Isn´t It Ironic? – Antworten auf absolut lebenswichtige Fragen in Popsongs

James Ball - Isn´t It Ironic?

Should I Stay Or Should I Go?“ fragte ich mich mit meinem Männerschnupfen Mitte Oktober auch. Trotzdem setzte ich mich letzten Endes doch in den ICE und düste für euch zur Frankfurter Buchmesse 2019, um abzugraben, was es an musikalischen Neuigkeiten in Form von Lesestoff auf dem Buchmarkt so gibt. Die Münchener Verlagsgruppe Droemer-Knaur wartete mit einem äußerst interessanten Buch auf. „Isn´t It Ironic?“ lautet der Titel. Vielen von euch eher bekannt als Frage von Alanis Morissette aus ihrem Chart-Kracher des Jahres 1996, dem Song „Ironic.“ Und genau darum geht es in diesem Buch. Aber auch beim Namen des Autors machte es bei mir sofort „klick.“

Zum Autor James Ball

Denn als Hobby-Journalist sollte man den Namen des investigativen Profi-Journalisten und Buch-Autors James Ball (nein, nicht der mit den Gitarrensaiten) schon mal gehört haben.  Oxford-Absolvent James Ball schrieb für unzählige bekannte Zeitungen wie The Guardian oder The Washington Post und hat nebenbei im Jahr 2014 auch schon den Purlitzer Preis abgeräumt. Vier Jahre zuvor war er für ein paar Monate Schreiberling für einen gewissen Julian Assange und schrieb hinterher als Co-Autor an dem Buch „WikiLeaks“ mit. Hat man schon mal von gehört, oder? Das für mich größte Werk von James Ball bislang ist und bleibt jedoch das Buch „Post-Truth: How Bullshit Conquered the World“ aus dem Jahr 2017. Auch in englischer Sprache ist es ein wahrer Genuss. Klärt es doch über die größte Gefahr des 21. Jahrhunderts auf. Warum nämlich das sog. „Bullshit“ -Geflecht aus Politik, Online-Medien, Wirtschaft und Technologie im Allgemeinen noch gefährlicher ist als Fake-News und Social Media im Besonderen. Ein Buch über den Brexit und den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Dies aber nur so ein weiterer Buchtipp am Rande.

Das Buch „Isn´t It Ironic?“

James Ball - Isn´t It Ironic?Kommen wir lieber zum heutigen Werk von James Ball. Unter dem Original-Titel „Should I Stay Or Should I Go: And 87 Other Serious Answers To Questions In Songs“ ist das Buch bereits im Jahr 2018 erschienen. Am 2. September 2019 wurde es nunmehr – wie auf dem Bild zu sehen ist – unter anderem Buchtitel in übersetzter Form auch auf dem deutschen Büchermarkt platziert. Bereits das Cover von „Isn´t It Ironic?“ wirkt optisch ansprechend. Der Untertitel „Antworten auf absolut lebenswichtige Fragen in Popsongs“ klingt irgendwie schräg und auch ein wenig irreführend. Denn der Inhalt des Buchs – der leider nicht alphabetisch nach Songtiteln oder Interpreten sortiert wird – ist nicht nur für Popmusik-Freunde geeignet. Nein, er dürfte auch das Interesse des geneigten Rockmusik-Fans hervorrufen. Es finden sich hierin nämlich auch Fragen zu den Songtexten von Bands wie Radiohead, The Pogues, Pink Floyd, Survivor oder Queen wieder.

Spoiler-Alarm: Was Bob Dylan oder Radiohead fragen

Mein Interesse, sich die 191 Seiten einmal in Ruhe zu Gemüte zu führen und an den Gedanken von James Ball teilzuhaben, war geweckt. Und um es vorwegzunehmen: der Spaß hat sich absolut gelohnt. Aber der Reihe nach. 88 Songs untersucht der Autor und laut Buch-Innenseite soll der faszinierende und unterhaltsame Lesespaß alle Musikbegeisterten wie auch Pop-Nerds begeistern. Und das tut er. In „Blowing In The Wind“ stellt sich allen Fans und Hörern von Bob Dylan schließlich unweigerlich die Frage, wie viele Straßen ein Mann gehen muss. Und der Autor hat natürlich die Antwort parat. 12.000 Schritte bei Mädchen am Tag und 15.000 Schritte am Tag bei Jungs sollten es schon sein. Unterlegt wird dies natürlich mit einer graphischen Darstellung und schon kommen die nächsten zwei Seiten (un-) nützen Wissens über die Frage im nächsten Song. Herrlich.  Im Song „Creep“ von Radiohead wiederum stellt sich die Frage, ob auch ich ein unheimlicher Typ bin. Ja, ist ja gut…ich kann die komplette Redaktion von metal-heads.de jetzt förmlich schon „Ja“ schreien hören. Also gehe ich hier besser nicht weiter auf die empirischen Untersuchungen und das Schaubild von James Ball im Detail ein und halte den Spannungsbogen lieber hoch.

Nützliches Wissen

Neben skurrilen Antworten auf ebenso abenteuerliche Fragen von Popsternchen in diesem Buch gibt es aber auch unweigerlich immer auch etwas Neues für den Leser. Ich persönlich wusste bisher nur, das R.E.M.-Sänger Michael Stipe vor seinem Durchbruch als Musiker als Radio- und Fernsehtechniker gearbeitet hat. Gedanken über den Grund für die Frage des Songs „What´s The Frequency, Kenneth?“ habe ich mir nie gemacht. Und wenn, dann wäre sicherlich genau dieses gefährliche Halbwissen meine geistige Verknüpfung zur Antwort gewesen. Möp. Falsch. Die richtige Antwort: genau diese Frage („What´s The Frequency, Kenneth?„)  stellt der psychisch kranke Attentäter einem US-amerikanischen Nachrichtensprecher im Jahr 1986 mehrfach, bevor er diesen angriff. Auf zwei Seiten schafft es James Ball nun, über das Attentat, Megahertz-Frequenzen, die in den Kopf gefunkt werden, Experimente und „Infraschall“ zu philosophieren. Spannend und lehrreich zugleich.

Ein Schlusswort…

…gibt es in diesem unterhaltsamen Buch nicht. Dafür eine Tabelle mit allen Titelinformationen zu den Songschreibern und Verlagen, die die Veröffentlichungsrechte besitzen. Ich bin nun stolzer Besitzer von „Isn´t It Ironic?“ und behalte das Buch sehr gerne selbst, weil es gute Laune macht. Ich wollte – genau wie The Proclaimers –  nämlich eigentlich anhand einer Karte von Großbritannien immer schon wissen, wo du gewesen bist, wenn du 500 Meilen läufst und dann noch mal 500 („I´m Gonna Be (500 Miles) „). Oder was Meat Loaf alles nicht tun würde („I´d Do Anything For Love (But I Won´t Do That) „). Wer noch ein lustiges, kurzweiliges Weihnachtsgeschenk für humorvolle Musikfans sucht, ist mit diesem Buch zum Preis von 14,99 € gut beraten. Hier der Direkt-Link zum Kauf via Amazon:

Wer mehr Informationen zum Autor haben möchte, schaue sich einmal dessen Internetseite an.

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Bildquellen

  • James Ball – Isn´t It Ironic?: Amazon
Ralfi Ralf

Ralfi Ralf

Als ich mir mit 14 zum ersten Mal das Nasenbein beim Moshen mit dem Tennisschläger im heimischen Kinderzimmer brach, war es um mich geschehen! METAL...

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