Sound of Revolution Festival 2017

Sound of Revolution Festival 2018
Sick Of It All - Eindhoven - 04.11.2017

The Sound of Revolution Festival 2017

Wenn ein Metal-Heads.de – Redakteur zu unseren Nachbarn nach Holland reist, muss es sich entweder um Urlaub handeln oder aber ein außergewöhnliches Event steht vor der Tür. In diesem Fall war es sogar eine ganz besondere Veranstaltung! Die Rede ist vom Sound of Revolution Festival in Eindhoven! Aktuell wohl das größte Hardcore-Festival in Europa! Ein Grund für uns in das gut 100 km entfernte Eindhoven zu reisen! Ob sich die einstündige Anfahrt gelohnt hat oder nicht, werdet ihr hier erfahren!

Duisburg – Eindhoven

Samstag Vormittag gegen 11:15 Uhr beginnt unser Festival-Tag. Bei immerhin trockenem Wetter und bester Laune machen wir uns auf nach Eindhoven. Die Autobahnen sind überraschend frei, die Sonne scheint, es ist also die perfekte Anreise! Auch über die Grenzen hinweg wirkt heute alles extrem entspannt, so dass wir ziemlich genau um 12:15 Uhr an den Klokgebouw-Cultuurhallen in Eindhoven eintreffen. Die ersten Hardcore-Verrückten sind natürlich schon anwesend und kreuzen unseren Weg. Wir finden auch, wie der Zufall es so möchte, direkt einen sehr nah gelegenen Parkplatz im Parkhaus gegenüber. Das Tagesticket wird uns später 7,00 Euro kosten. Wirklich fairer Preis für einen gesicherten Abstellplatz!

Blue Collar Rockcafé und Hotel

Da wir ja, gefühlt, schon seit Stunden unterwegs sind, suchen wir erstmal eine Toilette. Da hier im Parkhaus anscheinend keine vorhanden sind, fällt unser Auge auf das gegenüber liegende Blue Collar. Das Blue Collar ist direkt an den Kulturhallen angeschlossen und beinhaltet ein kleines, aber delikates Rockcafé mit Bistro. Zudem auch einen Hotelbetrieb, wo heute auch viele Musiker und Besucher übernachten werden. Es bietet also eine prima Option für diejenigen, die nicht direkt nach der Show nach Hause fahren können oder wollen!

Wie dem auch sei, das Blue Collar ist recht entspannt. Einige Musiker genehmigen sich ihre ersten Mahlzeiten und wir uns die ersten Drinks. Wer irgendwann mal nach Eindhoven kommt, dem sei das Blue Collar wirklich ans Herz gelegt. Wer weiß, wer hier schon alles abgestiegen ist?

Die Musik ruft

Da unsere Gruppe noch nicht vollständig ist, beschließe ich, mir schon mal Zugang zur Halle zu verschaffen. Also ab zum Presseeingang. Hier sind, wie soll es auch anders sein heute, alle cool und entspannt. Freundlich wird mir meine Zugangsberechtigung ausgehändigt und ab gehts zum Haupteingang.

Da meine Reisebegleiter immer noch auf die restlichen Kumpels warten müssen und mittlerweile die ersten dunklen Wolken aufziehen, stelle ich mich schon mal an der noch recht kurzen Menschenschlange an. Einige Minuten später bin ich auch schon an der Eingangsschleuse, wo man mir erläutert, dass es erstmal nur hineingeht. Da ich die Location nicht kenne und ich dementsprechend auch nicht weiß, was mich erwartet, entscheide ich mich dafür meine überschüssige Fotoausrüstung zurück zum Auto zu bringen. 5 Minuten später passiere ich dann aber endgültig die Eingangskontrolle.

De Cultuurhallen in Eindhoven

Die Kulturhallen sind ein riesiger, mehrstöckiger Gebäudekomplex, in dem sich, alleine im Erdgeschoss, drei (!) Konzerthallen befinden! Schon gewaltig, wie ich finde.

