ROCK IM REVIER – TAG 2

IRON MAIDEN LIVE

Rock Im Revier Tag 2 mit : WILD LIES, THE RAVEN AGE, TREMONTI, GHOST, SABATON, IRON MAIDEN

Nachdem der Kollege Ralfi Ralf vom ersten Tag des Rock im Revier berichtet hat (klick), bin ich mit dem zweiten Tag dran.

Heute ist das Einchecken für mich problemlos. Viele Fans haben aber nicht den Tipp gelesen, dass man erst das Festival- bzw. Tagesbändchen abholen muss, um in die Halle zu kommen. Langes Warten beim Einlass gibt es auch nicht, da viele Liebhaber der harten Musik noch vor der Halle die Sonne genießen. Da der heutige Tag ausverkauft ist, sind Karten auf dem Schwarzmarkt sehr begehrt.

The Wild Lies eröffnen den zweiten Rock im Revier Tag

The Wild Lies, Rock im Revier

Der Opener für heute ist The Wild Lies, die schon für gute Stimmung in der zur frühen Stunde relativ annehmbar gefüllten Halle sorgen können. Der Rock des englischen Quintetts um Sänger Matthew Polley, der übrigens aussieht wie David Guetta, kommt sehr gut an. Dass mit Dylan Smith ein Maiden-Sprössling den Bass bedient, ist vielleicht auch ein Grund für den Füllstand der Halle. Die 2013 gegründete Band nutzt ihre Spielzeit von 40 Minuten gekonnt aus und dies wird auch entsprechend vom anwesenden Publikum honoriert. Vielleicht darf man ja demnächst mit einem Longplayer der Band rechnen.


The Raven Age

The Raven Age, Rock im Revier

Mit The Raven Age folgt nach der üblichen, aber sehr kurzen Umbaupause die zweite englische Band an diesem Tag. Die Band der Gründungsmitglieder Dan Wright und George Harris präsentiert hier neben den Songs ihrer selbstbetitelten Debut EP auch weitere Stücke, so dass man auch hier bald mit einem kompletten Album rechnen könnte. Und mit George Harris steht der nächste Maiden-Sohn auf der Bühne. The Raven Age können nicht nur mit ihren Songs, die schon etwas härter als bei The Wild Lies sind, sondern auch mit ihrer Bühnenpräsenz überzeugen. Allen voran Sänger Michael Burrough, der dem Publikum ordentlich einheizt.


TremontiTremonti, Rock im Revier

Tremonti haben es als dritte Band im Bunde nicht schwer den aufgebauten Stimmungslevel in der Halle zu halten. Sie haben auch keine Probleme damit, diesen noch weiter nach oben zu treiben. Die mittlerweile sehr gut gefüllte Westfalenhalle freut sich auf Mark Tremonti. Die knappe Stunde, die ihm und seinen Mitstreitern gewährt wird, ist schon fast zu kurz. Tremonti aber geben in dieser Zeit alles, hart und laut – Metal vom Feinsten eben. Das Publikum im weiten Rund der Westfalenhalle hat Spaß an der Musik und feiert jeden Song gewaltig mit. Mark Tremonti und seine Mitstreiter verlassen dann nach rund 50 Minuten die Bühne. Es hätten ruhig auch mehr sein können, wenn man nach den anwesenden Besuchern gehen würde.


GHOST

GHOST, Rock im Revier

Als nächste Band stehen die schwedischen Satanisten-Rocker von GHOST auf dem Spielplan. Es erwartet uns eine knappe Stunde sakraler Heavy Metal mit satanistischen Texten. Das GHOST beim Publikum sehr gut ankommen, hört man schon als der erste Einspieler vom Band aus den Boxen tönt. Nach dem Intro wird mit Spirit der Gig eröffnet. Das Sextett um Sänger Papa Emeritus III beherrscht die Bühne in ihren klassischen, schwarzen Anzügen. Papa Emeritus III ist am Anfang noch in Robe und Bischofsmütze gekleidet, derer er sich aber während des Auftritts entledigt. GHOST spielen einen durchorganisierten wenn nicht sogar choreografierten Auftritt, der von der stimmigen Beleuchtung unterstützt wird. Auch wenn man mit der stark sakral und satanistisch angehauchten Musik der Schweden nichts anfangen kann, ist alleine das Anschauen des Auftritts ein Erlebnis.


