DIE APOKALYPTISCHEN REITER-„The Divine Horsemen“ Review

(English review down below)

Verrücktheit und Wahnsinn

waren wohl mit im Spiel, als DIE APOKALYPTISCHEN REITER (Facebook ) zunächst nur einen flüchtigen Gedanken an ein besonderes Projekt entwickelten. Doch dieser flüchtige Gedanke war ein Samen, der aus dem Untergrund der Gedankenwelt an die Oberfläche wuchs und die Blüte des Ganzen ist nun das neue Album „The Divine Horsemen“, was am 02. Juli über das Label Nuclear Blast veröffentlicht wurde. Wie eine bunte Blüte stellt sich dementsprechend das sehr farbenfrohe hypnotische Cover dar, welches erahnen lässt, was den Hörer auf dem Album erwartet. Schaut man es sich dieses konfuse Bild lange genug an, dann könnte man fast in einen tranceartigen Zustand verfallen.

Das Ritual

bestand darin, dass man sich als Band mit allerlei Instrumenten an einem Ort traf, um dort in einer langen Session einfach drauf loszuspielen und der Kreativität freien Lauf zu lassen. Es gab also keine vorgefertigten Scripts oder Kompositionen und auch keine vorgeschriebenen Texte. Die Sache wurde dann am 25. und 26. Oktober 2020 umgesetzt und man ließ der Fantasie freien Lauf. Zwei Tage lang schottete man sich von der Außenwelt ab und gab sich dem musikalischen Rausch hin. Dabei kamen 500 Minuten musikalisches Material zusammen, von denen man schließlich 80 Minuten auswählte, um es auf ein Album zu bannen. Man hat sich auf alles eingelassen und setzte auch abseits der gängigen Instrumente ganz exotische Dinge ein, wie z.B. ein Didgeridoo oder eine Maultrommel. Auch bei der Sprache experimentierte man fröhlich herum.

Zur Einstimmung die erste Single „Tiki“…

Der irre Song

macht schon mal eindrucksvoll Feuer unterm Hintern und zeigt direkt, dass man es hier nicht mit einem „normalen“ Album zu tun hat. Es geht mit ordentlich Schmackes zunächst weiter in die Vollen und so bieten die ersten drei (kurzen) Songs eine furiose Entladung geballter Energie. Von allen Fesseln befreit wird ein wahres Höllenrodeo entfacht. So wild und hart sind die Reiter schon lange nicht mehr geritten, auch wenn der „Der Rote Reiter“ schon wieder ganz ordentlich den Härtegrad nach oben geschraubt hatte.

Von Black-Metal bis Ethno-Metal

Nach den ersten drei sehr kurzen Songs scheinen die Reiter ein Verschnaufpause zu benötigen. Man setzt sich zu einer Seance im Stammeszelt zusammen. Geheimnisvolle Kräuter verglühen in glimmender Asche und feine Rauchschwaden schwängern die Luft. Die Reiter verfallen in einen meditativen Zustand. Somit ist der folgende Song „Inka“ mit seiner sehr langen Spielzeit von über neuen Minuten ein krasser Kurswechsel. Von der explosiven Energie der ersten Songs vollzieht man eine Vollbremsung zu einem ruhigen instrumentalen Ereignis, dass eher im Bereich spirituelle Erfahrung anzusiedeln ist. Sphärische mystische Klänge schweben durch die Luft und wollen den Geist wohl zu einer meditativen Runde einladen. Ein insgesamt sehr träger Song, der langsam und zäh durch die Hörkanäle fließt.

Exotischen Klangwelten mit ihrem meditativen Ansatz treffen auf ungestümen Prügelmetal. Das sind schon krasse Kontraste, die dem Hörer hier geboten werden und eventuell manchen dem Zugang erschweren könnten. Gerade in der Mitte des Albums wird es mit den drei Songs „Duir“ (Die Maultrommel hat schon was.), „Childeren Of Mother Night“ und „Uelewa“ für fast 30 Minuten sehr bedächtig doomig. Allerdings kommt beim Song „Uelewa“ in der zweiten Häfte dann doch langsam wieder die Power durch. Das ist schon eine spannende Mischung, die sich z.B. auch im Song wie „Aletheia“ wiederfindet, welcher mit seinem Didgeridoo zu Beginn eine geile Atmosphäre zaubert. Auch hier geht es in der zweiten Hälfte heftiger zur Sache.

Fans des brachialen Sounds dürften in solchen Phasen ihre helle Freude haben und sich natürlich an den knallharten Songs erfreuen. Dazu zählt wohl auch des Albums kürzester Song „Nachtblume“…

Fazit

DIE APOKALYPTSICHEN REITER haben mit „The Divine Horsemen“ ein sehr verrücktes und eigenwilliges, aber auch spannendes Projekt durchgezogen. Lob und Anerkennung dafür so eine Idee umzusetzen und die Fans an einem so persönlichen Projekt teilhaben zu lassen. Es ist eben eine spontane verrückte Band, bei der man auf alles gefasst sein muss. Das finde ich persönlich spannend.

Was bleibt nun im Ergebnis übrig? Das Album „The Divine Horsemen“ ist so eigenwillig und aberwitzig wie die Idee selber, aufgrund welcher dieses Album entstanden ist. So wird das Album bestimmt seine Liebhaber finden.