Direkt im Eingangsbereich befinden sich einige Essstände und, ganz wichtig, die Kassenhäuschen für die Wertmarken. Davon gibt es 8 Stück an der Zahl, die ich direkt mal ignoriere. Ein fataler Fehler! Denn als ich einige Stunden später doch auf die Idee komme, mir mal eine Coke zu holen, sind diese Häuschen so dermaßen überlagert, dass es sage und schreibe fast eine Stunde dauert, um an die Marken zu gelangen! Heißt im Klartext: 8 Verkaufsstände für 6000 Besucher! Ganz klarer Kritikpunkt von meiner Seite und definitiv im nächsten Jahr zu entschärfen!

Kein Bier ohne Wertmarken

Da meine Fahrbegleiter aber mehr Ausdauer im Anstehen haben als ich und sich frühzeitig mit Tokens/Wertmarken eingedeckt haben, kriege ich im Laufe des Abends die eine oder andere Coke spendiert! An dieser Stelle: Vielen Dank dafür!

Was draußen später abgeht, kriegen wir dann ja logischerweise nicht direkt mit. Aber im Verlauf des Mittags müssen sich am Halleneinlass horrende Besucherschlangen bilden. Somit entstehen natürlich lange Wartezeiten vor den Türen. Die 4 (?) Eingangsschleusen sind dann vielleicht doch etwas zu wenig. Zumal es mittlerweile regnet und die Temperaturen fallen. Das die anstehenden Besucher dann doch ungeduldig werden, muss wohl kaum noch erwähnt werden. Also Kritikpunkt Nummer zwei!

Positiv zu Bewerten sind jedoch die Spinde im Eingangsbereich! Hier kann sich der Konzertbesucher einen Spind mieten, wo Wertsachen gebunkert werden können! Sehr feine Sache auch für Fotografen! Das werde ich mir für das nächste Jahr merken!

Vor die Bühne gestolpert

Wie schon geschrieben, ignoriere ich die Verkaufsstände und laufe einfach mal der Musik entgegen. Keine Ahnung, wer gerade dran ist, geschweige denn, wo gespielt wird. Und so stehe ich in einer Halle, umgeben von T-Shirt Ständen und einen kleinem Metalmarket. Interessiert mich aber alles nicht! Ich sehe nur die Band am Ende der Halle. Direktes Vordringen bis an die Bühne. Kein Fotograben. Hardcore-Show! Die Jungs auf den Brettern habe ich noch nie gesehen!

SLANDER aus Italien

Hm, der Sänger trägt eine Fliegerjacke und hat lange Haare. Schon mal nicht der HC-Prototyp! Und auch die Mitmusiker tragen eher längere Haare als Glatze! Es geht auch recht thrashig zur Sache hier. Headbanging inklusive. SLANDER, so der Name der Band. Die aus Venedig /IT stammende Formation gibt in den folgenden 30 Minuten ihren New School Thrash beeinflussten Hardcore zum besten! Wütend und schön groovig inszenierter Hardcore wie er in den späten 80’ern gezockt wurde! Gefällt mir! Leider habe ich keine Ahnung, welche Songs hier genau gespielt werden. Aber ich gehe mal davon aus, dass die aktuelle Veröffentlichung „Calunnia“ stark vertreten ist. Ich hoffe hier handelt es sich nicht um eine Verleumdung….jedenfalls, bringt die Band ihren Metalpunk ziemlich straff rüber. Und dafür ernten sie berechtigten Applaus!

Stage hopping to KNUCKLEDUST

So, SLANDER sind fertig. Wir haben Punkt 14:30 Uhr. Aber irgendwie hab ich mir die Bühne ein bisschen anders vorgestellt. Etwas größer vielleicht? Das kann doch nicht die Main-Stage sein! Und als ich noch über die Bühne nachdenke, erreichen mich schon die ersten Intro-Töne der nächsten Band! Okay, es gibt wirklich mehrere Bühnen! Ein wenig desillusioniert bahne ich mir meinen Weg in eine andere Halle! Aha, sieht schon anders aus hier! Große Halle, mit Oberrang! Im Hintergrund eine dominante Bühne mit Fotograben! Die „REVOLUTION“ -Stage! Auch schon gut gefüllt! Die englische Hardcore-Institution KNUCKLEDUST sind schon in ihren Set eingestiegen. Mit „Sick life“ vom 2004’er Album Universal Struggle. Auf „KD“ bin ich persönlich sehr gespannt! Sind ja auch schon einige Jahre am Start. Und so bekommt Eindhoven das, was wir uns von den Londonern erhofft haben!