Sabaton reißen die Halle ein

Sabaton, Rock im Revier

Mit Sabaton steht die zweite schwedische Band auf der Bühne, auch ihnen wird eine Stunde eingeräumt, um uns ihren Heavy-Metal um die Ohren zu prügeln. Das Sabaton eine starke Fanbase in der Westfalenhalle hat, wird einem spätestens jetzt bewusst. Man hätte aber auch vorher schon drauf kommen können, da eine große Anzahl Fans mit Sabaton-Shirts und/oder Camouflage-Outfit vor und in der Halle zu sehen sind.

Das Intro weckt alte Erinnerungen, dürfen wir doch Europe’s Klassiker The Final Countdown mitsingen.

Mit Ghost Division eröffnet Sabaton dann den Gig. Die Halle tobt und Sänger Joakim Brodén grinst unter seiner verspiegelten Pilotenbrille von einem Ohr zum anderen. Man merkt den Jungs an, dass sie viel Spaß haben in einer sehr, sehr gut gefüllten Westfalenhalle zu spielen. Und dass auch das Publikum Spaß hat, wird dann nach dem zweiten Song Gott mit uns (in der Noch ein Bier Version) offensichtlich. Es wird ständig „Noch ein Bier“ gefordert. Joakim Brodén stellt amüsiert fest, dass das Publikum zwischen den Songs in der Regel SA-BA-TON ruft, aber nicht in Deutschland, da heißt es NOCH-EIN-BIER. Bei Carolus Rex wird die Halle durch die Pyro zum ersten Mal so richtig aufgeheizt. Energiegeladen geht es weiter, und die folgenden Songs werden vom Publikum mitgesungen, als ob es das letzte Mal wäre. Was für eine Stimmung!

Noch ein Bier!

Zum Thema „Noch ein Bier“ erzählt Sänger Joakim, dass gerade das Ruhrgebiet einen super Support liefert. Vor zehn Jahren war die Band zum ersten Mal im Pott und spielte vor 300 Leuten in Duisburg im Parkhaus! Zwischendurch wird es ein einziges Mal etwas ruhiger als Gitarrist Chris Rörland alleine auf der Bühne steht und gemeinsam mit dem Publikum den Scorpions Klassiker Wind Of Change anpfeift und ansingt.

Sabaton macht Kinder froh

Auch beim nahtlos anknüpfenden To Hell And Back wird mit gepfiffen und eine Gänsehaut erfasst den Körper. Das war es mit dem regulären Auftritt. Doch es folgt natürlich noch ein Zugabenteil, der von Night Witches eröffnet und von Primo Victoria noch getoppt wird. Bevor es weitergehen kann, entdeckt Jaokim einen kleinen Jungen in der ersten Reihe und holt ihn auf die Bühne. Der Kleine ist stolz wie Oskar, obwohl er Gabriel heißt und 11 Jahre alt ist. Das richtige Shirt hat er schon mal an (Iron Maiden) und Jaokim findet es so klasse, dass er dem Jungen seine Sonnenbrille schenkt, dazu kommt noch ein Drumstick und ein Plektrum. Wie sagt Joakim: „This is what Heavy Metal is about!“ und Recht hat er. Mit Metal Crüe folgt der letzte Song des Abends. Es hätten ruhig mehr sein können, denn die Stimmung und die Leistung der Band waren schon Oberklasse.

Tracklist

  • Intro: The Final Countdown
  • Ghost Division
  • Gott mit uns (Noch ein Bier)
  • Carolus Rex (English)
  • Swedish Pagans
  • Resist And Bite
  • Art Of War
  • To Hell And Back
  • Night Witches
  • Primo Victoria
  • Metal Crüe

Scream for me Dortmund – Iron Maiden

Nach einer einstündigen Umbaupause erwartet uns zum krönenden Abschluss des englisch-schwedischen Abends – mit US-amerikanischem Zwischenspiel – der Headliner des zweiten Rock im Revier Tages. Iron Maiden starten heute, wie unser Kollege Uwe schon berichtete (klick), ihre Europatour. Leider können wir euch keine Bilder von Iron Maiden bei uns präsentieren.

