ADDIKTIO – „Anthem of the year 2020“ (VÖ: 29.10.2021)

ADDIKTIO - Albumcover Anthem for the year 2020 - Beitragsbild

ADDIKTIO – „Anthem of the year 2020“ (VÖ: 29.10.2021)

Aus dem schönen Norwegen stammen ADDIKTIO. Das Prog Trio hat sich der Instrumentalmusik verschrieben. Das kann klappen, aber eben auch nicht. Mir scheint es fast so, als wenn die Veröffentlichung von Instrumentalmusik derzeit im Kommen ist!? So haben wir ja kürzlich z.B. auch die Scheibe von NAVIAN hier auf metal-heads.de vorgestellt oder das Release von VENUS SYNDROME, auf dem auch mehrere Instrumentalstücke vertreten sind. Wie auch immer. Heute soll es um das mit „Anthem for the year 2020“ betitelte Album gehen, auf das wir euch schon hier hingewiesen haben. Den Musikern von ADDIKTIO ist der Rhythmus ähnlich wichtig wie der Fokus auf die Melodie. Das schlägt sich bestimmt auch in den Kompositionen nieder. 8 Tracks sind auf dem Release enthalten und wir wollen ohne lange Vorrede mal den Blick auf den Opener werfen. Dabei handelt es sich um den Titeltrack. Es gibt progressive Elemente und für 3 Musiker klingt das Ganze ziemlich fett. Verzerrter Sound, sirenenhafte Klänge. Ordentlich Wumms. Das geht zur Sache. Für 5 Minuten ist der Anfang recht kurzweilig.

ADDIKTIO – „Anthem of the year 2020“ (VÖ: 29.10.2021)

„Genetic circus“ kommt auf eine Spielzeit von sieben Minuten und ist weniger heavy. Nach etwa der Hälfte wird es etwas ruhiger, ja geradezu nachdenklich. Auch wenn das Stück danach wieder etwas Fahrt aufnimmt, so bleibt es gemäßigt und rockig. Der Beginn des dritten Songs erinnert schwer an die Titelmelodie von „Akte X“. Pianoklänge und später auch verzerrte Gitarren. Harmonisch, irgendwie nett gemacht. „Spectacle“ legt dann mit trockenen Drumbeats los – ganz andere Marschrichtung. Nach der Hälfte des Songs dreht man auf, wird schräger von den Beats, hält plötzlich inne…um dann gemäßigt weiterzumachen. „Epidemic orchestra“ – der Titel zeigt, in welcher Zeit das komponiert wurde. Vor sich hin plätschernd, etwas wabbernd…puuuh. Das finde ich dann doch insgesamt etwas langatmig, auch wenn es am Ende etwas mehr Energie versprüht.

ADDIKTIO - Albumcover Anthem for the year 2020

This is crazy shit! Hossa, da geht es aber schräg zur Sache. Wollen wir das noch progressiv nennen? Oder einfach komplett verrückte Beats im Zusammenspiel mit den anderen Instrumenten? Hat was von Freejazz. Mir ist das ein bisschen zu sehr „drüber“. Aber wer’s braucht. Dann kommen 5 Minuten „North“ (den Track könnt ihr euch weiter unten anhören). Melodische E-Gitarren. Teils wieder recht verstörende Beats. Huiiih! Das muss man mögen, sonst kann man es nicht gut verpacken. Kommen wir nun zum Ende des Albums zum Song „An ode to the end“. Hier schlagen ADDIKTIO gemäßigtere Töne an, es klingt teils etwas spacig. Kein Knaller, aber als Ausklang dieser Scheibe absolut ok. Insbesondere die E-Gitarre reißt es zum Ende des Tracks noch einmal vom Sound her raus.

Bevor wir zum Schluss kommen, gibt es hier noch das Video zu „North“ (Official audio):

Das Fazit zum ADDIKTIO-Album bei metal-heads.de

Das Fazit zum ADDIKTIO-Album bei metal-heads.de lautet dann schließlich wie folgt: die vielseitigen Einflüsse, die das Trio aus dem europäischen Norden für sich geltend macht, sorgen für eine gewisse Vielfalt in den Kompositionen. Ein Stilmix, der auf den Einsatz von Gesang verzichtet. Hat das in diesem Fall funktioniert? Die Antwort ist: grundsätzlich ja. Ein paar Titel sind absolut ansprechend und man kann damit etwas anfangen. Bei anderen Stücken ist es schon eher schwer verdaulich. Nicht weil der Gesang fehlt, sondern weil es einfach stilistisch zu heftig abgeht oder schräg ist! – der Albumtitel hat übrigens im Laufe des Entstehungsjahres 2020 des Materials im Kontext der Corona-Pandemie eine besondere Bedeutung gewonnen. Abgesagte bzw. verschobene Auftritte, aufgeschobene Veröffentlichungen. Die Auswirkungen des Virus sind auch an den Norwegern nicht spurlos vorüber gegangen. Positiv betrachtet hat man die „gewonnene“ Zeit genutzt und diese in kreative Phasen im Studio umgewandelt. Das Debüt kenne ich nicht, aber Håkon Sagen an der Gitarre, Drummer Thomas Gallatin und Ruben Oma (Bass) haben mit dem aktuellen Werk auf jeden Fall ein Statement abgeliefert.

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Bildquellen

  • ADDIKTIO – Albumcover Anthem for the year 2020: Indie Recordings
  • ADDIKTIO – Albumcover Anthem for the year 2020 – Beitragsbild: Indie Recordings

Doc Rock

Meine erste Metal-Platte liegt lange zurück: LIVE AFTER DEATH von IRON MAIDEN war´s. Ansonsten fühle ich mich in der Progressive Metal-Ecke wohl!

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