Frontline Soldier aus London!

Hardcore, der zu metallisch für Punk ist und Punk, der zu punkig für Hardcore ist! Alles klar? Sänger Pierre post, wie man es von einem Frontmann seines Kalibers nicht anders erwartet. Sichtlich gut gelaunt, genießt er die ersten Reaktionen im Pit. Am Mikrofon wird er von seinen Sidekicks Wema (gui.) und Nicky (b.) unterstützt. Besonders Wema feuert eine Tirade nach der anderen ab! Schon eine imposante Erscheinung dieser Herr! Es folgen: „Dust 2 Dust“ , „Frontline Soldier“ und „2 Faced Fake“ . Allesamt ältere Songs. Auf Grund des Fotograbens gibt es hier keine High-Fives und keine Gang-Shouts! Bisschen schade für eine Band wie KNUCKLEDUST! Die Band an sich gibt sich aber redlich Mühe und initiiert die ersten Cicle-Pits!

30 Minuten sind viel zu wenig!

Die Mischung aus Old School Hardcore, New School Thrash und Beatdown-Riffing macht allen Anwesenden richtig Spaß! So sehr, das es sich Pierre nicht nehmen lässt, in den Pit runter zu klettern und einen Song von unten aus zu performen! Berührungsängste? Fehlanzeige! Die 30 Minuten Spielzeit werden souverän genutzt! Und sind viel zu schnell vorbei! Cooler Auftritt!

STRENGTH FOR A REASON

Da ich mittlerweile geschnallt habe, wie die Running Order zu verstehen ist, muss ich mich sputen, wieder vor die True-Spirit-Stage zu kommen. Da der Spielplan so exakt gestaltet ist, starten alle Bands (bis zum Ende hin) sehr pünktlich! Einen großen Respekt an die Veranstalter! Schon eine große Herausforderung, das Geschehen auf drei Bühnen so zu überwachen! Als ich an die Bühne kommen, spielen die Amis von STRENGTH FOR A REASON schon. Sänger und Fronthüne Karl Kivler ist schon bei der Arbeit! Yo, ich bin direkt vor der Bühne. Direkt im Pit!

Der schönste Platz..? Direkt im Pit!

Es staffeln sich schon mehrere Reihen. Und im Pit wird ordentlich getanzt! STRENGTH FOR A REASON bedienen ganz klar das Old-School-Hardcore Segment! Immer groovig, immer positiv! Starker Auftritt! Die Setlist ist auch sehr stark! „Face to face“ , „Worth the fight“ , „Looking back“ , „Dead to me“ , „Reality check“ , „The cycle“ , „Fearless“ , „Life“ . Die Show macht komplett Spaß! Die Band bedankt sich auch anständig bei der Crowd. Und bei den Brüdern im Geiste wie Madball und den Cro-Mags! Es folgen „Stand by my side“ mit geilem Gangshout aus dem Pit und „Brotherhood“! Der True-Spirit war definitiv zu fühlen! Der Auftritt für mich persönlich, das erste Highlight!

WISDOM IN CHAINS

Mittlerweile nervt das STAGE-Hopping schon. Ständig hin und her latschen. Es werden ja auch nicht weniger Leute mit der Zeit, an denen man hier vorbei muss! Ich beschließe, mich auf eine Bühne festzulegen! Ab jetzt werde ich an der REVOLUTION-Stage bleiben! Mir ist schon klar, das ich die „richtigen“ Hardcore-Shows verpassen werde, aber so what? Meine Favoriten-Bands spielen sowieso auf der großen Stage. Wo wir wieder bei der Bühne wären. Wieder vorbeigehuscht an einigen tausenden Zuschauern. Direkt rein in den Fotograben. Wo WISDOM IN CHAINS gerade anfangen, die Halle aufzumischen! Noch mehr Old School Hardcore aus Pennsylvania! Voll tätowiert und angriffslustig geht die Band, um Leader Mad Joe Black, zu Werke! „When we are young“ direkt der erste Gassenhauer! Geiler Midtempo-Stampfer mit Singalong Refrain!

