Steel Panther – Support: Inglorious – 04.10.16 Köln Palladium

Steel Panther - 04.10.16 Palladium Köln

Endlich mal wieder ein echter Leckerbissen in Köln: Steel Panther waren angesagt und metal-heads.de natürlich vor Ort, um für euch zu berichten! Lest hier, was der gute alte (Anm. der Redaktion: sexistische 😉 ) Chipsy im Palladium erlebt hat:

Nachdem der Einlass bereits um 18.30 begonnen hatte, kam ich ohne großes Anstehen an einer Menschenschlange in das Kölner Palladium. Kurzer Sprint zum Merchstand und die Auswahl gecheckt. Ernüchterung macht sich breit. Shirts für meinen Geschmack nicht zu gebrauchen und mit 30 € damit zu teuer. Der Preis ist ja mittlerweile Standard, leider!

Is das Kunst oder kann das weg?

Cooles Andenken für Leute mit zu viel Geld sind die von Steel Panther selbst bemalten, und von jedem Bandmitglied signierten Drumheads. Mein Favorit ist das von „Community Property“. Riesiger Phallus in Fleischfarbe gehalten. Große Kunst, vielleicht steigt es ja im Wert. 60 € wird für so ein Teil aufgerufen. Muss jeder selbst wissen, ob es ihm das wert ist. Ein cooles und einmaliges Andenken ist es allemal.

Old-School Hard Rock

Bei halb gefüllter Halle geht der musikalische Teil des Abends mit „Inglorious“ aus London los. Hard Rock der alten Schule im Stil von Aerosmith, Deep Purple und Whitesnake, von denen Inglorious - 04.10.16 Palladium Kölnauch „Fool for your loving“ gecovert wird. Die Stimme von Nathan James passt dazu wie die Faust aufs Auge. Nathan hat vor der Bandgründung von Inglorious 2014 beim Trans-Sibirian-Orchestra gesungen, was zweifelsfrei für seine gesangliche Güte bürgt. Mit ihrem ehrlichen Sound und gutem Stageacting weiß die Band das Publikum zu begeistern. Ein Auftritt der Spaß macht. Wird Zeit für eine zweite CD der Jungs. So gut wie Inglorious auch waren, sind sie an diesem Abend doch bloß der Opener. Das was die Leute wirklich sehen wollen sind….

Steel Panther

Um 21.15 betreten die Comedygötter des Glamrock der 80er die Bühne. Darauf hat die Menge schon lange gewartet, nur deswegen ist man hier. Nur deswegen sieht man im Publikum viele Leute mit Perücke, Spandex und/oder anderer schwerer optischer Entgleisungen der 80er Jahre. Bilde ich mir das ein oder riecht die Luft hier nach Haarspray?

Nach dem „I love it Loud“ Intro von Kiss betreten die Protagonisten unter großen Applaus die Bühne. Das Glamoutfit und die Perücken sitzen wie angegossen. Einzig allein Sänger Michael Starr schwingt sein Echthaar. Los geht’s mit „Eyes of a Panther“ vom Debutalbum, gefolgt von der Hymne an den Golfstar Tiger Woods, der neben dem Platz mehr eingelocht hat als darauf. Nach „Party like tomorrow is the end of the World“ kommt der erste Comedyteil des Abends. Die einzelnen Gags wiederzugeben fällt schwer, da hier ein „schlechter“ Herrenwitz den nächsten jagt.

Steel Panther - 04.10.16 Palladium Köln

Sex, Drugs und Rock ’n‘ Roll

Im Großen und Ganzen kann man sagen, es geht um Sex, Drugs und Rock ’n‘ Roll. Im verbalen Austausch der Bandmitglieder untereinander fallen immer wieder Wörter, die die primären und sekundären Geschlechtsteile betreffen, und das mitunter auch in schlecht ausgesprochenem Deutsch. Vereinzelt werden Leute im Publikum beleidigt, aber man ist sich auch nicht zu schade, sich untereinander ordentlich Feuer zu geben. Eine wunderbar einstudierte Comedyshow, die niveauloser nicht sein könnte. Wer jetzt meint, ich würde damit negative Kritik äußern wollen…weit gefehlt.  Ich finde den Niveaulimbo, der hier getanzt wird, spitze und die anderen Anwesenden auch. Hier fühlt sich keiner schlecht behandelt, das gehört zur Show und ist genauso gewünscht.

Solotime

In der Mitte des Sets kommt es zum unausweichlichen Gitarrenshowdown. Keine 80er Rockshow ohne ordentliches Gitarrensolo. Selbstdarstellung par Excellence. Satchel stellt sich in Pose und feuert erstmal ein paar Tappinglicks auf die Menge ab. Nach kurzweiliger Rumgnidelei eilt er mit Gitarre hinter das Drumkit von Stix und betätigt stehend im Takt die Bassdrum. Nicht, dass das alles wäre. Satchel spielt ein Medley aus Licks, die jeder metal- und rockbegeisterte Zuschauer kennt. Los geht es mit „Smoke on the Water“, weiter über „Crazy Train“, „Child In Time“, „Breaking the Law“ und „Master of Puppets“ um nur einige zu nennen. Dabei wird natürlich weiterhin die Bassdrum von ihm bedient. Zum Ende des Solos spielt er noch ein bisschen mit dem Drumstick dazu. Coole Sache. Das Publikum feiert Satchel ordentlich ab. Hätte nicht besser laufen können. Geile Show.

Satchels new Weapon

Für die Gitarreninteressierten von euch muss ich noch sagen, dass Satchel wohl einen neuen Endorsementdeal hat. Die Kramer Signature, die letztlich noch ständig zum Einsatz kam, wurde heute nur im Zugabenteil rausgeholt. Stattdessen spielt Satchel eine grün-getigerte Charvel. Tolles Gerät. Gefällt mir persönlich viel besser. Wenn ihr einen Blick auf die Fotos des Auftritts werft, könnt ihr euch selbst ein Bild davon machen.

