Dreamfest – Open Air 15.06.19 Oberhausen

Dream Theater Dreamfest Oberhausen

Dreamfest

Herrliches Wetter im Ruhrpott und das an einem Samstag. Dream Theater laden zum Dreamfest. Da ist die Vorfreude groß, mal wieder Dream Theater live zu sehen. Und zwar bei einem Open Air vor der Turbinenhalle in Oberhausen. Das Ganze nennt sich Dreamfest und hat sich seit Ankündigung der Tour zu einem kleinen Festival entwickelt. Gleich vier Supportacts haben die New Yorker mitgebracht.

Last Temptation

Last Temptation Dreamfest OberhausenPünktlich um 17.00 Uhr geht’s mit Last Temptation vor wenig gefülltem Festivalgelände los. Last Temptation spielen Hard Rock der alten Schule und das machen Sie auch ordentlich, jedoch will der Funke bei den Progfans nicht recht zünden. Die riesige Bühne und das Tageslicht tragen ihr Übriges zur verhaltenen Stimmung bei.

Ghost IrisGhost Iris Dreamfest Oberhausen

Nach kurzem Umbau dürfen dann die Dänen von Ghost Iris ran. Die Masse an Zuschauern lässt immer noch auf sich warten. Das stört Ghost Iris wenig. Die Band rockt, was das Zeug hält. Hier wird Stageacting noch groß geschrieben. Der Sound rangiert zwischen Metalcore und Djent und kommt gut an. Jespers Wechsel zwischen rauen und cleanen Vocals erzeugt viele Stimmungswechsel und die Menge, die sich vor der Bühne befindet, spendet Applaus. Die Jungs aus Kopenhagen können mich auch ein wenig aus dem Sitz holen. Macht Spaß, jedoch beginne ich mich zu fragen, was das für eine merkwürdige Zusammenstellung von Supportacts für eine Progshow von Dream Theater ist.

Red’s Cool

Red’s Cool aus Russland haben das Glück, vor einer größeren Anzahl an Leute auftreten zu dürfen. So langsam kommen die Musikfans von der Couch hoch, um auf den Parkplatz der Turbinenhalle zu pilgern. Leider Parkplatz muss ich sagen, denn der Boden besteht aus überwiegend großen Steinen und heute bei den guten Temperaturen aus sRed's Cool Dreamfest Oberhausentaubigem Dreck. Die Steine sind keine Wohltat für die Füße und nicht auszumalen wie der Untergrund bei Regen zur Schlammgrube geworden wäre.

Ansonsten hat der Veranstalter sich aber nicht lumpen lassen und wie es sich für ein Festival gehört, wenn auch nur ein kleines, mehrere Bierstände und Fressbuden aufgebaut. Ebenso hat man im hinteren Bereich Sand aufgeschüttet und Tische und Bänke aus Paletten gebaut. Das ist toll und wird gerne angenommen. Auch die Sicht auf die Bühne ist in weiten Teilen gegeben, so dass man gemütlich während der Auftritte sein Bier trinken, oder die hier im Pott obligatorische Currywurst mit Pommes essen kann.

Zurück zu Red’s Cool. Auch diese Herren frönen dem schnöden Hard Rock und sind spieltechnisch auch voll auf der Höhe. Leider hat man das aber alles schon seit Jahren gehört. Nix Neues an der Front. Bei dem Großteil der Fans, die wahrscheinlich nur für Dream Theater erschienen sind, erzeugt der Sound Langeweile und kann der Menge nur ein verhaltenes Klatschen entlocken.

Alles ganz OK, aber gebraucht hätte es die Vorbands nicht.Andy McKee Dreamfest Oberhausen

Andy McKee

Als letztes Schmankerl kommt noch der Solokünstler Andy McKee auf die Bühne. Mit seiner Akkustikklampfe bewaffnet feuert er eine Salve nach der anderen in die Menge. Die Fingerstyle Instrumentalmukke erntet übrigens den meisten Applaus aller Vorbands. Mich wundert hier nix mehr. Ganz klar kann der Mann perfekt spielen, aber warum heute hier?

