THANATEROS-„On Fragile Wings“ Review

Dark Rock

Dieser Name setzt sich aus den griechischen Gottheiten Thanatos (Tod) und der lieblichen Begierde (Eros) zusammen. THANATEROS ( Homepage / Facebook) begannen Ende der 90´er und der Sound war von irish-keltischen Folk Anteilen geprägt. Man tourte damals mit den Größen der deutschen dunklen Gothik- und Darkwaveszene wie beispielsweise TANZWUT, LETZTE INSTANZ oder SUBWAY TO SALLY. 2008 waren sie sogar mit FIDDLER´s GREEN, TRISTANIA und FINNTROLL unterwegs. Trotz des Erfolges löste Ben Richter die Band Anfang 2010 auf und gründete die deutsche Metalband PHOSPHOR. Doch alte Liebe rostet nicht und so veröffentlichten sie nach einer Wiederauferstehung 2019 „Insomnia“ und haben das Ganze noch mal in Form einer Special Edition als Re-Release am 13.11.2020 herausgebracht (Review).

„On Fragile Wings“

heißt nun das neue Album, welches ab heute erhältlich ist. Den Hörer erwartet dunkler melodischer Metalsound, der von einer Violine begleitet wird. So weit hat sich nichts gegenüber „Insomia“ verändert. „Burn“ eröffnet das Album nach dem instrumentalen Intro. Der trabende Song schmeichelt sich angenehm ins Ohr. Ein kleines nettes Gitarrensolo verfeinert das Ganze und das Finale legt dann noch mal ne Schippe drauf.

„Coven Of The Drowned“ war die erste Singleauskopplung. Ein atmosphärischer Song, dem die grundsätzliche melancholische Ausstrahlung von THANATEROS anhaftet. Der Song glänzt mit wunderschönen Meldodien und die dunkle warme Stimme von Ben ist ein essentieller Bestandteil der ganzen musikalischen Erscheinung. Ein echt schöner Song!

Ein richtiger Klopper

ist der Song „Passengers“. Erinnert mich an den Song „Graken“ vom letzen Album.. Dies ist nämlich auch eindeutig der Song, der am meisten mit Metal geimpft wurde. Und für mich ist dies mein absolutes Highlight auf dem Album. Warum? Ja, nicht nur, weil es der härteste Sound auf dem Album ist. Es gefällt mir eben, wenn Bands mal aus ihrem Käfig springen und sich mal außerhalb austoben. Ich habe das Gefühl, dass sich die Band manchmal zu sehr zurückhält anstatt mal ordentlich die Sau rauszulassen. Der Song „Passengers“ beweist, dass das möglich ist. Ich bin der Meinung, dass die Männer das Prinzip von „Passengers“ für mehr Songs beherzigen sollten. Das würde der Spannung im Gesamtkonzept meiner Meinung nach gut tun.

Ansonsten ohne Ecken und Kanten

Das finde ich schade. Denn oft plätschern die Songs so vor sich hin ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. „We Are The Ravens“ ist auch ein Beispiel dafür, wo ich das Gefühl habe, dass man einen Ausbruchsversuch (ab Minute 04:20) unternimmt, aber im Ansatz stecken bleibt.

Bei „Nothing Lasts Forever“ leitet Ben den Song mit seiner sehr dunklen voluminösen Stimme ein. Das hat mich sogar direkt an den großartigen Leonard Coen erinnert. Am Ende des Songs erklingt diese Stimme nochmals. „Fading“ packt den Hörer mit finsteren Passagen, wo inmitten der harmonischen Melodien mal ein wenig die Metalkeule geschwungen wird.

Fazit

„On Fragile Wings“ ist ein solides Album geworden, reicht aber für mich nicht an den Vorgänger „Insomnia“ heran. Es sind allesamt solide Songs, doch ich hätte mir gewünscht, dass es in eine andere Richtung geht. THANATEROS beherrschen diese mystische Auroa mit tollen Melodien sehr gut, doch insgesamt fehlen mir die Ecken und Kanten auf dem Album. Beim Song „Passengers“ sprengen sie diese Harmoniefesseln und zeigen eine knackige Härte und kräftigen Biss.