Melodischer Hardcore

Willkommen in Amerika! Das Publikum geht gut ab! Perfekter Einstieg! Gefolgt von Knüppeln wie „Peace to my family“ , „Dragging me down“ und „Everything you know“! Der WIC- Beat reißt einfach mit! Sehr geil die Mitsing Passagen! Mad Joe und Co. haben Eindhoven komplett im Griff! Richie (gui.), Luke (dr.), Evan (b.,voc.,) und Mav (gui.) zelebrieren eine richtig geile Old School Show! Wer auf melodischen HC, wie Madball, SoiA, usw. steht, der kommt an WISDOM IN CHAINS nicht vorbei! Die Band präsentiert sich ganz tight!

Der brandneue Track „Someday“

Der neue Track „Someday“ von der Split-Single mit Madball ist auch im Gepäck! Sehr cool! Insgesamt hauen die Amerikaner einen Hit nach dem anderen raus! „Smash your face“ , „Songs to my killer“ , „Liar“ , „Land of kings“ , „My friend“ , „Fatherless“ und zu guter Letzt die Hardcore-Hymne „Chasing the dragon“! Positive Hardcore at it´s best! Sehr, sehr kurzweiliger, 45 Minuten dauernder Auftritt!

SLAPSHOT

Die nächsten Urgesteine! Das Bostoner-Abrisskommando ist seit 1985 unterwegs. Da kann sich wohl jeder Ausdenken, was einen da erwartet. Wirklich knüppelharter Hardcore der ungehobeltesten Art! Right in your face! Ohne Kompromisse! Muss man mögen. Nach einem kurzen Intro kommt Gründungsmitglied Jack Kelly genannt „Choke“ im Stile eines Straßenkämpfers auf die Bühne. Die Bühnenbeleuchtung wird herunter gefahren und Jack genießt seinen Applaus! Verdammt, hat der sich gut gehalten! Jede Menge Muskeln und kein Gramm Fett! Das verdient schon mal Respekt! Der Opener „Watch me bleed“ vom Album „16 Volve hate“ knallt gut rein! Mitsing Refrain! Eine catchy hookline! Perfekter Start. Craig Silverman (gui.) und Basser Ryan stehen ihrem Sänger in Sachen Bewegung in nichts nach. Permanent werden die Bühnenseiten getauscht. Drummer Corey versorgt die Halle mit ausreichend Punch!

Choke im Blutrausch

Warum Jack auf einmal das Blut an der Stirn hinunter läuft, kann ich nicht beantworten. Sieht jedenfalls ziemlich echt aus! Kann sein, das er sich das Mikro an den Kopf geballert hat und nun einen Cut hat oder es ist einfach nur Show! Wenn es ein Adrenalin Schub gewesen sein sollte, dann ist der Plan aufgegangen. Denn ein Schlappschuss ist die Show beileibe nicht! „I told you so“ , „Back on the map“ , „Remedy“ sprechen eigentlich schon für sich! Die Band gibt sich auch keine spielerische Blöße!

Old tyme Hardcore…

Das nächste Highlight ist natürlich der Track „Old tyme Hardcore“ ! Auf die Fresse! Fetter Moshpit! Mittlerweile bin ich auf den Oberrang gewechselt und schaue der Meute beim feiern zu! Imposant, imposant! Folgen „Silence“ , „Hang up your boots“ , „Secrets“ , „No time left“ , „What´s at stake“ . Der Anti-Krsna-Song 108 folgt auf dem Fuße. Der, von „The Who“ entliehende Track: „I´ve had enough“ markiert den Schlusssong. Runde Nummer der Slapshot Auftritt!

NO TURNING BACK

Es folgen die Lokalmatadore von NO TURNING BACK! Diese feiern die Tage ihr 20. Dienstjubiläum! Dementsprechend voll ist es vor und auf der Bühne. Alle wollen natürlich die Geburtstagsshow sehen. Dazu werden auch einige Requisiten auf die Bühne geschleppt. Die Niederländer starten pünktlich um 18:00 Uhr in Ihre Anniversary-Show! Licht aus! Spot an! Die Band kommt zu einem Intro auf die Bühne. Nachdem alle ihre Plätze eingenommen haben, gehts direkt mit „Justice“ zur Sache. NO TURNING BACK spielen New York orientierten Straight Edge Hardcore! Ganz mein Ding! Sänger Martijn, Gitarrist Emiel, Basser Joel und Schlagzeuger Joél legen sich mächtig ins Zeug und drücken auf das Gaspedal! „Go away“ und “ Destination Unknown“. Die Band aus Brabant hat ein gutes Gespür für eingängige harte Tracks! Im Pit ist bereits die Hölle los!

