
Es war unser erster Gig in der neuen Konstellation. Wir waren tierisch aufgeregt. Aber die 2 neuen Jungs in der Band machen einen enorm guten Job. Auf Arndi ist 100% Verlass. Er weiß was er an den Drums macht, hat unglaublich viel musikalisches Wissen, was uns einfach Sicherheit mitbringt. Özzy ist auch ein Wahnsinnssänger. Im Vergleich zu Pedro natürlich etwas rauer, aber das passt gut zu uns. Ich meine, hey, wir machen Heavy Metal! Und hört dir mal ACCEPT an: der Sänger kling verdammt rau. Özzy bringt tolle Ideen mit, beherrscht den Melodiegesang, was uns sehr wichtig war.
Und er kann verdammt gut und hoch schreien á la AC/DC. Also genau mein Ding!

Jetzt ist euer neues Video „Imperfect Queen“ rausgekommen. Was kannst du mir dazu erzählen?
Es ist grandios geworden! Für unser erstes Musikvideo haben wir tierisch gute Arbeit geleistet. Finde ich zumindest. Wir haben viel organisiert, teures Equipment gemietet, einen verdammt guten Kameramann für die Produktion  [Sven Schulte]  und eine tolle Schauspielerin für die Queen [Jenny Schumann]gehabt. Er hat enorm gutes Nebel- und Lichtspiel kreiert, was schon vor Ort beeindruckend war. Im Gesamten ist es ein fettes Video mit toller Storyumsetzung.

Und hier das Video:

Zukunftsmusik

Im Dezember gibt es wieder ein ‚Heimspiel‘ in Wuppertal. Worauf kann sich das Publikum dort freuen? Dort werdet ihr sicher auch „Imperfect Queen“ spielen, oder? Wird es weitere neue Songs geben?
Heimspiel ist immer der Hammer. Es kommen viele Leute, die man kennt oder deren Gesichter man schon bei anderen Shows gesehen hat. Und immer wieder neue Leute. Es ist unglaublich, wie sich unser Name rumgesprochen hat. Es ist schön zu sehen, dass die Leute wirklich Lust auf unsere Musik haben, und am krassesten deutlich wird das natürlich immer in Wuppertal. Natürlich werden auf den nächsten Gigs Imperfect Queen spielen. Wir sind aber parallel auch immer mit neuen Songs beschäftigt. Es gibt schon vier neue Songs in der Setlist, die einfach umhauen werden. Vielleicht schaffen wir es auch bis zum Heimspiel in Wuppertal einen weiteren neuen Song einzuarbeiten. Wir sind gerade fleißig dran.

Was habt ihr euch für die Zukunft vorgenommen? Was steht als Nächstes an?Unser Ziel ist es ein zweites  Album zu produzieren. Leider fehlen uns noch die finanziellen Möglichkeiten, da wir alle noch nicht wirklich Geld verdienen. Daher sind wir auch auf der Suche nach einem Label. Mit einem Label, das uns etwas unter die Arme greift, wäre Vieles einfacher. Wir könnten unsere Ideen schneller umsetzen und den Fans schneller neue Sachen liefern. Das wünschen wir uns. Aber auch ohne Label möchten wir weiter voran gehen und kommen. Wir werden weiter zielstrebig auf Perfektion hinarbeiten. Songs schreiben und sie vor Publikum präsentieren, das Spaß an unserer Musik hat.

Vielen Dank für das Interview!

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Bildquellen

  • agenda band: Agenda
  • agenda imperfect queen 2: Agenda
  • agenda imperfect queen: Agenda
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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