DECAPTACON gewinnen Rage Slot Battle

Am vergangenen Samstag sind BATTLESWORD, FALL TO RISE, TYRON, SOBER TRUTH und DECAPTACON vor das Publikum in der Friemersheimer Mühle in Duisburg getreten, um sich um den begehrten Platz auf dem RAGE AGAINST RACISM Festivals zu bewerben.

Wer an dieser Stelle spielt, wird – wie in jedem Jahr – vom Publikum entschieden. Die Reihenfolge, in der die Bands an diesem Abend spielen, wird durch das Los festgelegt. Jeder Band stehen 30 Minuten Spielzeit zur Verfügung.

Den Anfang  machen BATTLESWORD

Die Melodic Death Metaller von BATTLESWORD beginnen ihr Set mit dem temporeichen Spirit To The Flesh auf den der kraftvolle Song Grave New World folgt.

Die beiden und auch die folgenden Songs verfügen über eingängige, sich ins Gehör einschmeichelnde Melodien und sind grundsolide arrangiert.

Eigentlich mag ich Vergleiche nicht. Aber viel Doublebass, kaum Blastbeats, scharfes Riffing  und dazu tiefe Growls – da kommt mir schon AMON AMARTH in den Sinn. Wozu an manchen Stellen auch die Stimme von Axel Müller beiträgt.  Insgesamt bedienen BATTLESWORD wirklich gekonnt alle Merkmale des Genres. Dazu gehören auch ausdauernd kreisende Haarmähnen, die alle Musiker auf der Bühne (ja auch der Drummer ist mit dabei und zeigt eine beeindruckende Koordinationsfähigkeit) gemeinsam mit etlichen Zuhörern zum Nackenmuskelntraining nutzen.

Das wütend klingende Circle of Witches hat mir ebenso gut gefallen, wie die melodischen Leads und der donnernde Double Bass bei Tongues Of Hatred, mit dem BATTLESWORD ihr Set beenden.


Dann rocken  FALL TO RISE die Mühle

FALL TO RISE haben hier ein ‚Heimspiel‘, da sie aus Duisburg stammen. Im Juli 2017 haben sie ihre erste EP auf den Markt gebracht.

Sie betreten die Bühne und ab sofort wird gerockt, gegrooved und mitgesungen. Auch wenn der erste Song sich mit einem ernsten, nachdenklichen Thema beschäftigt. Der Song  Lights Go Down, der auch auf der EP zu finden ist, handelt davon, wie man sich als Augenzeuge der Anschläge von Paris 2015 gefühlt hätte. Es ist ein wütender und trotziger Song aber er  ist auch eingängig und mitreißend und kommt beim Publikum gut an.

Dann geht es weiter mit Straight from the Sun einem Song, der einfach Spaß macht.

Auch die folgenden Songs Remember Me und Like Your Mouth  bringen gitarrenlastigen groovenden Sound, der von der Rhythmusabteilung durch ein abwechlungsreiches klangliches Fundament unterstützt wird. Die Gitarristen René Hartig und Sebastian Stüning zaubern mit Telecaster und LesPaul Riffs und Melodien, die gut auf  den Gesang ihres Frontmannes René abgestimmt sind.

FALL TO RISE schließen ihr Set mit einer gelungenen Coverversion des RAGE AGAINST THE MACHINE – Songs Killing In The Name, einer Anklage gegen Polizeigewalt und Rassismus.
Hier hoffe ich, dass dieser Mix aus Metal, HipHop und Funk, der vom Publikum abgefeiert wurde, die Aussage des Songs bewusst machen konnte.


Tyron Rage Slot Battle„I am sick of it all“ – aber das gilt nicht für TYRON

TYRON zeigen schon mit dem ersten Song Beast Inside, dass sie packenden und griffigen Metal bevorzugen. Sie bewegen sich ganz großartig zwischen klassischem Thrash Metal und Progressive Metal.

Hollister Riot ist gut durchkomponiert mit einer tollen Hookline, etlichen Variationen, Drums, die den Song nach vorne treiben und einem Bass, der markant den Rahmen schafft, den Gesang und die anderen Instrumente ausgestalten.

TYRON klingen gradlinig und fett, mit der richtigen Portion Aggressivität. Dazu trägt auch die Stimme von Pavlos Batziakas bei, der schon manchmal wie James Hetfield klingt, seine Stimme allerdings variabler einsetzt. Dass TYRON manchmal wie METALLICA oder PANTERA klingen, haben sie wohl schon oft zu hören bekommen. Es sind auch eher ‚Zitate‘, die an diese Bands erinnern, als der Gesamtklang.

Das Drumming ist in allen Songs wirklich hinhörenswert: jede Menge Blast Beat Variationen und Fill-Ins, die die Drums schon fast melodisch klingen lassen.

TYRON beenden ihr Set mit Sick Of It All. Schon das Intro hat fast epische Proportionen: kraftvolle Riffs,  hämmerndes Drumming mit gut betimten Trommelwirbeln und einer perfekt mit der Basslinie synchronisierten Bass Drum. Die temporeiche Melodie wird im Gitarrensolo regelrecht zelebriert.

