Warrel Dane – sein Vermächtnis: „Shadow Work“

Warrel Dane und Band 2018

Es gibt Platten, die man eigentlich gar nicht besprechen will. „Shadow Work“ von Warrel Dane posthum am 26. Oktober 2018 bei Century Media erschienen gehört dazu. Auch wenn die Vorgeschichte jedem Fan bekannt sein sollte, hier trotzdem noch eine kurze Einführung: Musikalisch war die Platte bereits im Kasten, als Warrel Dane vor genau einem Jahr mitten in den Gesangsaufnahmen plötzlich und unerwartet verstarb. „Shadow Work“ ist nun als Tribut und Hommage gedacht. Die Gesangsspuren sind eine Mischung aus Vorproduktionen und bereits aufgenommenen Spuren. Statt der anvisierten 80 Minuten kamen lediglich gute 40 Minuten zusammen. Und auch diese sind kein Endprodukt, sondern geben nur einen Einblick in das, was Warrel Dane geplant hatte. Aber genug der Vorrede, lassen wir Warrel noch einmal unsere Ohren beschallen mit „Disconnection System“:

 

Warrel Dane – gone way too soon

Zum Anfang gibt es mit „Ethereal Blessing“ ein melancholisch gehaltenes Intro, welches dann direkt vom vertrackten „Madame Satan“ überrollt wird. Heftig und abwechslungsreich gibt dieser Track Aufschluss darüber welch großartige Band Nevermore waren. Denn auf deren Spuren bewegt sich Warrel Dane hier offensichtlich. Eine ähnliche Richtung nimmt „Disconnection System“. Bei aller Härte und technischen Spielereien aber immer wieder durch angenehm-melodiöse und clean gesungene Parts aufgelockert. Hört oben im Video einmal rein. Im krassen Kontrast dazu steht „As Fast As The Others“. Ein Power Metal artiges Stück im Stil der frühen Nevermore. Eine großartige Hymne und trotz aller Eingängigkeit alles andere als simpel. Folgender Clip lässt seine Mitmusiker zu Wort kommen und gewährt Einblicke in den Studioalltag:

 

Warrel Dane – gefühlvoll und epochal

Der Titeltrack kombiniert Härte mit Melancholie und Warrels einzigartiger Stimme. Kaum zu glauben, dass es damit vorbei ist. Nevermore und auch Warrel Dane solo haben schon tolle Cover Songs aufgenommen. „The Hanging Garden“ von The Cure reiht sich da nahtlos ein. Ich bin immer wieder beeindruckt wie sehr sie es in der Vergangenheit einen Song zu dekonstruieren, komplett ihrem eigenen Stil anzupassen und das ohne die ursprüngliche Essenz zu verwässern. Das gelingt auch diesmal wieder, einfach grandios! Mit „Rain“ folgt eine kraftvolle Ballade mit eruptiven Elementen.  Zum Abschluss gibt es mit „Mother Is The Word For God“ noch einen echten Kracher. Ein knapp zehn Minuten langes Epos, das vor Intensität nur so strotzt. Ein wahrhaft epochales Vermächnis!

 

Warrel Dane – es bleiben Freude und Traurigkeit

Hatte ich eingangs geschrieben, die Platte gar nicht besprechen zu wollen, so muss ich mich korrigieren. Ich habe „Shadow Work“ oft und intensiv gehört und neben der Warrel Dane NachrufTraurigkeit überwiegt mittlerweile die Freude. Warrels Vermächtnis hat uns noch ein paar großartige Songs beschert. „Mother Is The Word For God“ ist einfach unglaublich gut. Kaum ein anderer Künstler kann Cover-Versionen so gut gestalten wie er und mit „The Hanging Garden“ stellt er wieder unter Beweis. In welche Richtung er sich musikalisch  vielleicht entwickeln wollte, dass lassen „Madam Satan“ und „Disconnecting System“ nur erahnen. Natürlich ist der Gesang nicht immer top, handelt es sich doch um zusammengestückelte Aufnahmen. Aber mich stört es nicht und so lasst uns nicht über den Verlust grämen, sondern uns über das freuen, was wir haben.

R.I.P Warrel! Thanks for the Music!

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Bildquellen

  • Warrel Dane Nachruf: Century Media Records
  • Warrel Dane 2018 720×340: Century Media Records
soundchaser

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds "Port Royal" und "Abigail" von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen...

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