ENCHANTMENT-„Cold Soul Embrace“ Review

Doom Death Metal

ENCHANTMENT (Facebook) ist ursprünglich eine englische Band der 90’er Jahre. 1994 brachten sie ihr Debütalbum „Dance The Marble Naked“ raus. Sie waren damit recht erfolgreich und tourten mit Größen wie BOLT THROWER, ANATHEMA oder auch CRADLE OF FILTH. Aus nicht näher bekannten Gründen löste sich die Formation leider schnell auf. Zu diesem Zeitpunkt war das zweite Album aber schon so gut wie fertig geschrieben. Leider fristeten sie seitdem ein Schubladendasein. Nachdem das Debütalbum im Jahr 2020 neu aufgelegt wurde und das Interesse recht groß war, entschied man sich kurzerhand das alte Material wieder auszugraben und das zweite Album nun endlich zu vollenden. Das Album „Cold Soul Embrace“ ist daher seit dem 24.06.2022 offiziell erhältlich.

Ein Zeitreise in die 90′ er

Old School Death-Metal-Freunde werden bestimmt ihre helle Freude an diesem Album haben. „Cold Soul Embrace“ hat wirklich den Charme der 90′ er Jahre und kommt ohne große Schnörkeleien aus. Der Sound ist recht puristisch veranlagt, was nicht heißen soll, dass er altbacken klingen würde. Die Songs müssen sich vor aktuellen Alben in der Szene gar nicht verstecken, denn die Songs und der Sound sind einfach gut inszeniert und produziert.

„Of Glorious Vistas Forgot“

war die erste Single, die ich von der Band zu hören bekam. Irrwitzigerweise ist genau dieser Song eigentlich der am modernsten klingende Song auf dem Album. Denn der Song startet mit symphonischen Streichern, die den Song schön einleiten und einen krassen Gegensatz zu den massiven Parts mit den düsteren Growls darstellen. Die Synfonien werden aber nicht zu einem dominanten Teil des Songs, sondern nur ein zartes Stilmittel und sind manchesmal leicht im Hintergrund zu hören. Nichtsdestotrotz bleibt der Song im weiteren Verlauf klassisch düster gehalten. Allerdings besitzt er sehr viel Melodie. Die massiven Parts werden hin und wieder mit ruhigeren Phasen unterbrochen, in denen ein cleane Stimme Textpassagen spricht.

Roh und unverfälscht

gibt sich der Sound. Es ist ein Sound mit Ecken und Kanten, rau und puristisch. Die Songs werden vor allem nicht in einem Stil durchgespielt, sondern man setzt auf Stimmungs-und Rhythmuswechsel. Allerdings sind mir die gesprochenen Passagen insgesamt ein wenig zu viel geworden. Aber es fällt auch nicht allzu sehr ins Gewicht und manchmal passt es sogar ganz gut in den Song. Im großen und ganzen bewegen sich die Songs in melancholischen düsteren Welten und es wird auch mal ganz schwarz oder gerinfügig heller.

Denn mit dem instrumentalen Zwischenstück „The Wake of the Hollering Tide“, welches mit akustischen Gitarreklängen beginnt, sind schöne Melodien das tragende Element, die auch im weiteren Verlauf mit der E-Gitarre vorgetragen werden, um dann im folgenden Song „In a Cello-Felt Glare“ eine dunkle Synfonie zu gestalten, die wieder akztentuiert mit orchestralen Elementen arbeitet. Damit wird auch der Hang zur Theatralik durchaus deutlich.

Der monumentale Opener!

All das bekommt man auch im ersten fast acht Minuten langen Song „As Greed As The Eye Beholds“ geboten. Der Opener beginnt mit einer längeren instrumentalen Einleitung, die sich schwer in doomigen Welten bewegt. Der Bass ist sehr deutlich im Sound wahrzunehmen und das bleibt grundsätzlich auch so. Mit Einsetzen der Growls wird es massiv und finster. Es folgen leichtere Passage mit cleanen Gitarrenklängen, doch der Song erweist sich zwischendurch sogar als krasses Speedmonster. Sogar ein Piano und Streicher sind im letzten Teil des Songs zu hören. Ist schon bermerkenswert, was die Band in dem Song alles untergebracht hat. Ein monumentaler Song!