Showtime

Weiter geht’s mit „It won’t suck itself“. Auch da spricht allein der Titel Bände. Steel Panther sind durch ihre vielen Shows ultra eingespielt. Michael Starr singt wie ein junger Gott und fegt wie ein wildgewordener Handfeger über die Bühne. Lexxi Fox am Bass spielt wie immer den selbstverliebten schwulen Rockstar. Er schwingt seine Haare von rechts nach links, schaut in seinen Handspiegel, sprayt seine Haare und macht ständig ein übertriebenes Duckface. Nebenbei spielt er auch noch respektabel gut Bass. Stixx bringt von hinten einen tighten Beat, der die ganze Sache gut nach vorne bringt. Klassischer Drumsound mit ’ner ordentlichen Hallfahne auf der Snaredrum.

Ich denke die Jungs spielen auf Klick, deshalb klingen die Songs wie vom Album. Nix schneller oder langsamer. Die Chöre klingen mir oft viel zu schön. Ich denke hier wird mit nem kleinen Chor vom Band unterstützt, damit das Ganze ein wenig voller klingt. Die Band singt trotzdem live mit. Meiner Meinung nach absolut nichts verwerfliches, das macht man in der Musikwelt schon immer so. Der gesamte Sound ist heute Abend übrigens hervorragend. Vielen Dank hierfür an einen Top Soundmann.

Auch mal unplugged

Nach einer Unplugged Version der Ode an die Menstruation „She’s on the Rag“, wird nach einem Mädchen aus dem Publikum gesucht, welches auf die Bühne möchte. Am besten wäre natürlich, wenn sie auch mal ihre Titten zeigen würde. Wer Steel Panther kennt, weiß, dass es sich hier um eine allabendliche Prozedur handelt. Ein 18 jähriges Mädel namens Kelly betritt die Bühne und setzt sich nervös und voller Freude auf eine Box. Es werden ein paar nicht jugendfreie Späße mit ihr gemacht, welche sie erfreut zur Kenntnis nimmt. Auf Einzelheiten möchte ich hier nicht eingehen, da ich nicht weiß, ob das dann noch veröffentlicht werden darf. 😉

Ein Hoch auf Kelly

Reihum singt dann noch jedes Bandmitglied eine Strophe auf Kelly, natürlich auch sexistisch bis zum Anschlag. Wer sich hier auf die Bühne wagt, ist auch selbst schuld. Nach „Girl from Oklahoma“ folgt mit „17 Girls in a Row“ wieder die rockige Breitseite. Hierzu werden stilecht noch mehr Mädels aus dem Publikum auf die Bühne geholt. Die Mädels tanzen auf der Bühne und niemand hätte etwas dagegen, wenn die Oberteile fallen oder untereinander geknutscht werden würde. Genau das passiert auf die Bitte von Michael selbstverständlich auch. Nach den 15 Minutes of Fame werden, pünktlich zu „Death to all but Metal“, die Mädels von der Security wieder von der Bühne gejagt. Manche, die nur allzu voreilig ihre Oberteile in irgendeine Ecke gefeuert hatten, musste nun „Oben ohne“ von der Bühne. Pech gehabt. 🙂

Da bläst er

Als Zugabe werden noch „Fat Girl“ und „Party all Day“ abgefeiert. Danach ist dann Schluss. Fürchterlich. „Wohin jetzt mit der angestauten sexuellen Energie?“ werden sich einige fragen. Entweder es lässt sich an diesem Abend noch ein Pendant finden, oder man sucht ein anderweitiges Etablissement auf. In Köln dürfte man kein Problem haben. 😉

Ein großartiger Abend voller 80er Musik, Spandex, Haarspray, anzüglicher Texte, Comedy und einer feierwütigen Meute geht zu Ende. Für meine Begriffe viel zu schnell. Steel Panther machen einfach Spaß. Für diejenigen, denen das alles zu niveaulos oder albern ist, bleibt nur eins gesagt: Ihr braucht ja nicht zu kommen. Alle, die da waren, wussten, mit was sie rechnen müssen und haben den Abend sichtlich genossen.

Bis zum nächsten Mal, Steel Panther. Ich bin wieder dabei.

Fuck all night and party all day!!

 

Setlist „Inglorious“

-Intro Won’t Get Fooled Again
-Until I Die
-Breakaway
-I Surrender
-High Flying Gypsy
-Warning
-Fool for Your Loving
-You’re Mine
-Holy Water
-Unaware

Setlist „Steel Panther“

-Intro „I Love It Loud“
-Eyes of a Panther
-Just Like Tiger Woods
-Party Like Tomorrow Is the End of the World
-Asian Hooker
-Turn Out the Lights
-Let Me Cum In
-Guitar Solo
-It Won’t Suck Itself
-She’s on the Rag (Alternate Version, Acoustic)
-Kelly (Acoustic über das Mädel auf der Bühne )
-Girl From Oklahoma (Acoustic)
-17 Girls in a Row
-Gloryhole
-Community Property
-Death to All but Metal
-Fat Girl (Thar She Blows)
-Party All Day (Fuck All Night)

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Bildquellen

  • Inglorious – 04.10.16 Palladium Köln: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • Steel Panther – 04.10.16 Palladium Köln: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • Steel Panther – 04.10.16 Palladium Köln: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
Chipsy

Chipsy

Mag am liebsten Prog, 80's Metal, Thrash und instrumentelle Gitarrenmusik. Gitarrenverrückter Gear Sammler.

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