Nachdem die Vorrunde für mich und viele andere wohl eher belanglose Fahrstuhlmusik war, kommen die Helden des Abends auf die Bühne.

Dream Theater

Immer noch nicht dunkel, will selbst jetzt bei mir noch nicht die richtige Stimmung einsetzten. Die Band beginnt mit „Untethered Angel“ vom letzten Album „Distance over Time“. Mich hauts dabei nicht um, aber der mittlerweile ordentlich gefüllte Parkplatz feiert von Anfang an mit. Was man bei Progfans halt unter Feiern versteht. Ab dem siebten Song bin ich auch so langsam bereit zu feiern. „The last Dance of Eternety“ vom Scenes from a Memory Album bietet alles was Dream Theater ausmacht. Der Song kann mit flotten, vertrackten Soli, gutem Gesang und abwechslungsreichem Arrangement und vielen Instrumentalpassagen aufwarten. Das ist der Stoff aus dem der Traum der Dream Theater Fans besteht. Einfach nur geil. Was da an den Instrumenten geboten wird, ist wie immer von technisch allerhöchster Güte. Jeder Musiker eine Klasse für sich. Kaum ein Nachwuchsgitarrist hat nach einem Dream Theater Konzert nicht das Bedürfnis, seine Gitarre in die Ecke zu stellen und mit Selbstzweifeln ins Bett zu gehen.

Es fDream Theater Dreamfest Oberhausenolgt noch das hervorragende „Lie“ von „Awake“, „Pale Blue Dot“, einer der stärksten Songs vom letzten Output und eine einzige Zugabe. „As I am“ vom metallicalastigen Vollbrett „Train of Thought“ ist der letzte Song des Abends. Nach nur neunzig Minuten ist der Auftritt auch schon rum. Das habe ich mir ehrlich gesagt anders vorgestellt. Zumal ist es für mich unmöglich, ein Konzert von Dream Theater ohne „Pull me under“ gehört zu haben zu verlassen.

Die Fans sind trotzdem sichtlich zufrieden. Dream Theater liefern wie immer eine gute Show ab. Auch James LaBrie hat heute nicht den schlechtesten Tag und singt zufriedenstellend. Die richtig guten Zeiten sind bei ihm leider auch schon vorbei. Bemängeln möchte ich die für Dream Theater Verhältnisse kurze Spielzeit und die mit wenig Hits gespickte Setlist. Aber das ist wiederum Geschmacksache.

Dreamfest Fazit

Der für mich größte Wermutstropfen an diesem Abend ist jedoch die Lautstärke der Musik. Nein, nicht zu laut ist es, eher zu leise. Aufgrund von Auflagen der Stadt durfte ein bestimmter Pegel nicht überschritten werden, der auch vor Ort von jemandem mit DB-Messer ständig überprüft wurde. Schade. Für mich muss ein Metalkonzert halt laut sein, um die richtige Stimmung zu transportieren. Ich hätte das ganze Package lieber in der Turbinenhalle gesehen, dann hätte es auch mit Licht und Lautstärke gepasst. Trotz allem ein guter Abend.

Setlist Dream Theater
Atlas
Untethered Angel
A Nightmare to Remember
Fall Into the Light
Peruvian Skies
Barstool Warrior
In the Presence of Enemies, Part I
The Dance of Eternity
Lie
Pale Blue Dot
As I Am

Hier noch die Pics

Last Temptation


Ghost Iris


Red’s Cool


Andy McKee


Dream Theater


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Bildquellen

  • Last Temptation Dreamfest Oberhausen 17: Laura (c) metal-heads.de
  • Ghost Iris Dreamfest Oberhausen 18: Laura (c) metal-heads.de
  • Red’s Cool Dreamfest Oberhausen 16: Laura (c) metal-heads.de
  • Andy McKee Dreamfest Oberhausen 13: Laura (c) metal-heads.de
  • Dream Theater Dreamfest Oberhausen 13: Laura (c) metal-heads.de
Chipsy

Chipsy

Mag am liebsten Prog, 80's Metal, Thrash und instrumentelle Gitarrenmusik. Gitarrenverrückter Gear Sammler.

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