TRIVIUM – „In The Court Of The Dragon“ Review

(English review down below)

Modern Metal

Es ist noch gar nicht so lange her, dass TRIVIUM (Facebook) das Album „What The Dead Men Say“ herausgebracht haben. Das war nämlich am 24.04.2020. Unglaublich, dass sie jetzt schon wieder ein neues Album rausprügeln. Dies heißt: „In The Court Of The Dragon“ und erscheint am 08.10.2021. Vermutlich wird das auch wieder der Corona-Krise geschuldet sein. Die meisten Bands haben die erzwungene Live-Pause genutzt, um sich kreativ zu betätigen. Ansonsten würde man sich wahrscheinlich fragen, ob man nach so kurzer Zeit ein gutes neues Album produzieren kann. Zumal war „What The Dead Men Say“ ein verdammt geiles Album (Review). Das Niveau muss man erst einmal halten können. Also hören wir mal, was TRIVIUM uns mit dem „In The Court Of The Dragon“ anbieten. Und nicht zu vergessen: Es ist das zehnte Album! Tolles Jubiläum!

Über die Herangehensweise bei diesem Album sagt Bassist und Songwriter Paolo Gregoletto:

Wir sind dieses Album in dem Wissen angegangen, dass wir die Zeit haben, über alles und jedes nachzudenken, was während dieser Zeit entstehen würde. Und sogar ganz von vorn anfangen zu können, wenn es sich nicht richtig anfühlen sollte, da keine Tour am Horizont war.

Trivium: Trivium machen die 10 voll! Im Oktober kommt das neue Album „In The Court of The Dragon“ | Warner Music Germany

Überraschend farbenfroh

Rein optisch fällt einem sofort das Cover ins Auge. Definitiv das farbenfrohste, was TRIVIUM je ausgewählt haben und ein krasser stilistischer Gegensatz zum letzten Cover. Die Gesamtgestaltung und die Drachenszenerie des Covers findet man eigentlich eher in anderen Bereichen des Metal wieder. Matt Heafy sagt dazu:

„Als die Musik von ‚In The Court Of The Dragon‘ Gestalt annahm, wussten wir, dass wir ein episches Artwork brauchten, wie man es etwa an den Wänden eines wichtigen Museums von einem längst verstorbenen Renaissance-Meister vorfinden würde. Nach ausgiebiger Recherche fanden wir einen der wenigen lebenden Künstler, der in der Lage ist, Kunstwerke wie Caravaggio und Gentileschi zu erschaffen – den Maler Mathieu Nozieres. Auf der Grundlage unseres Songtitels schuf Mathieu ein Ölgemälde auf Leinwand, das unsere kühnsten Vorstellungen übertraf. Es ist auf geradezu umwerfende Weise atemberaubend und episch und sieht aus wie die visuelle Entsprechung zum Song und dem Album.“

Trivium: Trivium machen die 10 voll! Im Oktober kommt das neue Album „In The Court of The Dragon“ | Warner Music Germany

Man bleibt sich treu

TRIVIUM haben im Vergleich zum letzten Album nicht viel verändert. Warum sollten sie auch? Man könnte höchstens sagen ,dass das neue Album insgesamt sogar ein wenig aggressiver und wütender geworden ist. Dies wird einem augenblicklich klar, wenn einem das Drachenfeuer beim Opener die Haare vom Kopf fackelt. „In The Court Of The Dragon“ legt fulminant los und Sänger Matthew Heafy  brüllt sich wütend die heißen Shouts aus dem Leib. Instrumental lässt man sich ebenfalls nicht lumpen und der Sound ist weiterhin auf einem wahnsinnig hohen Niveau und brennt nur so vor Feuer und Hitze. Auch die Breakdownparts drücken mit enormer Kraft, bevor die glühenden Gitarrensolos losknallen und die Funken fliegen.

Imposant und unzerstörbar

setzt sich die Schlacht fort. „Like A Sword Over Damocles“ gießt noch mehr Benzin ins Feuer und schlägt gnadenlos schnell zu. Lediglich der Chorus gönnt Euch eine kleine Pause von der vehementen Heavyness. Das ist wieder einmal eine unbeschreiblich fantastische Vorstellung, die alle Bandmitglieder an ihren Instrumenten abliefern. TRIVIUM beherrschen die Mischung aus gnadenloser brutaler Jagd in Verbindung mit vortrefflicher Melodik und epischen Refrains perfekt. Alles spielt sich auf technisch höchstem Niveau ab. Die Songs wirken dabei aber nicht zu vertrackt und kompliziert, so dass der Fluss des Songs nicht zu weit ausufert oder unterbrochen wird.

