Downfall of Gaia – Ethic of Radical Finitude (bereits erschienen)

Ethic of Radical Finitude

Downfall of Gaia

Downfall of Gaia wurde 2008 gegründete und setzt sich mit Mitgliedern aus Deutschland und den USA zusammen. 2009 erschien eine EP, 2010 das erste Album. Seit dem ist die Band ziemlich emsig und bringt ca. alle 2 Jahre ein weiteres Album auf den Markt. Sie in eine musikalische Nische zu pressen, fällt etwas schwer…aber dazu gleich mehr, wenn wir das aktuelle Album „Ethic of Radical Finitude“ besprechen. Momentan sind sie übrigens mit The Ocean auf Tour, im April dann zusammen mit Mantar. Auf Festivals könnt ihr sie dieses Jahr auf dem Summer Breeze wie auch auf dem Wacken sehen. Alle Infos zur Tour mit Mantar habe ich hier für euch zusammen gestellt KLICK.

Ethic of Radical Finitude

Das neue Album trägt den leicht sperrigen Titel „Ethic of Radical Finitude“ und kommt mit 40 min Spielzeit verteilt auf 6 Songs daher. Das klingt jetzt erst mal eher mager…denn das erste Lied trägt den Titel „Seduced by…“ und ist schon mal „nur“ ein Intro. Aber ich mag den unaufdringlichen Sound, bei dem man super die Augen schließen und alles wirken lassen kann. Der Hörer spürt förmlich, wie sich Energie aufbaut. Und die entlädt sich dann auch krachend mit „The Grotesque Illusion of Being“. Gerade am Anfang erinnert mich das Schlagzeugspiel absolut an Black Metal und auch die förmlich rausgerotzten Growls passen gut ins Bild. Zur Mitte des Songs dann ein Break und es klingt wieder sehr ruhig und melodisch, fast schon nachdenklich. Wow, das gefällt aber mal so richtig gut. Das Tempo zieht nach weiteren 40 Sekunden wieder an, die Riffs bekommen mehr Raum, bevor der Drummer wieder den Ton angibt. Danach darf das Lied ruhig ausklingen. Uff, der erste Song war ein Brett. Downfall of Gaia haben mich direkt gekriegt.

Wenn man erstmal an der Leine ist…

„We Pursue the Serpent of Time“ legt ebenfalls sehr ruhig los, gibt dem Drummer wieder viel Raum und lässt harmonisches Gitarrenspiel übernehmen. Auch hier baut sich eine geniale Stimmung auf, bevor es nach ca 90 Sekunden mit einem einleitenden Schrei des Sängers nach vorne geht. Krachender Double Bass, der aber niemals aufdringlich klingt, bereitet zusammen mit den Gitarren das Grundgerüst, bevor der Sänger sich die Growls von der Seele schreit. Danach etwas Sprechgesang, der gekonnt für weitere Stimmung sorgt. Erfreut nehme ich zur Kenntnis, das das Lied keinen Millimeter abfällt, im Vergleich zum Vorgänger. Obwohl der Song fast 10 Minuten geht, wird er niemals langweilig. Es wird viel mit Melodien, Breaks und Growls gespielt und das Ganze passt einfach zusammen, wie die berühmte Faust aufs Auge. Der ruhig Mittelteil des Liedes lädt zum sinnieren und abschweifen ein, bevor unvermittelt direkt zwei Gänge runtergeschaltet wird, um das Gaspedal wieder durchzudrücken. Aber es ist eben absolut kein stumpfer Lärm, der aus den Lautsprechern schallt, sondern feinstens komponierte Musik, die all ihre Ausprägungen und die verschiedenen Stile perfekt zusammenfügt. Bisher klingt keine Passage unpassend, nichts wirkt irgendwie unfertig oder überhastet. Es klingt genau so, wie es klingen soll.

