Rage blicken auf den „Resurrection Day“

Rage 2021

Am 17. September 2021 haben Rage bei ihrer neuen/alten Plattenfirma SPV / Steamhammer ihr neuestes Werk „Resurrection Day“ veröffentlicht. Ich bin Rage Fan seitdem ich das erste Mal „Invisible Horizons“ gehört habe. Ich sage mal lieber nicht, wie lange das schon her ist… Aber egal, das Line-Up mit Marcos hatte mir richtig gut gefallen. Auch live war das richtig gut, wie zuletzt im Februar 2020. Marcos war sogar Manni Schmidt approved (Bericht hier). Deswegen war ich erst auch skeptisch wie sich das neue Line-Up mit Stefan und Jean schlagen würde. Sehr gut, wie sie letzten Oktober in der Kreuzeskirche in Essen bewiesen haben. Gerne hier noch einmal zum Nachlesen. Jetzt war ich erst recht gespannt auf „Resurrection Day“. Die Scheibe lief bei mir die letzten Wochen rauf und runter und ist jetzt metal-heads.de – approved. Warum? Das verrate ich euch gerne nach dem Video zu „Virginity“.

Rage mit einem neuen Markenzeichen?

Nach dem klassischen Intro „Memento Vitae (Overture)“ – alle Lingua Mortis Orchestra Arrangements sind wieder von Pepe Herrero und gewohnt gut, startet das Album gleich krachend mit dem Titeltrack. Ein Rage Track wie er im Buche steht und einem treibenden Schlagzeug von Lucky. Den Refrain kann man schnell mitsingen, klasse Song! Die erste Single „Virginity“ beginnt mit einem herzhaften Uah von Peavy und hier zeigt sich die Power der neuen Besetzung. Thrashig rifft es sich durch diese Granate. Ich bin begeistert! „A New Land“ beschreibt den Entdeckungsdrang der Menschheit. Grundsätzlich ja nichts Schlechtes, aber die kolonialen Auswüchse… Auf jeden Fall weniger Thrash und mehr Power Metal, aber die Gitarren sind ein echtes Brett. „Arrogance And Ignorance“ ist ein stampfender, mal wütend-growlender, mal melodischer Apell wider nationalistischen Auswüchsen. Und das herzhafter „Uah“ scheint sich zu einem neuen Markenzeichen zu entwickeln. Toll wie sich die verschiedenen Parts hier die Hand geben und zu einem grandiosen Ganzen vereinigen. „Man In Chains“ beschäftigt sich sehr abwechslungsreich mit der mittelalterlichen Kirche. Erst ein akustischer Gitarren-Einstieg um dann rasant das Tempo anzuziehen. Der Refrain bleibt sofort hängen und das Drumming von Lucky gefällt mir mal wieder richtig gut.

Rage wildern in der Renaissance

„Age Of Reason“ wagt einen optimistischen Ausblick auf ein Zeitalter der Wissenschaft und Vernunft. Das unterschreibe ich voll und ganz und zitiere gerne die Zeile „Natural Science Is The Key“. Gerade heute wo so viele querdenken ist das wichtiger denn je. Und musikalisch ist die Nummer über jeden Zweifel erhaben. Klasse Refrains und Gitarrensoli die nicht so selbstverliebt wirken wie in der Smolski Zeit. Wie songdienlich Stefan und Jean agieren zeigt sich exemplarisch im Riff Monster „Monetary Gods“. Aber schaut einfach selbst oben im Video. „Mind Control“ geht in eine ähnliche Richtung, ist aber ehrlicherweise der erste Song der mich nicht direkt packt. Machen Rage jetzt auch Mittelalter war mein erster Gedanke als „Traveling Through Time“ begann. Okay, ganz falsch lag ich nicht. Ein Thema des Renaissance Komponisten Giorgio Mainerio stand hier Pate. Ein ungewöhnlicher Rage Song, der mich aber direkt in seinen Bann gezogen hat. Mit „Black Room“ folgt dann eine Ballade, aber keine süße, sondern eine düstere. Passt im Albumkontext gut und gewinnt mit jedem Hören. Wachstum um jeden Preis ist unser Ziel und dann kommt der „Extinction Overkill“. Und obwohl es der längste Song auf der Platte ist, geht der straight durch und ist ein richtiger Kracher zum Abschluss. Erinnert mich an die „Trapped“ oder „The Missing Link“ Zeit, geil.

Resurrection Day ist ein Kracher

Über die musikalische Qualität von Rage muss man nach fast vierzig Jahren Bandgeschichte nun nicht mehr streiten. Aber „Resurrection Day“ gehört für mich mit zu dem besten was Rage hervorgebracht haben. Und da bin ich durchaus kritisch. Schließlich bin ich Fan und das seit über dreißig Jahren. Rage scheinen in einen Jungbrunnen gefallen zu sein und ich will gar nicht nach den Ursachen forschen, sondern mich einfach am Ergebnis erfreuen. Auf „Resurrection Day“ vereinen Rage alle Trademarks, inklusive Lingua Mortis Orchestra Arrangements und schaffen es sogar mit einem Song wie „Traveling Through Time“ neue Nuancen unterzubringen. Ich bin mehr als begeistert und die Platte wird in meiner persönlichen Rage-Diskographie definitiv einen der vorderen Plätze einnehmen und ist ebenso sicher unter den Top-Platten 2021. Keine Kaufempfehlung, sondern eine Kaufpflicht!

Rage – Line-Up und Kontakt

Peavy Wagner – Bass und Gesang
Vassilios „Lucky“ Maniatopolous – Schlagzeug
Stefan Weber – Gitarre
Jean Borman – Gitarre

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Bildquellen

  • Rage 2021 720×340 by Julez Braun: Julez Braun / Oktober Promotion

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds "Port Royal" und "Abigail" von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen...

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