Avatarium und der Spagat mit „The Fire I Long For“

Avatarium 2019 720x340 by Phil JamiesonAvatarium 2019 720x340 by Phil Jamieson

Nachdem mich Avatarium 2017 mit ihrem dritten Album „Hurricanes And Halos“ richtig überrascht hatten (warum ich es immer noch zeitlos gut finde, könnt ihr gerne noch einmal hier im Review nachlesen), war ich auf den Nachfolger „The Fire I Long For“ richtig gespannt. Herausgekommen ist das gute Stück schon am 22. November 2019 bei Nuclear Blast und wieder haben es Avatarium mir nicht leicht gemacht. Vorab noch ein großes Lob an Marcus Jidell, der das Album wieder produziert hat. Ein tollen, warmen und organischen Sound hat er hier wieder hingezaubert. Kein Wunder, dass er mit Candlemass für einen Grammy nominiert wurde. Aber zurück zu „The Fire I Long For“ und dem ersten Video „Rubicon“:

 

Avatarium lassen die Voices erschallen

Der Opener „Voices“ geht wieder deutlich mehr in Richtung der beiden Anfangswerke. Der Doom fließt hier aus allen Ecken und Enden, während die Psychedeliceinflüsse nur dezent durchschimmern. Das obige „Rubicon“ wird von der Stimme von Jennie-Ann getragen und klingt wieder mehr nach der Richtung von „Hurricanes And Halos“. Als drittes bringen Avatarium mit „Lay Me Down“ eine Ballade. Melodie, Text und Gefühl, hier stimmt einfach alles. Davon gibt es auch eine ganz tolle akustische Variante, die ihr unten im Video sehen könnt. Im krassen Gegensatz dazu stehen die tonnenschweren Riffs in „Porcelain Skull“. Ebenso überraschend ist für mich die rockige Ausrichtung bei „Shake That Demon“. Im Vergleich zum sonstigen Schaffen von Avatarium kann ich den Song irgendwie nicht so recht einordnen. Er wirkt im Vergleich zum sonstigen Werk so gewöhnlich, ob das gut oder schlecht ist wird sich zeigen.

 

Avatarium – zwischen Doom und Rock

„Great Beyond“ ist dann wieder eine Nummer wie ich sie erwartet habe, Düster-rockig, wenig Doom, aber voller Schwermut und wunderbar vom Gesang getragen. Ein guter Song ohne wirklich zu glänzen. Der Titeltrack vereint alles was Avatarium ausmacht. Toller Gesang, doomige Elemente, traurige Gitarren und einfach Atmosphäre. „Epitaph Of Heroes“ ist wieder klassischer Doom wie er von Candlemass nicht besser hätte sein können, aber eben ergänzt und erweitert mit dem Gesang von Jennie-Ann, den ich einfach mag. Und den sie im abschließenden „Stars They Move“ noch einmal eindrucksvoll zur Show stellt. Klavier und Gesang, manchmal braucht es nicht mehr um einen zu berühren.

 

Avatarium – ein gelungener Spagat

Ich habe lange mit dem Review gewartet und mir das Album wieder und wieder angehört. Es ist keine Fortführung von „Hurricanes And Halos“, aber auch keine komplette Rückkehr zu den doomigen Wurzeln. Und auch nach ein paar Wochen des Immer-Wieder-Hörens kann ich „The Fire I Long For“ noch nicht so recht einordnen. Avatarium glänzen wieder mit dem wunderbaren Gesang von Jennie-Ann Smith, dem gefühlvollen Gitarrenspiel von Marcus Jidell und haben einen gelungenen Spagat hingelegt. Die Platte vereint die Wurzeln der beiden ersten Werke mit dem dritten Album. Mit „Shake That Demon“ ist sogar noch ein Song dabei, der auf keinen der Vorgänger gepasst hätte. Wie und wo sich „The Fire I Long For“ später im Gesamtwerk von Avatarium einordnen wird, vermag ich jetzt noch nicht zu sagen. Aber eigentlich ist auch genau das die Stärke. Avatarium machen und schreiben Musik, die wächst und sich entwickelt und der man sich hingeben muss. Musik, die man in Ruhe genießen kann und muss. Genau dafür stehen Avatarium und genau deswegen sollte man und ihr und eigentlich jeder das Album kaufen. „The Fire I Long For“ ist das Album für eine Auszeit vom Alltag und zur Entschleunigung.

Avatarium – Line-Up und Kontakt

Jennie-Ann Smith – Gesang
Marcus Jidell – Gitarre
Andreas Johansson – Schlagzeug
Mats Rydström – Bass
Rickard Nielsson – Orgel

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Bildquellen

  • Avatarium 2019 720×340 by Phil Jamieson: Phil Jamieson / Nuclear Blast
soundchaser

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds "Port Royal" und "Abigail" von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen...

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