TUBEFEST mit CROWNFALL, SHUULAK und DYSTOPERA

Crownfall Tubefest 26.4.19

Am 26. April 2019 war das The Tube in Düsseldorf Veranstaltungsort für ein in unterschiedlicher Weise ‚grenzübergreifendes‘ Metalfest: DYSTOPERA aus Düsseldorf teilten sich die Bühne  mit SHUULAK aus den Niederlanden und CROWNFALL aus Köln.

Die Location inmitten der Düsseldorfer Altstadt füllt sich schnell. Schließlich reicht CROWNFALLS Fanbase über Köln hinaus, sind DYSTOPERA hier in Düsseldorf ansässig und die Niederländer von SHUULAK haben eventuell diejenigen neugierig gemacht, die sich – wie ich – die Videos der Band angesehen haben.

CROWNFALL machen als Gastgeber den Anfang

Mit einem pulsierenden Intro beginnt der erste Düsseldorf-Gig von CROWNFALL. Harte Riffs unterstützt von Bass- und Drumgewitter schaffen eine Dynamik, mit der sie das Publikum direkt im Griff haben. Ergänzt wird das Ganze durch eine wunderbar rauchige Stimme. Ein toller Einstieg!

Angesichts der Leute, die – wie Sänger Thomas Spindeldreher sagt – sich eher vom Geschehen am Bildschirm beeinflussen lassen und ständig mit dem Smartphone umherlaufen, statt auf ihre Umgebung zu achten, ist  Braindead Nation so etwas wie eine Mahnung. Aber nicht nur das. Der Rhythmus und die thrashigen Elemente führen dazu, dass sich das Publikum schnell eingegroovt hat.

Härter und schneller wird es mit A Game Called War. Da donnern Drums und Bass mächtig los, wechselnde Tempi der Gitarren und schließlich mehrstimmiger Gesang machen deutlich, dass das Quartett mit Thomas Spindeldreher (Vocals, Gitarre), Michael Krol (Gitarre) Sebastian Heuckmann (Bass) und Torsten Bugiel (Schlagzeug) ein breites Repertoire an Möglichkeiten zur Verfügung hat.

Nicht nur in den Songs, sondern auch auf der Bühne geht es bewegt zu und CROWNFALL machen eine gute Show. Bei seinen Solo-Parts nutzt Michael die erweiterte Bühne und ist dem Publikum noch näher, Sebastian ist immer in Bewegung und Thomas kümmert sich nicht nur für Interaktion mit den Zuhörern sondern auch mit allen anderen Bandmitgliedern. Die Jungs zeigen, dass sie an diesem Abend viel Spaß haben. Torsten sorgt insbesondere bei Not For The Weak für Akzente und treibt diesen im Midtempo gehaltenen Song ordentlich an.

Treibende Drums, colle Riffs und Basslinien, eine variable Stimme, die sich sowohl den eingängigen Refrains wie die harten Passagen anpasst. Und dies auf einer groovenden und thrashigen Basis. All das ist dafür verantwortlich, dass CROWNFALL ein toller Opener für diesen  Abend waren.

SHUULAK – entfachen ein Unholy Fire

Auf SHUULAK war ich richtig gespannt. Vor der Show habe ich mich ein wenig mit Sänger Bastiën Baron unterhalten. Mit seinen schwarz geschminkten Augen und den roten okkulten Zeichen auf Armen und Kopf sieht er schon ein wenig unheimlich aus. Aber er ist ein supernetter Typ und erzählt mir, dass sie heute Abend zum ersten Mal in Deutschland spielen und wie sehr sie sich auf das deutsche Publikum freuen.