Die nun absolut volle Westfalenhalle kocht schon, bevor die ersten Töne zu hören sind. Mit Doctor Doctor von UFO als Intro wird die Menge vorbereitet. Die eigentliche Show beginnt mit If Eternity Should Fail und Iron Maiden starten eine wahnsinnige Bühnenshow, die uns gut 1 ¾ Stunden unterhalten wird. Mit Speed Of Light folgt sogleich der zweite Song vom Album The Book Of Souls; und dieses Album wird auch der Schwerpunkt der Show sein.

No old songs, but legacy songs

Bruce Dickinson erklärt uns nun, dass heute keine „old songs“ gespielt werden. Das Wort „old“ greift nämlich Menschen wie ihn, die schon „fucking old“ sind, an. Deshalb hat man sich geeinigt die Songs nicht „old“ sondern „legacy“ zu nennen. Dass Iron Maiden sich den ganzen Abend nicht allzu ernst nehmen werden, können wir dann im Laufe der Show noch feststellen. Hier fällt mir auf das Bruce immer noch einen Hoodie trägt. Wie hält er das bloß aus? Das Publikum schwitzt in der aufgeheizten Halle und er rennt wie wild im Pulli über die riesige Bühne.

Nach dieser kurzen Erklärung folgt mit Children Of The Damned direkt der erste legacy-Song des Abends. Die Fans singen den schon lange nicht mehr live gespielten Titel dankbar mit und die Stimmung ist schon fast nicht mehr zu toppen. Tears Of A Clown wird Robin Williams gewidmet und nach dem vierten Song vom aktuellen Album The Red And The Black folgt The Trooper. Spätestens jetzt sind alle Dämme gebrochen. Bei Powerslave, welches auch lange nicht live präsentiert wurde, hat Bruce Dickinson die sonst dabei getragene Federmaske gegen eine Lucha Libre Maske getauscht.

Eddie ist auch mit dabei

Death Or Glory hat schon jetzt das Zeug zu einem Live-Klassiker. Nicht nur das der Song live einfach super rüberkommt und die „legacy-men on stage“ einfach Spaß haben, rennt Bruce die ganze Zeit mit einem Stoffaffen um den Hals hängend über die Bühne. Dies hat einen Bezug zu der Textzeile „Climb like a monkey out of hell where I belong“. Bruce macht am Ende des Songs Kletterbewegungen mit seinen Armen vor und animiert das Publikum, dasselbe zu tun. So singen und klettern der Sänger und das Publikum um die Wette.

Das folgende The Book Of Souls ist das schon sechste aktuelle und das zweite über 10 Minuten dauernde Stück. Wie schon bei The Red And The Black toben sich Janick Gers, Adrian Smith, Dave Murray und Steve Harris bei den langen Soloparts richtig auf der Bühne aus. Es hat den Anschein, dass selbst Nicko McBrain sich sein Drumset am liebsten um den Bauch schnallen und damit über die Bühne rennen würde. (Man kann ihn sehr gut über die Videoleinwände beobachten.)

Auch Eddie ist hier zum ersten Mal zu sehen. Er erscheint im The Book Of Souls Look auf der Bühne und bedroht die Band und uns mit einem Beil. Dass auch Eddie sich heute nicht so ernst nimmt, erkennen wir daran, dass er sich genüsslich am Hintern kratzt und andere nicht jugendfreie Handbewegungen vollführt. Aber Bruce, bekleidet mit einem Gummikittel und Gummihandschuhen, setzt dem Ganzen ein Ende und reißt ihm – analog des CD-Inlays – das Herz aus der Brust.

Klassiker oder doch legacy-Songs?

Zu Hallowed Be Thy Name und Fear Of The Dark braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Beides sind absolute Maiden-Klassiker, oder sagt man ab heute legacy-Songs? Auf jeden Fall kann jeder Fan diese mitsingen, gröhlen oder schreien. Apropos schreien, die Antwort auf: „Scream for me Dortmund!“ ist heute Abend das absolute Minimum an Pflichtprogramm für die Fans in der Halle.