Fazit

ENCHANTMENT haben mit „Cold Soul Embrace“ einen alten Schatz aus dem Grab der Zeit emporgehoben. Und dieser Schatz ist nicht angestaubt, sondern offenbart zeitgemäße Songs, die den Charme der 90′ er Jahre beinhalten, aber ohne in dem alten Zeitalter hängenzubleiben. Die rohe raue Natur des Albums erfährt durch den tatkräftigen Einsatz von Melodien und sogar stellenweise symphonischen Elementen eine spezielle Note und erhöht den Unterhaltungswert.

English review

Doom Death Metal

ENCHANTMENT (Facebook) is originally a band of the 90’s. In 1994 they released their debut album „Dance The Marble Naked“. They were quite successful with it and toured with greats like BOLT THROWER, ANATHEMA or even CRADLE OF FILTH. Unfortunately, the band broke up quickly for unknown reasons. At that time the second album was already written. Unfortunately, since then they lived in a drawer. After the debut album was re-released in 2020 and the interest was quite big, they decided to dig out the old material again and finally finish the second album. The album „Cold Soul Embrace“ is therefore officially available since 23.06.2022.

A time travel to the 90′ s

Old school death metal fans will certainly have a lot of fun with this album. „Cold Soul Embrace“ really has the charm of the 90’s and gets along without big frills. The sound is quite puristic, which does not mean that it sounds old-fashioned. The songs do not have to hide from current albums in the scene at all, because the songs and the sound are simply well staged and produced.

„Of Glorious Vistas Forgot“

was the first single I got to hear from the band. Funnily enough, this song is actually the most modern sounding song on the album. Because the song starts with symphonic strings, which introduce the song nicely and are a stark contrast to the massive parts with the gloomy growls. However, the synphonies do not become a dominant part of the song, but only a delicate stylistic device and can be heard slightly in the background at times. Nevertheless, the song remains classically gloomy in the further course. However, it has a lot of melody. The massive parts are interrupted now and then with quieter phases, in which a clean voice speaks text passages.

Raw and genuine

is the sound. It is a sound with rough edges, rough and puristic. The songs are especially not played through in one style, but one relies on mood and rhythm changes. However, the spoken passages have become a little too much for me. But it doesn’t matter too much and sometimes it even fits quite well into the song. On the whole, the songs move in melancholic dark worlds and it is also sometimes completely black or slightly lighter.

Because with the instrumental interlude „The Wake of the Hollering Tide“, which begins with acoustic guitar sounds, beautiful melodies are the supporting element, which are also presented in the further course with the electric guitar, to then create a dark symphony in the following song „In a Cello-Felt Glare“, which again works accentuated with orchestral elements. Thus, the tendency to theatricality becomes quite clear.

Der monumental Opener!

All this is also offered in the first almost eight-minute long song „As Greed As The Eye Beholds“. The opener starts with a longer instrumental introduction that moves heavily into doomy worlds. The bass is very noticeable in the sound and it basically stays that way. With the onset of growls it becomes massive and sinister. Lighter passages with clean guitar sounds follow, but the song even proves to be a blatant speed monster in between. Even a piano and strings are heard in the last part of the song. It’s quite remarkable what the band has put into the song. A monumental song!

Conclusion

With „Cold Soul Embrace“ ENCHANTMENT have raised an old treasure from the grave of time. And this treasure is not dusty, but reveals contemporary songs that contain the charm of the 90′ s, but without getting stuck in the old age. The raw rough nature of the album is given a special touch by the energetic use of melodies and even symphonic elements in places, increasing the entertainment value.

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Bildquellen

  • ENCHANTMENT Cold Soul Cover+Infos: Gordeon Music
  • ENCHANTMENT Cold Soul Titelbild: Gordeon Music

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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