HIGHLY SUSPECT in Köln (28.02.20)

Highly Suspect Köln Kantine

HIGHLY SUSPECT spielten in Köln in der ausverkauften Kantine. Als Vorband hatten sie CALVA LOUISE mitgebracht, die mit einem bissigen und non-konformen Pop – Punk ein fantastischer Einstieg in diesen Abend waren.

CALVA LOUISE mit Punk-Pop-Juwelen

Wie bereits geschrieben, ist die Kantine ausverkauft und bereits von Beginn an bis nach hinten an den Merchstand gefüllt.

Punkt 19.30 Uhr stehen CALVA LOUISE auf der Bühne und machen schon mit „Sleeper“ klar, dass mit Abwechslung und Überraschung zu rechnen ist.

Calva Louise Köln Kantine

„Outrageous“ ist ein echtes Punk-Juwel: rauh, mit treibender Melodie, die Frontfrau Jess Allanic mit einer mitreißenden und ausdrucksstarken Stimme zum Glänzen bringt. Schon bald haben sie das Publikum überzeugt, das die Songs ordentlich feiert.

CALVA LOUISE klingen rebellisch, mit Gitarrenriffs, aus denen sich mal verspielte Melodien entwickeln und dann wieder unglaublich dichte Akkordwände. Der Bass ist erst energisch, dann wieder kommt er mit federleichten Linien daher, während dabei donnernde Drums für ordentlich Druck sorgen.

Poppig und verspielt macht „I Heard A Cry“ richtig Spaß und es wird getanzt soweit der Platz es zulässt. „Getting closer“ hingegen geprägt von einem knallenden Bass und explodierenden Rhythmen.

Authentisch, originell und furchtlos

Ob sie nun Songs vom Album „Rhinoceros“ (2019) oder der früher im Jahr erschienen EP „Interlude For The Borderline Unsettled“ spielen: die Musik von CALVA LOUISE spielt mit Ideen und musikalischen Einflüssen, schafft leichte und ganz dichte Passagen, die einem fast die Luft nehmen.

Gerade live sind Jess Allanic (Vocals, Gitarre), Alizion Taho (Bass) und Ben Parker (Drums) großartig, da sie vor Energie und einem gewissen Chaos nur so sprühen. Die Songs sind abwechslungsreich, voller Experimente und Überraschungen. Unglaublich spannungsreich, wenn sie mit langsamen und gedämpften Power – Akkorden beginnen, die zunehmend lauter und mächtiger werden. Wenn dann die Vocals an Dynamik immer mehr zunehmen, schreien, um schließlich wieder sanft zu enden, steigt das Publikum enthusiastisch mit ein. Die Begeisterung auf und vor der Bühne heizen Stimmung und Temperatur weiter auf. Die Show hätte gerne noch länger dauern dürfen.

HIGHLY SUSPECT: MCID – Motto und Albumtitel

Während sich im Publikum schon etwas Ungeduld breitmacht, da der Umbau länger dauert als gedacht, wirken die Jungs von HIGHLY SUSPECT total entspannt, als sie auf die Bühne kommen. Sie machen Späße untereinander und mit der Crew. Das Ding mit der dicken Jacke von Frontmann Johnny Stevens und den ‚Mikrofonproblemen‘ scheint inzwischen zur Show dazu zu gehören. Aber dann geht es groovend mit „Bath Salts“ los.

HIGHLY SUSPECT, die zunächst als Trio mit Rich Meyer (Bass), Ryan Meyer (Drums) und Johnny Stevens (Vocals) starteten, stehen nun als Quartett ergänzt durch Matt Kofos (Gitarre) auf der Bühne. Weiter geht es mit „Bloodfeather“ und „Claudeland“. Harte Riffs rollen durch die Halle, zusammen mit progressiven und Stoner – Elementen, zu denen das Publikum tanzt und ausdauernd springt.

Akustik-Break zum Luftholen

Highly Suspect Köln Kantine

Dann wird es ein wenig ruhiger, da Rich Meyer eine Akustik – Version des Songs „Arizona“ wunderbar bluesgestränkt vorträgt.

Aber die Ruhe hält nur kurz an. Bei „My Name Is Human“ tobt die Halle, die Atmosphäre wird dicht und emotional, als auch noch (nach Stevens Aufforderung) die Lichter der Handys aufleuchten.

 „You look so beautiful“

kommentiert Johnny Stevens dieses Bild.

Auf „Round And Round“ habe ich mich gefreut, da ich gerade diesen Song sehr mag. Dabei hat Rich Meyer die Vocals übernommen, während Johnny Stevens die Blues-Licks auf der Gitarre spielt. „Lydia“, einer ihrer ersten Songs, wird mit einem langen Gitarrensolo ausgeschmückt und klingt dadurch ‚neu‘.

Nicht vielen Bands ist es möglich, verschiedene Elemente so miteinander zu vereinbaren, dass dennoch ein stimmiges Bild entsteht. HIGHLY SUSPECT gelingt dies und ich bin jetzt schon gespannt, wohin die Reise nach „MCID“ gehen wird.

Der Song zum Anime – „Tokyo Ghoul“

Nach mehr als eineinhalb Stunden sind sie mit ihrem Set durch, kommen aber nach kurzer Pause noch einmal auf die Bühne. Jetzt – in gewisser Weise passend zu „Tokyo Ghoul“ – in neonfarbenem Outfit.

Mit „Wolf“ geht eine energiegeladene und abwechslungsreiche Show zu Ende, die dem Publikum in der Kantine sichtlich Spaß gemacht hat.

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Bildquellen

  • Calva Louise Köln Kantine 9: Laura (c) metal-heads.de
  • Highly Suspect Köln Kantine 20: Laura (c) metal-heads.de
  • Highly Suspect Köln Kantine Beitragsbild: Laura (c) metal-heads.de
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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