ATOA – Unter Wölfen – Review (VÖ: 01.04.2016) & Tourdates

ATOA Band

Kann deutscher Hardcore nur aus Berlin kommen? Nein sagen ATOA aus Düsseldorf, die mit ihrem druckvollen Debüt Unter Wölfen auf sich aufmerksam machen wollen.

Was ist es was eine Band ausmacht, werden wir in den Promo-Texten gefragt? Der Sound? Die Texte? Bei ATOA ist es definitiv noch eine ganz andere Ebene, die sich mit „Zusammenhalt“ oder „Wir-Gefühl“ zwar irgendwie in Worte fassen lässt, was wirklich dahinter steckt, zeigt die Band aber vor allem bei ihren Live-Shows. Druckvoller Sound mit deutschen Texten und Energie bis zum Schluss, erfahren wir im weiteren Text. Man teilte sich u.a. bereits mit Raised Fist, iwrestledabearonce, Stick To Your Guns oder Devil In Me die Bühnen Deutschlands.

Ich habe die Band noch nicht live erlebt (Tourdates unten), kann aber sagen, dass es die Texte in sich haben und es musikalisch gut nach vorne geht. ATOA singen, resp. shouten in ihrer Muttersprache und das ist die erste gute Überraschung. Shouter Torsten hat eine kräftige & kratzige Stimme, die nicht nervt und gerade das ist für mich wichtig. Bei Texten, die durch die Muttersprache direkt ins Ohr oder Herz gehen, ist nichts schlimmer, als schlechte Vocals, der dazu noch verständlich geshoutet werden.

Produziert wurde das Album von Callejons Christoph „Kotsche“ Koterzina in den Rock or Die Studios in Düsseldorf und wird am 01.04.2016 beim Label Arising Empire erscheinen. Das Artwork entspringt der Feder der talentierten Yvonne Domava (Rogers, Antilopen Gang) und besticht dur die Liebe zum Detail, was sich nahtlos in das Konzept der Band einreiht.

ATOA sind guter, klassischer Hardcore

Das Debüt Unter Wölfen ist 11 Tracks stark, hat allerdings dem Gerne geschuldet eine Spielzeit von nur 34:23 Minuten. Man kann jedoch direkt sagen, dass hier nicht wild, kopflos und stupide durch das Album geprügelt wird, sondern dass hier mehr dahinter steckt. So gehen Tracks wie der Opener Du Lebst Nur Einmal, Stunde Null, Herzblut oder Heureka zwar kerzengerade und straight nach vorne, knüppeln einen aber nicht sinnlos aus dem Leben. Melodischer geht es zB bei Tracks wie Nichts Zu Verlieren (feat. Kotsche von Callejon) oder Die Sonne zu, wobei mir gerade bei Die Sonne die melodische Leadgitarre sehr gut gefällt.

Video – Du Lebst Nur Einmal

 

Am Besten gefallen haben mir einerseits One Love, One Heart (feat. David von GWLT) und andererseits Closer Märtyrer. Bei One Love, One Heart ist ebenfalls ein gerader, recht schnörkelloser Hardcore-Track, der aber eine gute Portion Groove mitbringt und David den Rap-Part mir ordentlich Geschwindigkeit eröffnet. Der Closer Märtyrer dagegen hat gute Kopfnicker-Qualitäten, setzt in manchen Parts auf Klavier und bekommt so eine unheimliche Dichte und Tiefe und ist ein würdiger Abschluss dieses Albums.

Fazit

ATOA sind guter deutscher Hardcore mit deutschen Texten, die zum Teil ziemlich tief gehen und manchmal auch nur Party-Laune hervorrufen (wollen). Wer straighte, gerade, ehrliche und schnörkellose Musik mit verständlichen Texten mag, sollte hier zugreifen.

Die Band kommentiert: „Unser ganzes Herzblut wollen wir mit euch teilen. Unsere Hymnen mit euch singen. Den Sinn mit euch finden. Identitäten schaffen. Lasst uns zusammen Geschichte schreiben.“ – Und genau das mit dem Herzblut nehme ich ihnen ab – weiter so!

Tracklist

1. Du Lebst Nur EinmalATOA Unter Wölfen Artwork
2. Nichts Zu Verlieren feat. Kotsche (Callejon)
3. Hetzjagd
4. Stunde Null
5. Die Sonne
6. One Love, One Heart feat David (GWLT)
7. Herzblut
8. V
9. Der Funke Zur Rebellion
10. Heureka
11. Märtyrer

Line-Up

Torsten | vocals
Julian | drums
Petros | bass

Tourdates

„Unter Wölfen“ Tour

30.03.16 Düsseldorf – Zakk
31.03.16 Bonn – BLA
01.04.16 Essen – Don’t Panic
07.04.16 München – Sunny Red
08.04.16 Rottweil – Jugendhaus Parkhaus
09.04.16 Aalen – Rock it
14.04.16 Kassel – Unten
15.04.16 Köln – MTC
23.04.16 Hamburg – Astra Stube

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Bildquellen

  • ATOA Unter Wölfen Artwork: Starkult Promotion
  • ATOA Band: Starkult Promotion
Toby the Ogre

Toby the Ogre

Früher aktiver Death-Schreihals und Sänger, heute passiver Schreihals. Lieblingsgeräusche: Konzert-Tinnitus und Motorräder. Lieblingsbands: Gojira, Meshuggah, Nile, Rivers of Nihil, Parkway Drive. Wenn der Tinnitus nachlässt höre ich auch gerne in andere Genre rein.

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