MERKÚR – Melancholia – VÖ am 22.10.2022

MERKÚR aus Island haben Wort gehalten und am 22. Oktober ihr Debütalbum „Melancholia“ veröffentlicht.

Zwei Teaser gab es bereits im April bzw. Mai mit jeweils einem Track und einem dazu gehörigen Video. Dazu weiter unten mehr. Und wenn uns schon die „Remnants“-EP im vergangenen Jahr komplett durchgegangen ist: an „Melancholia“ kommt Metal-Heads.de ganz sicher nicht vorbei.

Das neue „Black Album“…?

MERKÚR schicken für ihren Erstling neun Tracks über eine Distanz von 38 Minuten. „Umbra Borealis“ ist dabei das Intro, dass man sich als akustische Version des Covers vorstellt. Düster, melancholisch (ach nee...), winterlich anmutend. Bedeutet nicht umsonst „Nördliche Sonnenfinsternis“.

Ex Tenebris ad Lucem

Aus der Finsternis zerrt „Blind“ den Hörer mit einer Industrial-Sequenz ins helle Hier und Jetzt. Wobei – so ganz stimmt das nicht. Der schon im April vorgestellte Song ist die Antwort auf die Frage, wie SEPULTURA geklungen hätten, wenn sie sich mit der songwriterischen Finesse des „Arise“-Albums beim nächsten Output auf „Beneath the Remains“ zurück besonnen hätten.

Man muss sich vergegenwärtigen: Die vier Jungs von MERKÚR sind derzeit im Alter, in dem METALLICA mit „Kill Em All“ auf Tour gingen. Wie schon mit der Apocalypse Rising“ EP in 2018 zeigt das Quartett, dass Talent keine Frage des Alters ist.

MERKÚR – getrennt marschieren, vereint schlagen!

Besagtes Talent bzw. Eigenständigkeit demonstrieren MERKÚR im direkten Anschluss mit „Black Mornings“ und „The Great Expanse“. Anders als bislang ist Gitarrist Arnar Júlíusson nicht der alleinige Sänger. Den Job teilt er sich mit seinem Bandkumpel Trausti Mar Sigurðarson, dem zweiten Gitarristen. Beide Songs bedienen zeitgemäßen Thrash Metal mit einem ausgewogenen Anteil von Industrial-Elementen.

MERKÚR: Stille Wasser… moshen hart!

Den drei Vierminutennochwas-Songs folgt mit „Memoir“ ein weiteres kurzes Instrumentalstück, das nahtlos in „Lost“ übergeht. Das Tandem beginnt als teilweise akustische Halbballade. Dann schlägt die Stimmung, die wiederum zum Albumtitel passt, um in eine wütende Tirade. Mikael Magnússons Drum Rolls und Birgir Þór Bjarnasons Bass hängen den Vocals wie Furien im Nacken.

MERKÚR platzieren eine Zecke in der Hirnrinde

„Parasites“ schafft anschließend das Kunststück, als lupenreiner Axe Attack den Spannungsbogen über fast sechseinhalb Minuten aufrecht zu erhalten. Und wieder stellt man erfreut fest, dass bei MERKÚR die alten Thrash Heroen hoch im Kurs stehen: SEPULTURAS „(War for) Territory“ mit GRIP INC.-Einschlag lassen diabolisch grüßen.

Kurzes Strohfeuer

Mit „Let the Fires Burn“ bleiben MERKÚR unverdrossen auf dem Gaspedal. Dem Song fehlt allerdings für meinen Geschmack etwas die Wucht. Wie wenn es einem Boxer plötzlich an letzter Konsequenz zum Punch mangelt. So ist der Track „nur“ gut.

Ein Highlight zum Schluss

„Fall Down“ ist schon seit Mai im Umlauf und ist ein würdiger Abschluss von „Melancholia“. Es gibt hymnische, mit Chor unterlegte Abschnitte, die der Aggressivität und dem Drive in keiner Weise in die Quere kommen. Im Gegenteil: hier ist sogar die Nase zur Faust geballt und zum Himmel gereckt. Ein sechs Minuten langes Energiegewitter. Und ein sagenhaftes Video:

Fazit

Das Warten auf dieses Album hat sich definitiv gelohnt. Die vor vier Jahren geweckten Erwartungen haben MERKÚR erfüllt. Mit „Parasites“ und „Fall Down“ für mich sogar übertroffen. Die Jungs werkeln gerade daran, „Melancholia“ auch in physischer Form heraus zu bringen. Auf Facebook kann man sich auf dem Laufenden halten.

Diskographie (alles bislang nur digital):

2018 – Apocalypse Rising (nur über die Band)

2019 – To the Last Man (ua. bei YouTube) – Einzeltrack

2020 – Apocalypse Rising Redux (ua. bei YouTube Music)

2021 – Remnants EP (soweit wir wissen nur bei YouTube Music)

2022 – Melancholia (ua. bei YouTube Music)

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Bildquellen

HELLION

2022 läuft bislang konzerttechnisch ok. Als nächstes Geoff Tate in Köln mit DEMONHEAD aus Australien als Support. Doom meets Thrash. Ziemlich heißer Scheiß.

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