20 Jahre mit Rauchfontäne und Konfettikanone

Zu „Never again“ werden Rauchfontänen in die Halle geschossen. Einer Geburtstagsveranstaltung durchaus würdig! Die Band gibt alles! Alles springt durch die Gegend! Mit „Don´t cross the line“ , „True Love“ , „In your maze“ und „Together“ wird die Setlist weiter abgearbeitet! Dabei steigt die Temperatur in der Halle rapide! Die Feuchtigkeit sammelt sich unter der Decke und eine ausreichende Klimaanlage wäre wünschenswert! Bei der Band-Hymne „Stand and fight“ besudelt eine Konfetti-Kanone die Fans! Bääm! Dazu Rauchsäulen! Fett! Tolle Show! Auch wenn es hier keine Stagediver gibt. Zu „Stand my ground“ , „Stay away“ und „Do you care“ rockt der ganze Saal! Der ist auch bis hinten gefüllt! Beim letzten Song „Stronger“ gibt Sänger Martijn das Mikro an seine Crowd! Zusammen mit dem Pit wird die Geburtstagsfeier ordentlich beendet. Kraftvolle Show! Fakt!

DOG EAT DOG … surfin´Eindhoven

Da sind sie wieder! Die Crossover-Könige aus New Jersey! Vor kurzem haben wir ja noch über das, schon legendäre, erste Abschiedskonzert vom Kölner Underground berichtet. Und heute kreuzen sich unsere Wege wieder. Das verspricht bestes Entertainment! Zudem soll ja heute eine „All boro kings“- Show folgen. Beste Voraussetzungen! So startet die Band um John „JC“ Connor pünktlich um 19:15 Uhr mit dem „Funnel king“ vom All boro kings-Album in ihren Set. Yeah! Von Anfang an beste Stimmung! Das wird heute ein Fest! Folgen „Think“ und die Super Soaker-Anthem „Pull my finger“! Sehr geil! Mit der Wasserpistole im Anschlag fliegt JC über die Bühne. Im Anschluss wird Saxophonist Bozez auf die Bühne zitiert. Was folgt ist klar! „Who´s the king?“ sprengt jetzt jeden Rahmen! Das Party freudige Publikum hüpft, klatscht und feiert zusammen mit JC, Dave, Roger, Brandon und Bozez ein großes Fest!

Vom Surfen und vom Boxen

Was danach kommt, ist wahrscheinlich das größte Ereignis des ganzen Abends! Als John wieder mal zu einer Rede ansetzt und ein wenig aus der Bandhistorie plaudert, erinnert er sich an den legendären Dynamo Open Air Auftritt im Jahre 1995! Damals wurde das Crowd Surfen wirklich auf die Spitze getrieben. Mit einem Surfbrett surfte er über die Köpfe tausender Festival Besucher. Unvergessene Bilder! Und dann kommt, was kommen muss! Da die Band heute kein Surfbrett zur Hand hat, muss ein Gitarrenkoffer daran Glauben! Auf dem Koffer gehts ab ins Menschenmeer! Was für ein Bild! Unvergesslich zum zweiten! Danach folgen „In the doghouse“ und Dave Neabore´s „Rocky“!

Whoop! Whoop! Danny M.!

Was zusammen mit dem Track „Step right in“ einen Ausreißer in die „Play games“- Ära darstellt. Zu „No fronts“ und „If these are good times“ ergreift Daniel Mallmann zusätzlich das Mikrofon. Der hat natürlich auch vollkommen Bock heute und bereichert die Vorstellung noch mal um eine Attraktion! Unglaublich, was der für eine Matte unter dem D.E.D. – Cappy versteckt! Grandiose Vorstellung, die keine Wünsche offen lässt!