Allerdings erwarten manche Fans nach den ersten beiden Singles vielleicht etwas völlig anderes. So erging es mir zumindest. Auch ich hatte teilweise so meine Schwierigkeiten mit dem Album. Gerade die langen Tracks war mir zu langatmig, trotz ihrer teilweise besonderen akustischen Eigenart. Jedoch muss ich zugeben, dass die Songs nach mehrmaligem Hören mehr und mehr in mir gereift sind. Es hat halt irgendwas faszinierendes!

So bleibt für es für mich ein sehr spezielles Album, das durchaus seine einzigartigen Phasen hat und eine besondere psychodelische Atmosphäre erzeugt. Trotzdem gefallen mir persönlich die energiegeladenen Momente besser und sind ein wahrer Höllenritt. Und davon darf es auf dem nächsten Album ruhig etwas mehr sein.

Anzumerken wäre noch, dass alle physischen Pressungen dieser einmaligen Session nur in limitierter Form vorhanden sind und auch nicht nachproduziert werden. Also solltet Ihr schnell zuschlagen, und zwar hier:

https://reitermania.bfan.link/the-divine-horsemen

https://www.nuclearblast.de/

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Review English

Madness and insanity

were probably involved when DIE APOKALYPTISCHEN REITER (Facebook )first developed only a fleeting thought of a special project. But this fleeting thought was a seed that grew from the underground of the thought world to the surface and the flower of the whole thing is now the new album „The Divine Horsemen“, which was released on July 02 via the label Nuclear Blast. Accordingly, the very colorful hypnotic cover presents itself like a colorful blossom, which gives an idea of what awaits the listener on the album. If you look at this confused picture long enough, you could almost fall into a trance-like mood.

The ritual

consisted of meeting as a band with all kinds of instruments in one place to just play away in a long session and let your creativity run free. So there were no prefabricated scripts or compositions and also no prescribed lyrics. The thing was then implemented on October 25 and 26, 2020 and they let the imagination run wild. For two days they shut themselves off from the outside world and gave themselves over to musical intoxication. In the process, 500 minutes of musical material were collected, of which 80 minutes were finally selected to be recorded on „The Divene Horsemen“. They got involved with everything and also used quite exotic things apart from the usual instruments, such as a didgeridoo or a Jew’s harp. Also with the language one experimented merrily around.

To get you in the mood, the first single „Tiki“…

The mad song

burns already with impressive fire and shows directly that one has to do here not with a „normal“ album. It goes with proper power and so the first three (short) songs offer a furious discharge of concentrated energy. Freed from all shackles a true hell-rodeo is ignited. So wild and hard the riders have not ridden for a long time, even if the „The Red Rider“ had again quite neatly screwed up the degree of hardness.

From Black-Metal to Ethno-Metal

After the first three very short songs, the riders seem to need a breather. They sit down for a seance in the tribal tent. Mysterious herbs burn up in smoldering charcoal and fine clouds of smoke fill the air. The riders fall into a meditative state. Thus, the following song „Inca“ with its very long playing time of over new minutes is a stark change of course. From the explosive energy of the first songs one carries out a full braking to a calm instrumental event that is to be settled rather in the area of spiritual experience. Spherical mystical sounds float through the air and probably want to invite the mind to a meditative round. A very sluggish song overall, which flows slowly and tenaciously through the auditory channels.

Exotic sound worlds with their meditative approach meet impetuous thrashing metal. These are already stark contrasts that are offered to the listener here and could possibly make access difficult for some. Just in the middle of the album it becomes with the three songs „Duir“ (The Jew’s harp is fully cool.), „Children Of Mother Night“ and „Uelewa“ for almost 30 minutes very thoughtfully doomy. However, in the second half of the song „Uelewa“ the power slowly comes through again. This is already an exciting mixture, which can also be found in songs like „Aletheia“, which conjures up a cool atmosphere with its didgeridoo at the beginning. Also here it goes in the second half more violently to the thing.

Fans of the brute sound should have their bright joy in such phases and of course enjoy the hard-hitting songs. This probably also includes the album’s shortest song „Nachtblume“…

Result

DIE APOKALYPTSICHEN REITER have pulled off a very crazy and unconventional, but also exciting project with „The Divine Horsemen“. Praise and recognition for implementing such an idea and letting the fans participate in such a personal project. It’s just a spontaneous crazy band, where you have to be ready for anything. I personally find that exciting.

What remains now in the result? The album „The Divine Horsemen“ is as idiosyncratic and crazy as the idea itself, on the basis of which this album was created. Thus, the album will certainly find its lovers.

However, some fans might expect something completely different after the first two singles. At least that’s what happened to me. I also had my difficulties with the album. Especially the long tracks were too lengthy for me, despite their partly special acoustic character. However, I must admit that the songs have matured after repeated listening more and more in me. It just has something fascinating!

So it remains for me a very special album, which definitely has its unique phases and creates a special psychedelic atmosphere. Nevertheless, I personally like the energetic moments better and are a real hell ride. There may be a little more of it on the next album.

It should be noted that all physical pressings of this unique session are only available in limited form and will not be reproduced. So you should grab it quickly, here:

https://reitermania.bfan.link/the-divine-horsemen

https://www.nuclearblast.de/

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Bildquellen

  • Die Apokalyptischen Reiter – The Divine Horsemen – Artwork: Nuclear Blast
  • DIE APOKALYPTISCHEN REITER – Divine Horsemen Cover+Infos-1-: Cover + Infos-->Nuclear Blast / The rest-->Pixabay
  • D.A.R. Bandfoto + Logo Titel: Nuclear Blast

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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