MARIANAS REST- „Fata Morgana“-Review

(Review english below german text)

Melodic DEATH/DOOM-Metal

Der Norden ist immer wieder ein Garant für fantastische Metal-Bands. Aus dem Bereich wurden uns in letzter Zeit so einige dunkle Schätze dargereicht. Letztes Jahr waren es beispielsweise KAUNIS KUOLEMATON (Finnland), DRACONIAN (Schweden) oder RED MOON ARCHITECT (Finnland). MARIANAS REST (Facebook ) aus Finnland machen mit ihrem neuen Album „Fata Morgana“ (VÖ 12.03.2021) da keine Ausnahme und reihen sich in der Aufstellung hochkarätiger Alben ein.

MARIANAS REST bewegen sich unter dem gleichen melancholischen Deckmantel, nur eben auf ihre Weise. Und im folgenden finden wir heraus, was es mit Sound von MARIANAS REST auf sich hat.

Im dunklen See

schweben wir unter einer Oberfläche der Melancholie, wo nur das Mondlicht kalt und weiß die Szenerie mit schimmernden Reflektionen auf dem Wasser erhellt. Wolken treiben ihr schwarzes Spiel und rauben der Nacht das letzte Licht, so dass die Finsternis Einzug erhält. Donnergrollen lässt die Luft erzittern. Die Atmosphäre knistert vor elektrisierender Spannung, wenn

„Fata Morgana“

aus der Dunkelheit emporsteigt. Der Opener „Sacrificial“ fängt den Hörer behutsam melodisch ein, wiegt ihn hin und her, um ihn dann mit einem kraftvollen schwarzen Strudel weiter runter in das Dunkle zu ziehen. Sänger Jaakko Mäntymaa wechselt in seinem Gesang zwischen dunklen Growls und drastischen Screams, die mit der Energie eines Gewitters in Euch einschlagen, Euch elektrisieren und so in die verstörende Welt des Black-Metal eintauchen lässt. So lässt er Euch pure Wut und Verzweiflung spüren. Es geht aber auch ganz anders. Hin und wieder verfällt der Sänger in eine Erzählstimme, so z.B bei dem Song „

„Glow From The Edge“.

Die Kombination zwischen den harschen Vocals und den teils lieblichen Melodien, die (auch in den martialischen Phasen) von der Gitarre hervorgezaubert werden, übt eine wahnsinnige Faszination aus. Aapo Koivisto am Keybord trägt wie alle anderen erheblich zu dem voluminösen fesselnden Klangbild bei ohne aufdringlich zu wirken. Wenn dann noch im Hintergrund der hübsche sirenenartige seichte Schleier in Form der Stimme von der Sängerin Lindsay Matheson (Schoolcraft/ex-Cradle Of Filth) über dem nächtlichen Firmament schwebt, erzeugt dies eine wunderschöne magische Komponente.

Hypnotisch

windet sich Song um Song, Note um Note, um den Verstand des Hörers. Die epische gnadenlos mächtige Hypnokrake „The Weight“ umschließt Euch mit einer gewaltigen Vehemenz und wird Euch nicht mehr loslassen. Der kolossale Refrain „Can You Feel The Thunder / Can You Feel The End“ will mir einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen. Hierbei möchte auf die lyrischen und metaphorischen Texte hinweisen, die ich sehr ansprechend finde und sich wohltuend vom Standard abheben.

Eine bittersüße Epik

verdeutlicht beispielsweise der Song“Advent Of Nihilism“, wo nervöse schnelle Gitarrenläufe Black-Metal-Feeling versprühen. Mit einem gewaltigen Riffdonnerwettter stampft der Song unter kolossallen Drums voran. Mittendrin erklingen traurigschöne Pianoklänge, die zum träumen einladen. Auch das später emporsteigende Gitarrensolo erzeugt einen traumhaften Flair.

Ein herausragender Songaufbau, die allen Songs auf dem Album angedeiht. In den Songs keimen immer wieder Besonderheiten auf, die einzelnen Songs eine besondere Ausstrahlung verleihen. Diese werden unter anderem auch von Gastmusikern zum Besten gegeben. Sei es der schon erwähnte Backgroundgesang von Gastsängerin Lindsay Matheson oder das stimmungsvolle Cellospiel von Timo Virkkala beim Titelsong „Fata Morgana“.

So wird eine beeindruckende Tiefe erzeugt. Keine Komponente wirkt zu aufdringlich, sondern verschmilzt zu einer homogenen bittersüßen Köstlichkeit. Und wie das so ist mit Süßigkeiten? Man wird süchtig danach und bekommt einfach nicht genug. So erging es mir mit diesem Album. Ich liebe eben dunkle Zartbitterschokolade! Und hier gibt es noch eine feine Chilinote mit dabei.