Der Bass wummert

nach wie vor stolz vor sich hin, versteckt sich nicht und schafft ein tiefes Volumen. Bei „Feast Of Fire“ kommt er in den Strophen besonders gut zur Geltung. TRIVIUM sind ein Paradebeispiel dafür, dass der Bass sich nicht ständig im Hintergrund halten muss, sondern durchaus auch mal dominant hervorschwingen kann. Das Tempo bei diesem Song ist trotz einiger kurzfristiger Beschleunigungen gemäßigt und der cleane Gesang übernimmt hier die Hauptrolle. Genug Power hat der Song allemal und der Chorus ist spitze!

Hierzu gibt es auch noch einen Kommentar von Bassist und Songwriter Paolo Gregoletto:

Wenn man sich an das Schreiben eines neuen Albums begibt, gibt es immer diesen einen Song, den du nicht hast kommen sehen. Es kann ein Riff sein, das aus dem Stegreif im Proberaum entstand, eine Songzeile, die perfekt zur Melodie passt oder, im Fall von „Feast of Fire“, direkt vor uns lag, als Teil eines Demos, das Corey mitgebracht hatte. Wir befanden uns bereits mitten in der Vorproduktion im Full Sail, als wir alle übereinkamen, dass etwas an dem Demo, das wir aufgenommen hatten, gut war – aber noch besser sein könnte. Unser Produzent Josh Wilbur hatte dazu sogar einige Worte in seinen Notizen festgehalten: ‚Bridge is special, maybe so special it needs its own song‘. Daher rissen wir den Track kurzerhand in Stücke und begannen an Ort und Stelle von vorn.

Trivium: Trivium machen die 10 voll! Im Oktober kommt das neue Album „In The Court of The Dragon“ | Warner Music Germany

Hemmungsloser Angriffe

mit einem ausgeklügeltem Konzept werden Euch immer wieder eindrucksvoll um die Ohren geballert. Hier wird alles andere als stumpf drauflosgedroschen, sondern auf höchstem Niveau unterhalten. Bei wütenden Songs wie „A Crisis Of Revelation“ werdet Ihr schonungslos mitgerissen. Ab Minute 03:30 wütet ein Instrumentalsolo wie ein rasender Wirbelsturm, der alles und jeden hinwegfegt. Total abgefahren!

Bei anderen Songs wie „The Shadow Of The Abattior“ werdet Ihr nach dem anmutigen wohlklingend Beginn überrascht, wenn es dann doch nicht bei einer gefühlvollen Ballade bleibt und Euch plötzlich das Ding durch die Ohren fliegt, wobei nicht nur einmal ein atemberaubendes Flitzefingersolo abgeshreddert wird. Hammergeil!

Gerne auch mal länger…

TRIVIUM scheuen sich nicht vor sehr langen Tracks, die jenseits der Sieben-Minuten-Marke liegen. Davon gibt es auf dem Album insgesamt drei! Das bereits gerade erwähnte „The Shadow Of The Abattior“, so wie „Fall Into Your Hands“ und „The Phalanx“. Und auch diese Kunst der langen kurzweiligen Unterhaltung beherrschen TRIVIUM vortrefflich.

„Fall Into Your Hands“ prügelt sich fast ausnahmslos stürmisch durch die gesamte Spielzeit. Da bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Beim Abschlusstrack „The Phalanx“ zücken TRIVIUM sogar noch eine dezente symphonische Karte, um das Album mit einem epischen Finale abzuschließen.

Fazit

TRIVIUM fliegen den Drachen vortrefflich in harmonischer epischer Vollendung, reißen mit voller Kraft dicke Mauern ein und hinterlassen mit heißem Feuer auch verbrannte Erde. Auf diesen Ritt sollte man nicht verzichten.

English review

Modern Metal

It’s not so long ago that TRIVIUM (Facebook) released the album „What The Dead Men Say“. That was namely on 24.04.2020. Unbelievable that they are now already beating out a new album. This is called: „In The Court Of The Dragon“ and it will be released on 08.10.2021. Probably this will be due to the Corona crisis again. Most bands have used the forced live break to be creative. Otherwise you would probably ask yourself how you can produce a good new album after such a short time. Especially since „What The Dead Men Say“ was a damn great album. You have to be able to keep up that level. So let’s listen to what TRIVIUM offer us with „In The Court Of The Dragon“. And not to forget: It’s the tenth album! Great anniversary!

About the approach to this album, bassist and songwriter Paolo Gregoletto says:

We approached this album knowing that we had the time to think about anything and everything that would come up during that time. And even to be able to start all over again if it didn’t feel right, because there was no tour on the horizon.

Trivium: Trivium machen die 10 voll! Im Oktober kommt das neue Album „In The Court of The Dragon“ | Warner Music Germany (Translation by editor.)