Frontmann Pavlos fordert das Publikum zum Mitsingen des Refrains auf. Und so erschallt ein vielstimmiges „I am sick of it all“. Dem eingängigen Refrain kann man sich einfach nicht entziehen.


Sober Truth Rage Slot battleSOBER TRUTH machen mächtig Stimmung

Wenn SOBER TRUTH aufspielen, ist eigentlich klar, dass es Metal mit ordentlichem Tempo und einem Gespür für unkonventionelle Hooks geben wird.

Auch heute Abend bringen sie ihren betont progressiven und groovenden Trash Metal mit einer kraftvollen Performance auf die Bühne. Bassistin Jules und Lead Gitarrist Aaron mischen da neben Frontman Torsten inzwischen kräftig mit.

Leave The Locust In The Lunatic Asylum lebt vom melodischen Gitarrenspiel und der kontrastierenden rauen und kraftvollen Stimme von Torsten Schramm.

Mit drei Songs von ihrem neuen Album und dreien von früheren Scheiben kommt das gesamte Spektrum, das SOBER TRUTH zu bieten haben, zur Geltung. So gibt es wummernden Double Bass genauso wie filigrane Gitarrensoli, fauchende Vocals und klaren Gesang. Mal aggressive und mal groovende Klänge.

Genregrenzen kennen SOBER TRUTH nicht und so ist die Nutzung verschiedener Stilelemente quasi der rote Faden durch dieses Set. SOBER TRUTH haben ihren ganz eigenen Stil, wovon man sich bei Sober überzeugen kann. Das Publikum ist hier lautstark dabei und bei Collapse, das durch seine Melodie überzeugt,  wird begeistert mitgeklatscht.


DECAPTACON – den Namen sollte man sich merken

Jetzt wird es auf und vor der Bühne voll. Auf der Bühne, da DECAPTACON mit drei Gitarren am Start sind. Vor der Bühne, da sich die Mühle jetzt richtig gefüllt hat.

DECAPTACON spielen Songs ihres selbstbetitelten Albums, das im Oktober 2017 veröffentlicht wurde.  Die Besetzung lässt es schon vermuten: DECAPTACON kommen fett daher.  Sie können mit drei Gitarren  sowohl twinriffen als auch Riffs hin und her schicken.

Schon mit dem Eingangssong Darker Days Will Come zeigen DECAPTACON, wo der Hammer hängt: in den Sphären des Melodic Death Metal. Die Songs sind druckvoll und energisch und dabei abwechslungsreich arrangiert. Die Vocals klingen brutal, aber die Gitarren fabrizieren richtig schöne Melodien.

In Demons Of Democracy und Decaptacon zeigen die Gitarren, wie aus Passagen mit massivem Gleichklang immer wieder differenzierte Melodien heraus gearbeitet werden können.

Während die Musiker auf der Bühne nicht viel Platz für eine ausgeprägte Performance haben, lassen sich so etliche im Publikum durch die Enge nicht vom Pogen abhalten. So gibt es vor der Bühne einiges an gewollter und ungewollter Bewegung.

Mein Favorit ist Blackened Skies. Hier treibt und hämmert die Rhythmusabteilung. Mit einer tiefen, bösen Stimme breitet Sänger Andi die Vocals aus. Dabei grooved der Song ganz ordentlich.

Mit diesem Song ist der Auftritt von DECAPTACON beendet und die Zeit für die Abstimmung ist gekommen. Die Stimmzettel können in die dazu vorgesehene ‚Wahlurne‘ gesteckt werden.  Ausgezählt werden die Stimmen vom Rage-Team.


And the winner is ….. DECAPTACON

DECAPTACON konnten die meisten Stimmen auf sich vereinen. Sie spielen somit am Samstag, den 02.Juni 2018 um 13.30 Uhr auf dem Rage Against Racism Festival.

Es war ein toller Abend mit richtig guten Bands, die es alle verdient hätten, auf dem Rage zu spielen. Hört euch ihre Musik an und kauft ihre Alben, folgt ihnen in den sozialen Netzwerken und besucht ihre Konzerte. Es lohnt sich!

Decaptacon – das Album Decaptacon gibt es hier

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Bildquellen

  • Battlesword RaR Battle Slot: (c) Dörni, metal-heads.de
  • Battlesword Rage Slot Battle: (c) Ralf, metal-heads.de
  • Fall to Rise RaR Battle Slot: (c) Dörni, metal-heads.de
  • Fall To Rise Rage Slot Battle: (c) Ralf, metal-heads.de
  • Tyron Rage Slot Battle: (c) Ralf, metal-heads.de
  • Tyron RaR Battle Slot: (c) Dörni, metal-heads.de
  • Tyron Rage Slot Battle: (c) Ralf, metal-heads.de
  • Decaptacon RaR Battle Slot: (c) Dörni, metal-heads.de
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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