Fazit

MARIANAS REST heben mit ihrem Werk „Fata Morgana“ ein wahres DEATH-DOOM-Highlight aus der schwarzen See. Mal bricht sie tonnenschwer über Euch herein, um Euch in anderen Momenten mit einer federleichten Hülle zu umgarnen. Sie spinnt ihre Fäden geschickt und so faszinierend, dass man schnell in die Welt von MARIANAS REST eingewoben wird. Ein fesselndes Zusammenspiel von betörenden schwerelosen Melodien und brachialen zermalmenden Ausbrüchen. Eine faszinierende Aura umgibt die Songs. Von monumental bis minimalistisch, von brachial bis fragil, von vehement bis melodisch ist einfach alles vertreten. Lasst diese bittersüße Köstlichkeit im auditiven Genuss zergehen und nehmt sie mit all Euren Sinnen auf! Ein Album, dass Zeit und Raum verschwinden lässt.

Für mich zählt das Album in diesem Bereich schon zu den Besten des Jahres 2021.

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Review english

Melodic DEATH/DOOM-Metal

The north is always a guarantor for fantastic metal bands. We have been presented with some dark treasures from this area lately. Last year, for example, it was KAUNIS KUOLEMATON, DRACONIAN or RED MOON ARCHITECT. MARIANAS REST (Facebook ) are no exception with their current album „Fata Morgana“ and join the line-up of top-class albums.

MARIANAS REST move under the same melancholic cover, just in their own way. And in the following we find out what the sound of MARIANAS REST is all about.

In a dark sea

we float under a surface of melancholy, where only the moonlight cold and white illuminates the scenery with shimmering reflections. Clouds play their black game and rob the night of the last light, so that darkness takes over. Thunder makes the air tremble. The atmosphere crackles with electrifying suspense when

„Fata Morgana“

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist k-Marianas-Rest1_photo-credit_Miikka-Jaervinen.jpg

rises. „Sacrificial“ catches the listener gently melodically, sways him back and forth, only to pull him further down into the dark with a powerful black vortex. Singer Jaakko Mäntymaa’s vocals alternate between dark growls and drastic screams that hit you with the energy of a thunderstorm, electrifying you and thus immersing you in the disturbing world of black metal. So he makes you feel pure rage and despair.But it also works in a completely different way. Every now and then, the singer lapses into a narrative voice, for example in the song „

„Glow From The Edge“.

The combination between the harsh vocals and the partly sweet melodies conjured up by the guitar (even in the martial phases) exerts an insane fascination. Aapo Koivisto on keyboards, like all the others, contributes significantly to the voluminous, captivating sound without being obtrusive. When the pretty siren-like veil in the form of singer Lindsay Matheson’s (Schoolcraft/ex-Cradle Of Filth) voice hovers over the nightly firmament in the background, it creates a wonderful magical component.

Hypnotically,

song after song, note after note, winds around the listener’s mind. The epic, mercilessly powerful `hypnokraken´ „The Weight“ encloses you with a tremendous vehemence and will not let you go. The colossal chorus „Can You Feel The Thunder / Can You Feel The End“ just won’t leave my head. Here I would like to point out the lyrical lyrics, which I find very appealing and pleasantly stand out from the standard.

A bittersweet epic

is illustrated by the song „Advent Of Nihilism“ with its nervouss fast lead guitar playing that exude a black metal feeling. The song stomps forward under colossal drums with an enormous thunderous riff. In the middle of it all, mournful, beautiful piano sounds invite you to dream. The guitar solo that rises later also creates a dreamlike flair.

Again and again, special features germinate in the songs, giving individual songs a special charisma. These are performed by guest musicians, among others. Be it the already mentioned background vocals of guest singer Lindsay Matheson or the atmospheric cello playing of Timo Virkkala on the title song „Fata Morgana“. This creates an impressive depth.

The songs are all very well constructed and interwoven. No component seems too obtrusive, but melts into a homogeneous bittersweet delicacy. And how is it with sweets? You get addicted to it and simply can’t get enough. That’s what happened to me with this album. I love dark chocolate! And there is a fine chilli flavour with it here.

Result

MARIANAS REST lift a true DEATH DOOM highlight out of the dark sea with their work „Fata Morgana“. The music comes across as heavy as a barrel and sometimes light as a feather. It weaves its threads skilfully and so beautifully that you are quickly woven into the world of MARIANAS REST. A captivating interplay of beguiling melodies and brute outbursts. The songs are anything but deceptive, surrounded by a fascinating aura. From monumental to minimalist, from brute to fragile, from vehement to melodic, everything is represented. Let this bittersweet delicacy melt in your auditory pleasure and absorb it with all your senses.

For me, the album is already one of the best of 2021 in this area.

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Bildquellen

  • k-Marianas Rest1_photo credit_Miikka Järvinen: Napalm Records
  • MARIANAS REST Fata Morgana Cover+Infos-1: Cover+Infos-->Napalm Records / Background, Amboss-->Pixabay
  • Marianas Rest3_photo credit_Miikka Järvinen-Titelbild: Foto & Logo-->Napalm Records / Photo Credit-->Miikka Järvinen

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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