Gazpacho – Molok (bereits veröffentlicht)

Gazpacho

Liebe Metal-Heads-Gemeinde, um es vorwegzunehmen, Gazpacho haben mit Metal gar nicht zu tun, aber auch rein gar nichts. Das merkt man u.a. daran, dass die Musik der Band sogar meiner Frau gefällt.

Nichtsdestotrotz sollte man der Band unbedingt Gehör schenken. Gerade ältere Semester unter uns, die Genesis in der Peter Gabriel-Phase oder Steven Wilson gut finden, werden  großen Gefallen an der Neo-Prog-Gruppe finden.

Das Album, in edeler Digi-Book-Aufmachung, mit einer Spielzeit von knapp 45 min ist am 23.10.2015 beim Prog-Label Kscope/Edel erschienen und wurde auch schon von unserem Chefredakteur – Doc Rock – am 12.10.2015 in den News mit Spannung angekündigt.

Mit „Molok“ – dem Nachfolger des hochgelobten „Demon“ Albums – legen die sechs Norweger nunmehr ihr neuntes Studio-Album vor und überschreiten abermals die Grenzen des Komplexen und Genialität.

Das Album vereint alles, was der moderne Prog-Fan erwartet. Es ist düster, kraftvoll, kunstvoll, ungewöhnlich, mysteriös, spherisch, atmosphärisch, musikalisch ausgereift und durchdacht. Die Instrumente und der Gesang erklingen wie aus einem Guss, sind Eins.

Zurück in die Steinzeit

Musikalisch geht das Sextett diesmal sehr ungewöhnliche Wege indem man neben herkömmlichen Instrumenten auch steinzeitliche Instrumente wie den Skåra Stein einsetzt. Dieser „singende“ Stein wurde mit großer Wahrscheinlichkeit zuletzt vor ca. 10.000 Jahren genutzt. Beim Track „Molok Rising“ kommen diese Instrumente besonders gut zur Geltung und erzeugen die bereits erwähnte Spannung.

Auf dem Weg zum Wahnsinn?

Auch das Textkonzept hat es in sich. Es ist fantastisch und ist dafür geignet den Hörer in den Wahnsinn zu treiben. Keyboarder Thomas A. Anderson erklärt dazu:

„Das Album selber handelt von einem Mann der um 1920 feststellt, dass egal wo irgendjemand einen Gott anbetet, er dieses in der steinernen Form tut. Ob eine Kathedrale, die Steine von Mekka oder Stonehenge. Gott scheint von seinen Anbetern in Stein getrieben zu sein um niemals zurückzukehren. Dies geht zurück auf den norwegischen Volksmythos in dem es heißt, wenn ein Troll dem Sonnenlicht ausgesetzt wird, wird er zu Stein aber es erklärt auch warum Gott schon seit langer Zeit incommunicado ist.
Betrachtet man das Universum mechanisch sind alle Ereignisse die Folge vorheriger Ereignisse. Das bedeutet, mit genügend Informationen sollte man in der Lage sein die Vergangenheit und die Zukunft zu kalkulieren. Das ist es was der Mann um 1920 tut. Er baut eine Maschine, nennt sie „Molok“ nach dem biblischen Dämon der mit seinem Kiefer Kinderopfer zermalmte. Allerdings, zermalmt seine Maschine Zahlen. Am Tag der Sommersonnenwende startet er die Maschine und schnell gewinnt er eine Art von Intelligenz während sie durch die Geschichte rast und seine eigene Entwicklung erlebt“.

Zerstörung des Universums

Als weitere Besonderheit haben Gazpacho einen kleinen Code in Form eines merkwürdigen Geräusches am Ende des Albums installiert. Dieser Code soll die Korrektur Software, die in allen CD-Playern läuft, auslösen. Eine zufällige Nummer wird jedes mal errechnet, wenn die CD abgespielt wird. Würde diese Nummer mit der gegenwärtigen Position aller Elektronen im Universum korrespondieren, könnte das Universum zerstört werden.

Fazit:

Es ist keine leichte Kost die Gazpacho uns da servieren – werder textlich, noch musikalisch. Es braucht auch sicher drei, vier Umläufe bis man die wahre Vielfalt des Albums und der Musiker erkennt und versteht, aber wenn das Album einmal gezündet hat, möchte man es gar nicht mehr aus dem CD-Player nehmen. Stellt sich nur die Frage, ob man es wirklich bis zum Ende hören sollte…

Line-Up:

Jan Henrik Ohme – Vocals
Thomas Alexander Anderson – Keyboards
Jon Arne Vilbo – Gitarre
Mikael Krømer – Violine und Mandoline
Kristian Torp – Bass
Lars Erik Asp – Drums und Percussion

Tracklist:

Park Bench
The Master’s Voice
Bela Kiss
Know Your Time
Choir Of Ancestors
ABC
Algorithm
Alarm
Molok Rising

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Bildquellen

  • Gazpacho: www.amazon.de
STAHL

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