Auch die Produktion gefällt mir nicht so gut wie beim letzten Album. Es klingt mir zu dumpf und weich. Der Sound auf „Insomnia“ klingt für mich organischer, soll heißen, dass die Instrumente und Gesang klarer und greifbarer sind als bei dem aktuellen Album.

So bleiben THANATEROS für mich hinter ihren Möglichkeiten. Ich mage diese Band sehr und ich hätte mir eine andere Entwicklung gewünscht. Natürlich sind es immer Geschmacksfragen und bestimmt werden einige anderer Meinung sein. Also hört doch auf jeden Fall rein und bildet Euch selber ein Urteil.

English review

Dark Rock

This name is composed of the Greek deities Thanatos (death) and the lovely desire (Eros). THANATEROS( Homepage / Facebook) started at the end of the 90’s and the sound was characterized by Irish-Celtic folk parts. At that time they toured with the greats of the German dark gothic and darkwave scene like TANZWUT, LETZTE INSTANZ or SUBWAY TO SALLY. In 2008 they even toured with FIDDLER’s GREEN, TRISTANIA and FINNTROLL. Despite the success, Ben Richter disbanded the band in early 2010 and founded the German metal band PHOSPHOR. Old love never really disappears and so after a resurrection they released „Insomnia“ in 2019 and brought the whole thing out again in the form of a special edition as a re-release on 13.11.2020 (review).

„On Fragile Wings“

is the name of the new album, which is available from today. The listener can expect dark melodic metal sound, which is accompanied by a violin. So far nothing has changed compared to „Insomia“. „Burn“ opens the album after the instrumental intro. The trotting song pleasantly caresses the ear. A small nice guitar solo refines the whole thing and the finale then puts once again a notch on it.

„Coven Of The Drowned“ was the first single release. An atmospheric song, which adheres to the basic melancholic aura of THANATEROS. The song shines with beautiful melodies and the dark warm voice of Ben is an essential part of the whole musical appearance. A really beautiful song!

A real cracker

is the song „Passengers“. It reminds me of the song „Graken“ from the last album. This is also clearly the song that was most inoculated with Metal. And for me this is my absolute highlight on the album. Why? Yes, not only because it is the hardest sound on the album. I just like it when bands jump out of their cage for and let off steam outside of it. I have the feeling that the band sometimes holds back too much instead of letting off steam. The song „Passengers“ proves that this is possible. I think the men should take the principle of „Passengers“ to heart for more songs. That would do the tension in the overall concept good in my opinion.

Too much harmony

I find that a pity. Because often the songs ripple along without leaving a lasting impression. „We Are The Ravens“ is also an example of this, where I have the feeling that one makes an attempt to break out (from minute 04:20), but gets stuck in the approach.

In „Nothing Lasts Forever“ Ben introduces the song with his very dark voluminous voice. This reminded me directly of the great Leonard Coen. At the end of the song this voice sounds again. „Fading“ grabs the listener with dark passages, where in the midst of the harmonic melodies a little bit of the metal club is swung.

Conclusion

„On Fragile Wings“ has become a solid album, but for me it doesn’t reach the predecessor „Insomnia“. They are all solid songs, but I would have liked it to go in a different direction. THANATEROS master this mystical aura with great melodies very well, but overall I miss hardness and sharpness. In the song „Passengers“ they break these harmony shackles and show a crisp hardness and powerful bite.

I also don’t like the production as much as on the last album. It sounds too dull and soft to me. The sound on „Insomnia“ sounds more organic, meaning that the instruments and vocals are clearer and more tangible than on the current album.

So THANATEROS remain for me behind their possibilities. I like this band very much and I would have liked a different development. Of course, it is always a matter of taste and certainly some will have a different opinion. So listen to it in any case and form your own opinion.

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Bildquellen

  • THANATEROS On Fragile Wings Cover+Infos: Cover+Infos-->THANTEROS//Rest-->Pixabay
  • THANATEROS Fragile Wings-Titelbild: THANATEROS

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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