TRIVIUM -What The Dead Men Say- VÖ 24.04.2020

Trivium What The Dead Men Say

Die Speerspitze des Modern-Metal!

TRIVIUM aus Florida sind schon eine Legende, haben etliche Alben herausgebracht und wurden von der ganzen Branche häufig mächtig abgefeiert. Mich persönlich hat nicht jedes Album völlig abgeholt. Nun haben wir die Ehre den aktuellen Longplayer „What The Dead Men Say“ seit dem 24.04.2020 genießen zu dürfen. Natürlich hat das Album schon von etlichen Magazinen eine Review bekommen, aber wir von `metal-heads.de´ dürfen da auf keinen Fall fehlen. Es gebietet der Anstand, dass ein so hervorragendes Album angemessen gewürdigt wird. Dazu muss ich mal erwähnen, dass das Jahr 2020 bis jetzt schon einige geile Alben hervorgebracht hat, sei es von gestandenen Haudegen wie THANATOS mit „Violent Death Rituals“ (Review )im Bereich Pure-Thrash Metal oder von verheißungsvollen Newcomern, so z.B. kürzlich erst KING WITCH aus Schottland im Bereich Heavy DOOM-Metal mit dem Album „Body Of Light“ (Review) . But now back to TRIVIUM….

Eine Frage des Geschmacks?

Trivium What The Dead Men Say

Das aktuelle Album ist die Konsequenz aus dem letzten Album „The Sin And The Sentence“ (Review von Uwe) aus dem Jahre 2017 und ich finde, dass es noch eine kleine Steigerung des Ganzen ist. Zum Glück ist man nicht wieder zurück in die andere Richtung marschiert, siehe den harmlosen Output „Silence In The Snow“ aus dem Jahr 2015. Natürlich sind das immer rein persönliche Geschmacksfragen, die bei einer Bewertung eine Rolle spielen. Aber ungeachtet des persönlichen Geschmacks muss man hier einfach sagen, dass „What The Dead Men Say“ rein objektiv gesehen ein qualitativ verdammt hochwertiges Album ist und der Geschmack hier nur das Zünglein an der Waage sein kann. Ich persönlich mag es meistens eine Spur härter. Ich habe aber sicherlich nichts gegen geile Melodien (das neue Album „The Dark Delight“ von DYNAZTY gefällt mir beispielweise auch außerordentlich gut). Daher ist meine persönliche Meinung, dass TRIVIUM hier eine perfekte Mischung gefunden hat und man es nicht besser machen kann. Das ist 100% Modern-Metal allerhöchster Güte.

Ganz und gar nicht tod,

sondern quicklebendig präsentieren sich Trivium auf dem aktuellen Output. Das Album wird mit einer cleanen Gitarre leicht geheimnisvoll eingeleitet. Es folgt eine immer intensivere Steigerung. Dann folgt der Übergang zu dem Hammersong „What The Dead Men Say“ . Die Gitarre ertönt wie eine Alarmsirene und es geht mit Dampf nach vorne.  Fette Riffs und Drums folgen bis es schließlich mit einer göttlich melodischen Passage weitergeht. Der Sänger Matthew Heafy bringt seine Stimme in diversen Facetten zur Geltung, switcht dabei zwischen melodiösen mitreißenden Gesangslinien und knackigen Powershouts. Apropos göttliche Melodien…

Auf ein oder zwei Becher Ambrosia mit Gott Apollo…

Bemerkenswert ist die Komplexität der Songs, welche mit vertrackten Zwischensequenzen und knochenbrechenden Breakdowns bis hin zu druckvollen thrashigen Einlagen gespickt sind. Man wildert sogar mal in der Welt des wütenden Metalcore. Trivium klingen nach wie vor frisch und ehrgeizig. Gleichzeitig wirken sie reifer und ausgewogener denn je. Keine Ahnung, ob sie sich gelegentlich auf ein bis zwei Bierchen oder Ambrosia mit Gott Apollo treffen (Apollo –>römischer Gott der Poesie, Musik usw.). Wie auch immer… Das Ergebnis ist

schlichtweg überwältigend.

Damit sind wir bei einem der herausragenden Merkmale von TRIVIUM und diesem Album. Viele Songs besitzen eine beachtliche Spielzeit. Die Band hat es auf diesem Album zur Kunst gemacht die Songs sehr vielschichtig zu gestalten. Es werden viele Aspekte und Stilelemente eingebaut, dass man es fast als progressiv bezeichnen kann. Trotzdem gelingt es der Band ihre Eingängigkeit nicht zu verlieren und reißen den Hörer voll mit. Hier hätten andere Bands aus dem Material eines Songs ein halbes Album gezimmert. Ich habe selten ein so ausgefeiltes Songwriting erlebt. (Ja ich weiß, dass z.B. die Gruppe HAKEN da noch intensiver zu Werke geht. Allerdings reden wir hier immer noch vom Oberbegriff Modern Metal und nicht Progressive-Metal!) Ich brauche nicht weiter zu erwähnen, dass die Männer alle…

Meister ihres Fachs…

sind. Da gibt es rein gar nichts dran zu meckern. Die Gitarren werden von Matthew Heafy und Corey Beaulieu phänomenal bespielt. Der Bassist Paolo Gregoletto dümpelt hier nicht nur im Hintergrund herum, sondern wirkt stets sehr präsent, was extrem beim Song „Bleed Into Me“ zur Geltung kommt. Der Drummer Alex Bent versohlt seinem Drumkit richtig schön den Arsch und kann sich vor allem bei dem brutalen „Bending The Arc To Fear“ und dem düsteren aggressiven „Amongst The Shadows And The Stones“ vortrefflich austoben. (Was aber nicht heißen soll, dass er sich bei den restlichen Songs mit einer Hand den Sack krault). Diese Killersongs dürften den Moshpitkreisel ordentlich unter Feuer setzen und die Nackenmuskeln ordentlich arbeiten lassen. 

„Catastrophist“

hat einen top Refrain zum Mitgröhlen und lässt zwischendurch die Nackenmuskeln beim Headbangen spielen, wenn der Song in die Welt des Metalcore driftet. Der wütende Song handelt davon, dass die Menschen sich in Katastrophen stürzen, obwohl sie wissen, dass es kein gutes Ende nehmen wird. Egoismus in Form von Profitgier und Machtstreben lässt sie ungeachtet der Risiken so handeln. Das war schon immer eines der größten Probleme der Menschheit.

Fazit

Die Speerspitze TRIVIUM bahnt sich unerbittlich ihren Weg an der Front des Modern-Metal und dort gehören sie auch hin. Sie haben ihren Sound weiter perfektioniert und mit vielen Elementen ausgestattet. So halten sie sich für die Zukunft alles offen und man darf gespannt sein, in welche Richtung es zukünftig gehen wird. Aber bis dahin ist noch Zeit und die aktuelle Langrille „What The Dead Men Say“ dürfte unzählige Male im Player rotieren und die Hörer bis auf unbestimmte Zeit begeistern. Die Abnutzungserscheinungen schätze ich bei diesem Album als sehr gering ein.

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Bildquellen

  • Trivium What The Dead Men Say: Amazon

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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