Gänsehautfaktor

Warum das bewährte Schema ändern, dachten sich anscheinend die Jungs von Downfall of Gaia?! Daher geht es genau so weiter, wie bisher. Vielleicht startet „Guided Through a Starless Night“ sogar noch ruhiger, als die anderen Tracks. Hingebungsvoll melodisch…einfach nur schön. Und auch hier kommen die Tempopassagen nicht zu kurz, genau so wie die Growls des Sängers. Auch wenn das Konzept das selbe bleibt, es wird einfach nicht langweilig. Dafür sind die einzelnen Elemente einfach zu ausgewogen und stimmig. Etwas überraschend, aber wiederum sehr harmonisch, wird im letzten Drittel des fast zehn Minütigen Liedes weiblicher Sprechgesang eingebaut (Mers Sumida, Sängerin von Black Table), der beinahe ein wenige an Anne Clark erinnert. Ich bin kurzzeitig verliebt…Gänsehautfaktor. Wie gut ist das bitte gemacht?

Das Ende naht

Um wieder etwas aufzulockern, startet „As Our Bones Break to the Dance“ mit Tempo und geilen Riffs. Immer getragen vom Schlagzeug, mahlt der Song sich 5 Minuten lang durch deine Hirnrinde. Die intensiven Vocals tun ihr übriges. Ein großartiger Song, der einen guten Einstieg in das Album bieten würde, wenn man so gar nichts von Downfall of Gaia kennt. „Of Withering Violet Leaves“ schickt sich nochmal an, die Scheibe episch zu Ende gehen zu lassen. Einfach nur die Augen schließen und genießen, ist hier das Motto. Diese Komposition von Melodien ist einfach nur der Wahnsinn. Auch hier wieder die Frauenstimme, die mir schon bei „Guided Through a Starless Night“ so gut gefallen hat.

Fazit

Ethic of Radical Finitude. Was für ein Album. Wie eine große dunkle Welle, die sich langsam aufbaut, über dich herein bricht und dich in die Tiefe zieht. Kein entkommen. Ich bin total geflasht. Selten ist es mir so leicht gefallen, dermaßen viel Text zu so wenig Songs zu schreiben. Und manchmal musste ich mich noch zurückhalten, um beim Wesentlichen zu bleiben. Downfall of Gaia haben nicht nur einen Schritt gemacht, sondern direkt zwei. Hier stimmt alles. Die Produktion ist top und wirkt nochmal verbessert. Die Growls und auch der Sprechgesang sind jederzeit on point, aber der wahre Knaller dieses Albums sind seine eingängigen Melodien. Unfassbar gut zusammengestellt und für mich fast schon ein Meisterwerk. Da wird alles vermischt, von Doom über Black nach Post Metal…und vermutlich noch 3 weitere Genres. Man sollte es schon melodisch hart mögen…wenn das der Fall ist, dann hat man hier ein absolutes top Album vorliegen. Niemals kitschig, niemals langweilig, immer für eine kleine Überraschung gut und vor allem kommt die Härte an den passenden Stellen nicht zu kurz. Ich bin jetzt schon gespannt, welche Band es (für mich) schafft, dieses Album in 2019 zu toppen. Jedes Lied ist hier ein Kracher und das Album funktioniert in seiner Gesamtheit auch am Besten, ohne das man sich ein Lied rauspickt. Die Nummer braucht 2-3 Durchläufe…und wer dann nicht „drauf“ ist, dem kann ich nicht mehr helfen 😉

Tracklist

  1. Seduced by…
  2. The Grotesque Illusion of Being
  3. We Pursue the Serpent of Time
  4. Guided Through a Starless Night
  5. As Our Bones Break to the Dance
  6. Of Withering Violet Leaves

 

 

 

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Bildquellen

  • Downfall of Gaia – Beitrag.jpg: Amazon
Moldi

Moldi

Angefangen hat der Metal Virus im zarten Alter von 15 mit einer Iron Maiden LP aus dem Gebrauchtplattenladen. Mein Geschmack ist inzwischen sehr breitbandig, gehört wird, was gefällt.

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