Die geheimnisvollen THRON mit neuem Album: Abysmal

thron abysmal cover

Das Album Abysmal von Thron ist bereits am 5. Oktober 2018 via Listenable Records erschienen. Über die Band, die seit 2015 besteht, ist wenig zu erfahren. Die Identität der Musiker bleibt im Dunklen, die Einzelnen verbergen sich hinter Pseudonymen wie Samca (Vocals) oder AXIX (Drums). Kein Geheimnis ist, dass alle bereits in anderen Bands gespielt haben und im Schwarzwald verortet sind. Thron sind also keine Neulinge. Und das hört man auch.

Jetzt, da das Wetter einen nebligen Schleier auf die Natur legt und verschiedene Schattierungen und Intensitäten von grau zeigt, könnte Abysmal die passende musikalische Untermalung zu sein. So wie der Nebel alles verdichtet und dadurch die hervortretenden Sonnenstrahlen noch heller aber nie blendend erscheinen lässt, ist auch dieses Album.

Sehnsuchtsvolle Musik zwischen vibrierenden Melodien und aggressiven Death Metal Parts

Melodischer Black und Death Metal auf hohem Niveau, sowohl was die Komplexität der Songs als auch die spieltechnischen Möglichkeiten der Musiker angeht. Auch wenn Thron aus dem Schwarzwald stammen, klingt viel in ihrer Musik nach norwegischen Wäldern. Thron schaffen düstere aber abwechslungsreiche Klanglandschaften, in denen man stundenlang umhergehen kann und immer wieder etwas Neues entdeckt.

Schon die ersten Takte üben einen unheimlichen Sog aus: anziehend , eindringlich und gespenstisch zugleich.

Denn Beyond The Gates beginnt mit klaren Akustikgitarrentönen und lockt mit einer unheimlichen, betörenden Melodie, bevor verheerende Riffs und dämonische Vocals einen wahren Sturm entfachen.
Under A Bloodred Sky setzt dies mit hämmernden Drums und hohem Tempo fort. Besonders eindrucksvoll sind daher die langsameren, von Bass und Rhythmuselementen geprägten Passagen. Daraus erheben sich immer wieder beklemmende Melodien.
A Spark Of Divinity beginnt wieder mit akustischen Gitarren bis der Song richtig böse groovt. Die Gitarren toben durch den Song und schaffen einen schroffen und doch so anziehenden Klang. Ein erster Höhepunkt des Albums.
Dead Souls und Hidden in Shadows gehen dann noch einen Schritt weiter. Noch schneller, noch brutaler mit gnadenlosem Drumming und einer teuflischen Stimme. Doch auch hier wird die Melodie nicht vergessen. So sind sie ein Wechselbad aus Höllenfeuer und Wanderung im Nebel.

Dieses gut gemacht Video vermittelt bereits viel von der Atmosphäre, die Thron entstehen lassen:

Dunkelheit, Verzweiflung und unheilvolles Klagen

Der zweite Teil des Albums zieht einen weiter hinein in diesen schwarzen Kosmos.

Das Intermezzo Liturgia ist mit seiner choralen Struktur ein Ruhepunkt in diesem Wirbel und Schmelztiegel. Doch dabei bleibt es nicht. In Blood of Serpents schlängeln sich die melodischen Elemente ins Gehör, bis sie von wilden Riffs und eindringlichem Drumming hinweggefegt werden.
The Wrath Of Gods ist das böseste Stück des Albums. Mit doomigen Powerakkorden strebt der Song einer zornigen Explosion entgegen, die sich im abschließenden The Shrines in unheilvollen Klängen auflöst. Am Anfang von The Shrines  klingen die verzerrten Gesänge, die klagende Seelen vermuten lassen, einfach unheimlich. Doch auch dieser letzte Song des Albums nimmt durch die Kraft der Drums und die Energie der Riffs noch einmal gefangen.

ThronIm dunklen Wald des rifflastigen Black Metal schaffen Thron eine eisige Atmosphäre. Doch immer wieder betritt man melodiöse Lichtungen, die durchflutet sind von vibrierenden Passagen in den Riffs.  Ein sehnsuchtsvoller Sog entsteht, dem man gerne nachgibt. Die manchmal durch ihre Komplexität etwas sperrigen Passagen verhindern, dass man verschlungen wird. Die Vielfalt der Ideen, mit denen aus Riffwänden großartige Themen in den Melodien entwickelt werden, macht dieses Album so spannend. Es ist kein einfaches Album. Man muss es sicherlich mehrfach hören, um diese Ideen und Entwicklungen wahrnehmen und nachvollziehen zu können. Doch je öfter ich das Album höre, desto mehr gefällt es mir.

Zum Schluss noch Cover und Tracklist

Noch zwei Sätze zum Cover: Ein Blick bzw. zwei Blicke auf das Cover-Artwork lohnen sich. Wie auch bei der Musik: ein erneutes ‚Hinschauen‘ und ein wenig Abstand eröffnen eine weitere Sicht.

Tracklist:

1 Beyond the gates
2 Bloodred
3 A spark of divinity
4 Dead Souls
5 Hidden in shadows
6 A glourious ride
7 Liturgia
8 Blood of serpents
9 The wrath of gods
10 The shrines

 

 

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Bildquellen

  • Thron: Listenable Records
  • thron abysmal cover: Listenable Records
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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