Paul Gilbert „I Can Destroy“ – VÖ 27.05.16

Paul Gilbert knallt von Anfang an

Mit „I Can Destroy“ liegt uns brandaktuell der neue Output des Gitarrenmeisters Paul Gilbert vor. Wow! Fuzzy Rock, Queen, Extreme, hey halt, was geht denn hier ab? „Everybody Use Your Goddam Turn Signal“ marschiert so etwas von knackig aus den Boxen, dass einem erst einmal die Spucke wegbleibt. Heimlich schleichen sich immer wieder Zwischen-Solos ein und Gilbert feiert die zweistimmigen Melodien…Freunde, wir sind immer noch beim Opener!

Niveauabfall? Nein Danke!

Mal schauen, was da jetzt noch so kommt….mächtig vom Balkon gelehnt hat sich der Herr Gilbert schon mal mit dieser Nummer…und schon geht es weiter mit dem Titeltrack “I Can Destroy“. Diesem wurden ein paar saftige Drum-Solo-Intro Rillen ins Vinyl gebrannt, bevor der Song mit einer Faust-In-Die-Luft-Recken-Attitüde durchrockt. Das Album kommt sehr frisch daher und Paul Gilbert, so wie alle Beteiligten (Freddie Nelson und Tony Spinner (g) & (v), Kevin Chown (b) und Thomas Lang, der Terminator an den Drums), schaffen es s,o einen 80´s Vibe einzufangen, ohne angestaubt zu wirken.

Analog, intelligent, erstklassig

Stellenweise erinnert das Songwriting an David Lee Roths Meisterwek „Skyskraper“. Erfreulich ist, dass Gilbert mit brillant analogem Sound spielt, keine Effekte, keine Haschereien, dass hat der Racer-X und Mr Big Gitarrenmann nicht nötig. Der Lehrer vom Hollywood Guitar Institute bleibt thematisch strukturiert, ohne vom Weg abzukommen oder in Ego-Orgien abzudriften.

Songwriting und Produktion sind das A & O – aber das weiß der gute Paul natürlich…

Die Songs machen Sinn und gehen auf. Tony Spinner (TOTO) singt hervorragend und verzichtet bewusst auf Rockröhren-Attitüde, bleibt trocken und treffend. So brilliert er auf „Woman Too Many“, einer der Nummern, die eines der coolsten Rock-Solos birgt, ein echtes Juwel! Kevin Shirely war für diese Art von Album die richtige Wahl als Produzent. All seine Erfahrung, die er in den letzten Jahren bei Joe Bonamassa-Produktionen gesammelt hat, scheinen hier einzufließen. Der Sound ist erstklassig, der Gitarrenklang zum niederknien – hier vermutet, man kein Ibanez-Flitzefinger-Brett, es hört sich einfach klassischer an. Die Spannweite der Songs ist gar nicht so megaweit, sondern eher homogen. Alleine „Blues Just Saving My Live“ bricht etwas aus – wer jetzt ganz klug ist, kommt auch ohne Hilfe darauf, in welche stilistische Richtung diese Nummer gehen könnte.

Gemacht für die Clubs

Man kann sich äußert gut vorstellen, dass dieses Album ohne Probleme live dargeboten werden könnte. Sicherlich würde die Art von Musik gut in kleinere Clubs passen, wo Herr Gilbert die Wände zum wackeln bringen könnte. Aktuell ist zwar keine Tour geplant, doch man sollte die Augen aufhalten – hier könnte sich ein ganz feines und kurzweiligen Live Rock-Süppchen zusammenbrauen.

Wer bei Paul Gilbert immer nur an Gefiedel denkt, liegt, wie die Jugend sagt, „krass falsch“.

In diesem Sinne – hören, genießen, staunen, und das Kaufen vorher nicht vergessen.

earMusic/Edel

VÖ: 27.05.16

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Bildquellen

  • Paul Gilbert: www.amazon.de
Blues Mike

Blues Mike

Als ich 12 war, gab mir ein Freund die Nummer des Teufels. Unter dieser Nummer meldete sich sein Assistent, der Meister der Puppen. Er sagte mir, dass es Rost im Frieden gibt und ich fortan mit meiner Gitarre um Gerechtigkeit für Alle kämpfen sollte!

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