Bei Iron Maiden hat Eddie in Gestalt eines riesigen Kopfes im Hintergrund seinen zweiten Auftritt. Danach ist erst mal Ende und es werden artig Schweißbänder, Plektren, Drumfell und –Sticks ins Publikum verteilt.

Weiter geht es mit der Zugabe, die mit „Woe to you, oh earth and sea“ beginnt. Jeder weiß, jetzt kommt: The Number Of The Beast. Auch hier muss man nicht viel schreiben, außer dass Iron Maiden auch diesen Song immer noch so spielen können, als ob er neu wäre. Einfach gut, wie die Band das immer wieder hinkriegt. Mit Blood Brothers hat die Band einen Song vom Brave New World Album ins Programm aufgenommen, der auch schon längere Zeit nicht mehr live gespielt wurde. Den krönenden Abschluss eines denkwürdigen Abends in der Westfalenhalle Dortmund bildet Wasted Years. Mit Always Look On The Bright Side Of Life verlassen wir die Halle und haben in Anspielung auf den letzten Song keine Stunden beim zweiten Rock Im Revier Tag verschwendet!

Solo-Tour in Planung?

Kurz vor Ende der Show macht uns Bruce eine Ankündigung: „Rheinland, we will be back soon!“ Das lässt doch schon mal auf eine Solo-Tour nach den Festivals hoffen.

Tracklist

  • Intro: Doctor Doctor
  • If Eternity Should
  • Fail Speed of Light
  • Children of the Damned
  • Tears of a Clown
  • The Red and the Black
  • The Trooper
  • Powerslave
  • Death or Glory
  • The Book of Souls
  • Hallowed Be Thy Name
  • Fear of the Dark
  • Iron Maiden
  • The Number of the Beast
  • Blood Brothers
  • Wasted Years

Fazit zu Tag 2 des Rock im Revier Festivals

Es war ein rundum gelungener Tag beim Rock im Revier in einer ausverkauften Westfalenhalle. Auch der Preis für ein Tagesticket (80€) war für so ein Line-Up absolut angemessen. Von Hard-Rock über Heavy-Metal und NWOBHM hin zu Pyros und viel Spaß sowie „Noch ein Bier“ wurde einem alles geboten. Das angebotene Trooper Bier fand reißenden Absatz und die Kronkorken wurden als Souvenir mitgenommen, da natürlich keine Flaschen ausgegeben wurden. Aber warum muss man zwei verschiedene Rock im Revier Festival T-Shirts verkaufen? Eine Version ohne Iron Maiden auf dem Line-Up und dann eine spezielle Iron Maiden Version mit goldenem Druck auf dem schwarzen T-Shirt. OK, das sieht stylisch aus, aber ob das ein Metaller-Herz höher schlagen lässt?

Was bleibt von den Bands hängen? Am meisten überrascht hat mich The Raven Age, die mit einer druckvollen Show überzeugen konnten. Der Auftritt von GHOST war ein optischer Leckerbissen und Sabaton hat die Halle abgerissen. Getoppt wurde alles von Iron Maiden, die einen furiosen Start ihrer Europatour hingelegt haben. Und mal unter uns, der weitaus größte Teil war nur wegen Iron Maiden vor Ort.

Unterm Strich kann ich nur sagen: So gerne wieder!

Weitere Fotos und ein Bericht zum Tag 3 des Rock im Revier werden in Kürze folgen!

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Bildquellen

  • The_Raven_Age_-_Rock_im_Revier_2016_11: (c) meal-heads.de, Frosch
  • GHOST_-_Rock_im_Revier_2016_4: (c) meal-heads.de, Frosch
  • Sabaton_-_Rock_im_Revier_2016_15: (c) meal-heads.de, Frosch
  • Sabaton_-_Rock_im_Revier_2016_20: (c) meal-heads.de, Frosch
  • Sabaton_-_Rock_im_Revier_2016_43: (c) meal-heads.de, Frosch
  • IRON MAIDEN MONTERREY 1/3/16: CMM Marketing
Frosch

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Hör den Summs jetzt schon seit über 30 Jahren. Alles fing damals mit Maiden und Saxon an. Dann kam die legendäre Heavy Metal Night bei Rockpop in Concert, und der Drops war gelutscht.

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