Surprisingly colorful

Visually, the cover immediately catches the eye. Definitely the most colorful thing TRIVIUM have ever chosen and a stark stylistic contrast to the last cover. The overall design and the dragon scenery of the cover can actually be found rather in other areas of metal. Matt Heafy says about it:

When the music of ‚In The Court Of The Dragon‘ was taking shape, we knew we needed epic artwork, such as you would find on the walls of an important museum by a long-dead Renaissance master. After extensive research, we found one of the few living artists capable of creating artwork like Caravaggio and Gentileschi – painter Mathieu Nozieres. Based on our song title, Mathieu created an oil painting on canvas that exceeded our wildest imagination. It’s breathtaking and epic in a downright stunning way, and looks like the visual equivalent of the song and the album.

Trivium: Trivium machen die 10 voll! Im Oktober kommt das neue Album „In The Court of The Dragon“ | Warner Music Germany (Translation by editor.)

TRIVIUM remain true to themselves

TRIVIUM haven’t changed much compared to the last album. Why should they? At most you could say that the new album is even more aggressive and angry. This becomes immediately clear when the dragon fire torches the hair from your head during the opener. „In The Court Of The Dragon“ gets going brilliantly and singer Matthew Heafy angrily roars his hot shouts out of his body. Instrumentally they don’t let themselves down either and the sound is still on an insanely high level and just burns with fire and heat. Also the breakdown parts press with enormous power, before the glowing guitar solos bang away and the sparks fly.

Imposing and indestructible

the battle continues. „Like A Sword Over Damocles“ pours even more gasoline into the fire and strikes mercilessly fast. Only the chorus gives you a little break from the vehement heavyness. This is once again an indescribably fantastic performance that all band members deliver on their instruments. TRIVIUM perfectly master the mixture of merciless brutal hunt combined with excellent melodicism and epic choruses. Everything takes place on the highest technical level. However, the songs do not seem too intricate and complicated, so that the flow of the song does not get too far out of hand or interrupted.

The impressive bass

still stands proudly in front of itself and does not hide. He creates a deep volume. In „Feast Of Fire“ the bass comes into its own especially well in the verses. TRIVIUM are a prime example that the bass does not have to stay in the background all the time, but can also swing out dominantly sometimes. The tempo of this song is moderate despite some short accelerations of the tempo and the clean vocals take over the main role here. A moderate song in relation to the first songs, but still does not miss the necessary power.

Shred and start over

There is also a commentary by bassist and songwriter Paolo Gregoletto:

When you set out to write a new album, there’s always that one song you didn’t see coming. It can be a riff that came off the cuff in the rehearsal room, a song line that fits the melody perfectly, or, in the case of „Feast of Fire“ it was right in front of us as part of a demo that Corey had brought in. We were already in the middle of pre-production at Full Sail when we all agreed that something about the demo we had recorded was good – but could be even better. Our producer Josh Wilbur even had some words about it in his notes: ‚Bridge is special, maybe so special it needs its own song‘. So we tore the track to pieces and started from scratch on the spot.

Trivium: Trivium machen die 10 voll! Im Oktober kommt das neue Album „In The Court of The Dragon“ | Warner Music Germany (Translation by editor.)

Unrestrained attacks

with a sophisticated concept are always impressively banged around your ears. Here it is anything but bluntly drone on, but entertained at the highest level. With furious songs like „A Crisis Of Revelation“ you will be carried away relentlessly. From minute 03:30 an instrumental solo rages like a furious whirlwind that sweeps away everything and everyone. Totally freaky!

Other songs like „The Shadow Of The Abattior“ take you by surprise. After the graceful-melodic beginning, the song suddenly flies around your ears, shredding a breathtaking flick-finger solo not only once. Madness!

The long ride

TRIVIUM are not afraid of very long tracks that are beyond the seven-minute mark. There are a total of three of them on the album! The already mentioned „The Shadow Of The Abattior“, as well as „Fall Into Your Hands“ and „The Phalanx“. And also this art of long entertaining entertainment TRIVIUM masters excellently.

„Fall Into Your Hands“ beats itself almost without exception stormily through the entire playing time. There is hardly any time to breathe. With the closing track „The Phalanx“ TRIVIUM even pull out a discreet symphonic card to close the album with an epic finale.

Conclusion

TRIVIUM fly the dragon excellently in harmonious epic perfection, tear down thick walls with full force and burn the earth with hot fire. This is a ride you should not miss!

Newsletter bestellen für wöchentliches Update!

Bildquellen

  • Trivium-ITCOTD-Album: Oktober Promotion
  • TRIVIUM Cover+Infos: Cover+Infos-->Oktober Promotion / Background etc. --> Pixabay
  • Trivium-Titelbild: Oktober Promotion / Photocredit Mike-Dunn_Slider

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

sieben + sechs =