Kopfecho mit Licht und Schatten auf Sehen / Hören / Fühlen

Kopfecho Band

Am 10. August 2018 haben Kopfecho über MD Records ihr Debüt „Sehen / Hören / Fühlen“ veröffentlicht. Das Album gibt es als Download, CD oder für Sammler auch auf Vinyl. Punkrock aus Düsseldorf? Da denkt man natürlich zuerst an Die Toten Hosen und tatsächlich haben Kopfecho auch schon mal für Campino und seine Jungs eröffnet. Das war es aber auch schon fast mit den Gemeinsamkeiten. Denn mit Frontfrau Amy haben Kopfecho eine veritable Sängerin an Bord und der Sound tendiert gelegentlich auch mal Richtung Alternative. Gegen eine ähnlich erfolgreiche Karriere hätten Kopfecho sicher nichts einzuwenden. Ob sie das Zeug dazu haben? Schauen wir mal ins Video zum Titeltrack „Sehen Hören Fühlen“:

 

Kopfecho – durchaus ambivalent

Der Titeltrack und Opener gibt durchaus die Richtung fürs Album vor und das ambivalent. Eingeleitet von Kardiografieklängen wechseln sich heftige Gitarren mit ruhigen Parts ab. Bleiben oder gehen… Textlich zeigt der Song die innere Zerrissenheit auf und gibt so die ambivalente Richtung vor, die sich durch das ganze Album ziehen wird. Punkig-melodisch ist „Dreh mich im Kreis“, ein Beziehungssong bei dem im Chorus alle mitwirken. Überraschend sanft und mit zartem Gesang von Amy ist „Traumtänzer“. Radiotauglich und nach den ersten beiden Liedern eine interessante Nuance von Kopfecho. Schaut selber im Video unten. Zu „Neue Wege“ gibt es ebenfalls ein Video. Nach klassischem Punkriffing zum Einstieg, mutiert das Stück zu einem harten Radio-Punk Lied, das textlich leider auch viele Phrasen bietet.

 

Kopfecho – kann man akzeptieren

Das sie es besser können zeigen Kopfecho mit „Nicht akzeptieren“, in dem sie sich gegen Fremdenhass wenden und  der Titel von der ganzen Band rausgebrüllt wird. Sehr schön! „Gassen der Stadt“ beleuchtet  das Thema Obdachlosigkeit. Nicht so wütend, eher nachdenklich und gefällt mir richtig gut. „In meinem Kopf“ wird von Amy Stimme getragen, während bei „Und los“ wieder die Post abgeht. Live sicher ein Kracher und schönes Wechselspiel zwischen Amys Gesang und den Shouts ihrer Kollegen. Schluss ist mit „Jetzt ist Schluss“  zum Glück noch nicht, zeigt Amy hier doch, dass sie auch richtig böse keifen kann. Flott zur Sache geht „Gib’s mir“, wie gemacht für wilde Live-Action. Inhaltlich spiegelt sich wie im Titeltrack die innere Zerrissenheit wieder. Man weiß nicht, was man will…

 

Kopfecho – eine Ballade ist auch dabei

Mit „Rosenblätter welken“ haben Kopfecho auch eine Ballade an Bord, die zum Ende hin etwas anzieht. Der für mich schwächste Song des Albums kommt dann mit „Stück für Stück“, fast schon poppig und mir zu eingängig und sehr phrasenhaft. Zum Glück ist „Wir halten an“ da schon wieder besser. Auch eingängig, aber rauer und das steht der Band einfach besser zu Gesicht. Zum Abschluss gibt es mit „Quadrat im Kreis“ ein Wizo-Cover und das klingt auch gut.

Kopfecho – mit Licht und Schatten

Musste ich bei dem Titel „Sehen Hören Fühlen“ noch zuerst an Jan Böhmermanns Persiflage  „Menschen Leben Tanzen Welt“ denken, so hat sich der Eindruck nach der Kopfecho Coverganzen Platte doch verflüchtigt. Kopfecho bieten auf ihrem Debüt veritablen Alternative Punkrock. Das ist jetzt musikalisch weder besonders originell oder aufregend. Aber das erwartet ja jetzt nun auch niemand. In der Kombination mit der tiefen, rauen Stimme von Frontfrau Amy, die aber auch zu sanften Tönen fähig ist, gewinnt die Musik aber an Einzigartigkeit und Wiedererkennbarkeit. Klar, nicht jeder Song ist ein Treffer. Neben viel Licht sind auch ein paar Schattenseiten dabei. Auf Sachen wie „Stück für Stück“ hätte ich gerne verzichten können. Aber richtig stark finde ich „Nicht akzeptieren“ und „Gassen der Stadt“, die ich hiermit auch als Anspieltipp nenne. Alles in allem ein gelungenes Debüt und ich bin gespannt wie sich Kopfecho weiterentwickeln werden.

Kopfecho – Line-Up und Kontakt

Amy – Gesang
Dan – Schlagzeug und Gesang
Sebi – Gitarre und Gesang
Ivo – Gitarre und Gesang
Maik – Bass

Mehr Infos zu Kopfecho gibt es auf deren Homepage oder ihr stattet der Band einen Besuch bei Facebook ab. Wer keine News und Reviews verpassen will, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter oder folgt uns bei Facebook. Auch unser YouTube Channel ist immer einen Besuch wert. Hier findet ihr neben Unboxing Videos viele interessante Interviews von A wie Avatarium bis Z wie Zakk Wylde. Stay tuned!

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Bildquellen

  • Kopfecho Cover: Starkult Promotion
  • Kopfecho 720×340: Kay Özdemir / Starkult Promotion
soundchaser

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds "Port Royal" und "Abigail" von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen...

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