Steve Hackett – Essen Lichtburg 20.07.22

Steve Hackett 20.07.22 Essen Lichtburg
Steve Hackett

spielt in der Lichtburg in Essen. Da muss ich einfach hin. Allein die Location, ein altes Kino, ist schon einen Ausflug wert. Wenn dann noch Steve Hackett dort auftritt, dann umso mehr. Der Gitarrist erlangte Bekanntheit durch sein Mitwirken bei den Proglegenden von Genesis. Das ist lange her und seit seinem Ausstieg 1977 wandelt Hackett auf Solopfaden. Doch die größten Perlen wurden mit ihm geschrieben, während der Progphase von Genesis.

Band

Hackett hat es geschafft, für seine Liveband absolute Spitzenmusiker zu engagieren. Jonas Reingold am Bass dürfte vielen Progfans von den Flower Kings bekannt sein. Nad Sylvan, dessen Gesang sehr an Peter Gabriel und Phil Collins erinnert. Rob Townsend, der wohl so fast jedes Blasinstrument beherrscht. Roger King an den Keyboards, Craig Blundel am Schlagzeug und Amanda Lehmann an der Gitarre und Gesang.

Was diese Band da in der Lichtburg auf die Beine gestellt hat, war ganz großes Kino. Der erste Teil der Show beschäftigte sich mit den Solosongs von Steve Hackett. Steve spielt viel mit dem Whammy Bar und auch Tapping darf nicht fehlen. Ich denke, Steve war da einer der Vorreiter dieser Technik. „The Devil’s Cathedral“ von seinem letzten Album „Surrender of Silence“ fügt sich nahtlos in die Klassiker der älteren Alben ein. Jonas Reingold mit seinem Doppelhalsbass weiß auch zu begeistern. Cool, wie dieser riesige Mann das Instrument spielt. Bei manchen Songs kommen Basspedals auf dem Boden zum Einsatz und Jonas muss seinen Bass nicht bedienen. Das sieht dann so aus, als würde er sich ein wenig langweilen.

Der Höhepunkt des ersten Teils des Gigs ist aber zweifelsohne „Shadow of the Hierophant“. Wie Hackett ansagt, freut er sich, den Song an diesem Abend in voller Länge spielen zu können, weil Amanda Lehmann mit dabei ist. Hier kommt erstmals Amandas Gesang zum Einsatz. Der Song steigert sich zum Ende hin, alles wird lauter und wilder. Da können alle Beteiligten zeigen, was sie an ihrem Instrument so drauf haben. Nach dem Song gibt es zu Recht die ersten Standing Ovations. Band und Zuschauer bekommen eine zwanzigminütige Verschnaufpause, bevor es mit dem zweiten Programmteil weiter geht.

Seconds Out

Der zweite Teil des Abends steht ganz im Zeichen von Genesis. Steve Hackett und Band spielen den Liveklassiker von Genesis „Seconds out“ in voller Länge. Das ist das letzte Album, auf dem Hackett bei Genesis noch zu hören ist. „Seconds out“ ist gespickt mit Klassikern. Hier einzelne Songs herauszuheben, ist nahezu unmöglich. Nad Sylvan ist die perfekte Besetzung, wenn es um die Gabriel Ära von Genesis geht. Neben seiner herausragenden Stimme hat er auch eine große Bühnenpräsenz. Er hält sich zwar oft sehr im Hintergrund, aber Gestik und Mimik sind grandios.

Nach dem fast halbstündigen Song „Supper’s Ready“ gibt es schon wieder Standing Ovations. Es hält niemanden mehr auf den Sitzen. Was für ein klasse Stück Musik das ist. Das Ganze noch gespielt von einer überragenden Band und dem Originalmitglied von Genesis Steve Hackett. Als Zugabe wird wie immer das Triple „Dance on a Volcano“, Craig Blundells Drum Solo und „Los Endos“ gespielt. Ein Finale, wie es im Buche steht.

Craig Blundell

Im Normalfall bietet ein Drumsolo meistens Zeit, sich ein Bier zu besorgen. Hier ist das anders. Was Blundell hier spielt, ist einfach nicht von dieser Welt. Es macht riesigen Spaß da zuzuhören und vor Allem zuzusehen. Nach „Los Endos“ ist der Abend dann leider viel zu schnell zu Ende. Naja, es waren immerhin zweieinhalb Stunden, aber man hat einfach Lust auf mehr.

Ein absolut voller Erfolg für Steve Hackett an diesem Abend in Essen. Nicht zu vergessen ist neben der guten musikalischen Leistung auf keinen Fall die Lightshow. Absolut stimmig. Viele Scheinwerfer setzen die Künstler gekonnt in Szene und sie werden oft in ein Farbenmeer getaucht. Das ist was für’s Auge. Ich bin mir zu 100 % sicher, dass an diesem Abend alle Anwesenden glücklich nach Hause gegangen sind. Viel besser kann man diese Art von Musik einfach nicht live spielen. Danke Steve Hackett für diese Zeitreise zurück in meine Jugend mit Genesis. Ich komme gern wieder.

Setlist
Clocks – The Angel of Mons
Held in the Shadows
Every Day
The Devil’s Cathedral
Shadow of the Hierophant
Set 2:
Squonk
The Carpet Crawlers
Robbery, Assault and Battery
Afterglow
Firth of Fifth
I Know What I Like (In Your Wardrobe)
The Lamb Lies Down on Broadway
The Musical Box
Supper’s Ready
The Cinema Show
Aisle of Plenty
Encore:
Dance on a Volcano
Drum Solo
Los Endos

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Bildquellen

  • Steve Hackett 20.07.22 Essen Lichtburg: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de

Chipsy

Mag am liebsten Prog, 80's Metal, Thrash und instrumentelle Gitarrenmusik. Gitarrenverrückter Gear Sammler.

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