Und los geht’s! Von Anfang an spielen SHUULAK mit hohem Tempo und viel Energie, die sich auch in der Bühnenperformance widerspiegelt. So sind vor allen Dingen Bastiën und Gitarristin Eve, die immer wieder intensiven (Blick-)Kontakt zum Publikum sucht, viel in Bewegung. Songs wie The Meek oder Altar of Gods sind geprägt von druckvoller Gitarrenarbeit, schnellem Riffing und starkem Drumming. Dazu kommt eine prächtig wandelbare Stimme, bei der auch im durchgängigen Klargesang eine Rohheit durchklingt.

SHUULAK mit Eve Laetitia und Ricardo Kroon (Gitarre), Riccardo Terlien (Bass), Angelo Tower (Schlagzeug) und Bastiën Baron (Gesang) präsentieren thrashige und progressive Elemente auf Heavy-Metal-Basis mit einer wahnsinnigen Dynamik. Sie können aber auch verhaltener und nachdenklicher. So wirkt Hunter’s Moon in der ganzen Dynamik noch nachdrücklicher. Ein toller Song!

Unterstrichen werden die Songs, in denen es um die Begierde des Menschen nach Größe geht, die unweigerlich im Chaos endet, durch die Performance von Bastiën. Diabolisch fast, wie er mit den Augen rollt, was durch die schwarze Ummalung derselben noch eindrucksvoller wirkt. Dann verlässt er die Bühne und malt einigen Zuhörern ein Zeichen wie ein drittes Auge auf die Stirn.

Der SHUULAK-Hit des Abends ist Unholy Fire: dynamisch mit eingängigen Leads und ordentlich Feuer. Derart entbrannt singen einige im Publikum mit, während die anderen sich von den Rhythmen bewegen lassen.

Eine ‚neue‘ Band mit tollen Songs, die viel Spaß machen.

DYSTOPERA – rocken die Nacht

Und zum Abschluss der ‚Lokalmatador‘ DYSTOPERA. Mit Rebels zeigen sie gleich, wo’s lang geht: melodiöser, ordentlich groovender Alternative-Rock. Lisa (Gesang), Leon (Gitarre) Jari (Bass) und Fabian (Drums) haben zu später Stunde die Bühne erklommen, um dem Publikum noch mal so richtig Feuer unterm Hintern zu machen.

Und das gelingt selbst bei einem Song mit dem Titel Sleepwalker. Trotz des ruhigeren Tempos, zieht Lisa das Publikum mit ihrer kraftvollen Stimme Marke Rockröhre in den Bann, bis Drums und Saitenfraktion Dynamik und Drive erhöhen.

So sind es auch No Surprising News (ein grandioser Song übrigens), dass DYSTOPERA mit Drums und Bass einen fettes Fundament schaffen, auf dem Gitarre und Vocals sich austoben – und das Publikum dazu anheizen.

Ein dichter Sound und eine tolle Stimme lassen einfühlsame Rocksongs erklingen. Die Rhythmen lassen allerdings niemanden ruhig dastehen. So muss Musik am Freitagabend klingen!

Das Tubefest war ein Fest

Groovender Neo-Thrash, moderner Heavy Metal und alternativer Rock an einem Abend. Das war eine gelungene Kombination: abwechslungsreich, intensiv und einfach gut!

 

 

 

 

 

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Bildquellen

  • Crownfall 26.4.19 1: Birgit@metal-heads.de
  • Shuulak 26.4.19 1: Birgit@metal-heads.de
  • Dystopera 2 26.4.19: Birgit@metal-heads.de
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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2 Antworten

  1. Avatar Angy sagt:

    Toller Review und den Abend perfekt eingefangen! Klasse, dass ihr darüber berichtet habt… Vielleicht sieht so ja doch ‚mal der ein oder andere, was er in der Undergroundszene für mega Bands verpasst. 😉

    • Birgit Birgit sagt:

      Hi Angy, es freut mich, wenn ich den Abend so beschrieben habe, wie du ihn erlebt hast! Und dass es sich lohnt, sich anzuhören und anzuschauen, was im ‚Underground‘ so alles los ist, sehe ich genauso wie du. Viel Spaß weiterhin bei den Konzerten!

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