„Dangerous Discipline“ von ADRIAN WEISS

Adrian Weiss - Dangerous Discipline

Adrian Weiss: „Dangerous Discipline “ (Veröffentlichung am 1. Oktober 2022)

„Dangerous Discipline“ ist das vierte Solo-Album von Adrian Weiss, der seine Gitarre sonst bei GLORYFUL ins Spiel bringt.

Von THOUGHT SPHERE, FORCES AT WORK über GLORYFUL und die ADRIAN WEISS BAND bis hin zu seinem aktuellen Death-Metal-Projekt SubOrbital ist Adrian Weiss musikalisch breit aufgestellt.

So verwundert es nicht, dass das neue Album „Dangerous Discipline“ auf rockender Basis auch Ausflüge in Metal, Jazz und Fusion macht.

Mittelpunkt der Stücke ist jedoch jeweils die Melodie, auf die Adrian Weiss ausgehend von Riffs und Leads immer wieder zurückkommt. Die Kombination von kraftvollen Riffs, Melodien und Harmonien lässt instrumentale Songs entstehen, die zusammen ein ausgewogenes Album zwischen ‚hard and heavy‘ und einprägsamen Melodien ergeben.

Die Bandbreite der Möglichkeiten hat Adrian Weiss auf diesem Album noch erheblich erweitert, indem er zwei Gitarristinnen und acht Gitarristen gewinnen konnte, die abwechslungsreiche Soli beitragen.  

Dangerous Discipline: „Be dangerous – but disciplined”

Adrian Weiss - Dangerous Discipline - Cover

Der Opener „Dangerous Discipline“ ist gut gewählt, weil er wie eine Vorschau bereits die Elemente beinhaltet, die auch in den weiteren Stücken verwendet werden: Riffs bereiten temporeiche Passagen vor, aus denen eine Melodie entsteht. Die rockigen Riffs wechseln sich ab mit entspannteren Parts, die in metallische Klänge und Rhythmen übergehen.

Dieses Stück hatte Adrian bereits für das Vorgängeralbum „Criminal Records“ vorgesehen. Damals war er aber noch nicht zufrieden damit. Gut, dass er den Song nicht in der Versenkung verschwinden ließ.

Kein Pakt mit dem Teufel sondern mit Dee Dammers

„Hand Me My Brass“ ist ein rockiger Song, dessen Riffs von Dee Dammers‘ Song „Deal With The Devil“ (vom Album „Bubbly Joyride To Utopia“) inspiriert sind. Adrian ist keinen Pakt mit dem Teufel, sondern mit Dee Dammers eingegangen, der ein feines Solo beiträgt.

„Night Flight To The Sun” gefällt mir durch die Art, wie sich aus den Riffs und Leads die Melodie entwickelt. Die grundlegenden Anteile stammen von Marcel Willnat, der auf dem Album den Bass spielt. Auf dessen Riffs hat Adrian den Song aufgebaut, zu dem die Tschechin Alexandra Zerner sowie Benjamin Schippritt Soli beitragen.

„Straight By The Crook“ ist ein rundherum tolles Stück, bei dem Stillhalten schwer fällt: temporeich und dabei dicht arrangiert, mit interessanten Rhythmen, eingängigen Melodien und fetten Riffs. Drumming und Bass liefern ein gutes Fundament dafür.

„Withdrawn Into The Dimness“ ist ein langsames, sanftes Stück, das zum Träumen einlädt. Da Adrian es zum Andenken an seinen Vater geschrieben hat, bekommt diese träumerische Sanftheit zugleich etwas Liebevolles.  

Aus der nachdenklichen, ruhigen Stimmung geht es mit dem nächsten Stück energetisch und dynamisch in die andere Richtung. „Face Melting Phenomenon“ ist ein kraftvolles, dynamisches Stück, mit tollen Riffs und einer spannenden Melodie. Außerdem werden die Elemente, an denen man Adrian Weiss‘ Gitarrenspiel erkennen kann, deutlich: schnelles, virtuoses Spiel und sein weicher Wah-Sound. Diesem groovenden Stück fügt der Kanadier Nick Johnston ein virtuoses Solo hinzu.

Soli statt Podcast

Die Riffs für „Anger Management“ hatte Adrian Weiss urprünglich für FORCES AT WORK geschrieben. Fabian Ratsak und Justin Hombach, die sich sonst in ihrem Podcast „Let’s talk Guitar“ mit anderen Musikern über Belastung im Musikbuisness oder die Kunst der Improvisation unterhalten, lassen hier die Gitarren sprechen.

Und während Fabian Ratsak sein Solo eher ruhig entwickelt, wird Justin Hombach seinem Ruf als Shredder durchaus gerecht.

adrian weiss 3

„Sunny Beach Party“ übermittelt mit einer rockigen Grundstruktur und einer eingängigen Melodie die Leichtigkeit eines Spätsommerabends. Dazu spielerische Leads, die die Solopassagen von Patrick Sperling und Martin Miller miteinander verbinden.

Aus einem eher verträumten Beginn mit klarem Gitarrenspiel entwickelt sich „The Grand Illusion“ zu einer Power-Ballade, der man so nicht anhört, dass sie mit der Beschreibung beängstigender Filmsequenzen zu tun hat.

Mit „More Is More“ findet das Album seinen Abschluss. Durch die Kombination der zugrundeliegenden Riffs und Akkordfolgen, aus denen Adrian, Thorsten Praest und Yasi Hofer feine Soli herausspielen, hier noch einmal ein härterer Song, der das Album auf dem Energielevel enden lässt, auf dem es begonnen hat.

Fazit: Leckerer Kuchen mit vielen Sahnehäubchen…

„Dangerous Discipline“ ist einerseits melodiöser andererseits aber auch härter als die Vorgängeralben. Dazu tragen die entsprechenden Riffs und Rhythmen bei, die wiederum durch Marcel Willnat am Bass und Sabir Salkic an den Drums unterstützt und facettenreich ergänzt werden.

adrian weiss 2022

Adrian Weiss hat seinen Sound weiterentwickelt. Die Art, wie er die Melodien anlegt und wie sie sich aus den Riffs entwickeln, ist noch deutlicher geworden. Es gibt natürlich auch temporeiche Shreddpassagen, die aber eher Ausschmückung als Selbstzweck sind. Oder wie Adrian es im Interview ausdrückte: sie sind die Sahne auf dem Kuchen.

Es ist ein Instrumentalalbum, bei dem die Gitarre nicht den Gesang ‚ersetzen‘ soll, sondern mit der Melodie spielt.
Wer aber doch noch Text braucht, kann das Booklet nutzen, das ebenso Interessantes über das Album bzw. die einzelnen Stücke enthält, wie das Interview, in dem Adrian Fragen über das Album und die Entwicklung dorthin beantwortet.

…und g(r)ooßartigen Illustrationen

Ein weiterer Grund, sich das Album als CD zuzulegen ist das großartige Cover. Da kommen die kreativen Ideen von Björn Gooßes von KILLUSTRATIONS mit dem Spaß, den Adrian anscheinend an witzigen Bildern hat zusammen. Herausgekommen sind Bilder mit rotem Fleece-Morgenmantel und goldenen Hanteln mit Vinyl als Scheiben – einfach g(r)ooßartig!

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Bildquellen

  • Adrian Weiss – Dangerous Discipline – Cover: Adrian Weiss
  • adrian weiss 3: Adrian Weiss
  • adrian weiss 2022: Adrian Weiss
  • Adrian Weiss – Dangerous Discipline: Adrian Weiss

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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