STARS AND STRIPES

Im Anschluss an die Party-Fraktion wird es dann ziemlich patriotisch. Das trägt die Band ja per sé schon im Namen. Und der Bannerslogan „Shaved for battle“ ist absolut so gemeint! S&S sind die zweit Band von SLAPSHOT-Shouter Jack Kelly. Und zumindest heute sind auch Gitarrist Craig Silverman und Bassist Ryan Packer mit von der Partie. Beim Schlagzeuger bin ich mir da nicht so sicher. Jedenfalls unterscheiden sich die Frontmusiker jetzt von der Optik her vom Slapshot Auftritt gerade eben. Das ist hier auch nicht mehr purer Hardcore, sondern sehr Oi! lastig. Dafür ist die Musik eindeutig eingängiger.

Rasiert in den Kampf!

Der Blick in den Pit verrät, das im Moment auch die älteren Herrschaften das Sagen haben. Da gehts jetzt eindeutig kerniger zur Sache. Die Mucke von S&S muss man wirklich mögen, oder ihr zumindest eine Chance geben. Die Songnamen sprechen auch ihre eigene Sprache. „Shaved for battle“ , „Drop the bomb“ , „Street kids“ und „Don´t tread on me“ sollen hier mal als Aufzählung reichen. Dem lächeln in Jack´s Gesicht zur Folge, kann der Auftritt als Erfolg verbucht werden.

SICK OF IT ALL – „Old School fuckin´circle pit Festival“

Um 22:45 Uhr stürmt der Co-Headliner die Stage. Unter frenetischen Jubel, starten Lou, Pete, Craig und Armand zum Hardcore-Marathon! Die Energie die von der Band ausgeht, greift direkt auf die 6000 Menschen über. Als Opener dient heute „Injustice system“. Was für ein Brett! Die Band vom Big Apple zeigt der gegenwärtigen Hardcoregemeinde, wo der Hammer hängt! „Clobberin´time“ und „My life“! Es gibt wohl keine Band auf dem Planeten, die so viele Moonwalks in ihren Set einbauen kann. So genial! Pete, der heute mit seinem wasserstoffblonden Iro auffällt, springt durch die Gegend, als ob er 15 Jahre alt wäre. Sein Gegenüber, Bass-Legende, Craig ist auch sehr präsent. Sein Bass Sound einfach einzigartig!

Eindhoven! Middle Finger in the air

Es folgen die Abräumer „Road less traveled“ , „Good lookin´out“ und „Take the night off“ ! Mega! „Eindhoven ist in Bewegung! Die Band gönnt sich keine Auszeit! „Let´s celebrate that we don´t give a fuck!!!“ So und nicht anders! „Rat pack“ , „Get Bronx“ , „No cure“. Die Hitdichte nimmt nicht ab! Ganz im Gegenteil, die Band kann immer noch einen daraufsetzen! „DNC“ , „Machete“ , das neuere „Black venom“. Vom alte Schule Schinken bis zu den metallischeren Tracks der Gegenwart ist die Setlist nur mit Klassikern bestückt. Richtig geil auch die Singalong Hymne „Us vs. them“! Zu „Scratch the surface“ initiiert das Publikum eine Wall of death! Die Security muss jetzt Höchstleistung bringen! Folgt nur noch „Step down“. Dazu klettert Lou in den Fotograben und lässt das Publikum mitsingen! Ich bin wirklich froh, das wir heute Abend den Weg nach Eindhoven gefunden haben! Alleine diese Sick of it All-Show wäre alles Wert gewesen!

CRO-MAGS – NEW YORK

Jetzt noch mal rüber zur „Hardcore“ – Stage! Auf der „True Spirit“ – Bühne spielt jetzt eine der ersten Hardcore-Bands überhaupt. Die legendären CRO-MAGS! Auf diesen Auftritt haben sich wohl auch sehr viele Menschen gefreut. Jedenfalls ist die etwas kleinere Halle bis hinten prall gefüllt. Die Band um John Joseph ist schon voll zu Gange. Ich kämpfe mich vor die Bühne. Hier regieren jetzt die Stagediver! Hier muss man wirklich aufpassen, das man nicht umgerissen wird. That´s real Hardcore! Und auch die Tatsache, dass die Bühne so voll ist, dass die Musiker gar nicht auffallen, ist hier egal! Einzig Brüllwürfel John räumt sich genügend Bewegungsfreiheit ein. Mit seiner zappelnden Art, passiert es aber trotzdem öfter, das ihm ein „Besucher“ vor die Füße fällt.

12 Stunden, keine Gnade

Die Band propagiert „World Peace“ und „Show no mercy“ vom „The age of quarrel“ – Album. Die Songs haben mittlerweile auch schon 31 Jahre auf dem Buckel! Machen aber wirklich Spaß heute Nacht! Generell spielen die New Yorker, bis auf 2 Ausnahmen, nur Songs von „The age of quarrel“ . Eine Ausnahme ist der Track „Crush the demoniac“ vom „Best wishes“- Album. So ist es heute also eine Hommage, an eine der einflussreichsten Hardcore-Scheiben der Geschichte. 60 Minuten haben Band und Fans Zeit, sich noch mal vollständig zu verausgaben!

Auf die Bühne, runter von der Bühne!

Circle-Pit, Slam-Dance und Stagedive-Action inklusive! Zum Festival Ausklang haben sich gefühlt alle Bands hier auf der Bühne versammelt und ihre alten Kumpels zu Unterstützen. So fächert etwa Dog Eat Dog´s Brandon Finley, Schlagzeuger Mackie frische Luft via Handtuch zu. Ja, frische Luft ist hier kostbar! Coole Show, aber irgendwann ist auch hier die Luft raus. Fast 12 Stunden härteste live Mucke fordern ihren Tribut. Um kurz vor eins ist die Messe hier gelesen!

Setlist:

Cro-Mags: Einhoven, 04.11.2017

01: World peace

02: Show no mercy

03: Malfunction

04: Crush the demoniac

05: Street justice

06: Seekers of the truth

07: Signs of the times

08:

09: It´s the limit

10: Life of my own

11: Don´t tread on me

12: We gotta know

13: Hard times


Danke, Eindhoven! Danke, Sound of Revolution Festival für diesen genialen Tag! Ganz starke organisatorische Leistung! Ich hoffe, wir dürfen nächstes Jahr wieder kommen! See ´ya next year!


Auf dem 2. The Sound of Revolution Festival spielten außerdem:

This means war ; Hawser ; Bishops Green ; Brick by Brick ; Backtrack ; Lion´s Law ; No warning ; Right Direction ; Battery ; 100 Demons und Cold World! Das nächste Mal seid ihr dran!

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Bildquellen

  • Slander – Sound of Revolution-001: (c) metal-heads.de / Treasureman
  • Knuckledust – Sound of Revolution-001: (c) metal-heads.de / Treasureman
  • Knuckledust – Sound of Revolution-021: © 2017 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Strength For A Reason – Sound of Revolution-001: (c) metal-heads.de / Treasureman
  • Wisdom In Chains – Sound of Revolution-001: (c) metal-heads.de / Treasureman
  • Slapshot – Sound of Revolution-001: (c) metal-heads.de / Treasureman
  • No Turning Back – Sound of Revolution-001: (c) metal-heads.de / Treasureman
  • Dog Eat Dog – Sound of Revolution-001: (c) metal-heads.de / Treasureman
  • Dog Eat Dog – Sound of Revolution-012: ©2017 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Dog Eat Dog – Sound of Revolution-030: ©2017 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Stars And Stripes – Sound of Revolution-001: (c) metal-heads.de / Treasureman
  • Sick Of It All – Sound of Revolution-001: (c) metal-heads.de / Treasureman
  • Sick Of It All – Sound of Revolution-042: © 2017 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Cro Mags – Sound of Revolution-001: (c)metal-heads.de / Treasureman
  • Sick Of It All – Sound of Revolution-044: (c) metal-heads.de / Treasureman
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Treasureman

Seit 1987 mit dem Metal- Virus infiziert. Der Einstieg erfolgte mit Twisted Sister, Iron Maiden und den Onkelz. Meine Themenschwerpunkte liegen seit langem im Hardcore- und Crossover/Punkrock Bereich. Ihr findet mich da, wo das Herz auf der Bühne steht!

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