Steve Hackett – Selling England By The Pound & Spectral Mornings: Live At Hammersmith

Steve Hackett 12.04.17 Bochum Ruhrcongress
Steve Hackett

Steve Hackett veröffentlicht wieder ein Livealbum. Der Mann ist rastlos. Diesmal geht es um seine Lieblingsscheibe von Genesis und seine liebste Soloveröffentlichung. „Selling England by the Pound“ und „Spectral Mornings“.

Alben

Der letzte Auftritt der Tour 2019 wurde im Londoner Hammersmith Odeon mitgeschnitten. Der Meister und seine hervorragende Band präsentieren den Zuschauern etwas ganz Besonderes. „Selling England by the Pound“ von Genesis wird zum ersten Mal komplett aufgeführt. Des Weiteren werden bis auf zwei Songs alle Stücke von „Spectral Mornings“ gespielt und drei Stücke von Hacketts letztem Werk „At the Edge of Light“. Als Zugabe dann noch „Dance on a Volcano“ und „Los Endos“ von Genesis.

Songs

Los geht’s mit einem sphärischen Intro gefolgt von „Every Day“. Genesis hatte auch einen großen Einfluss auf Steve Hacketts Solowerke. Wer sich nicht so viel mit den Soloalben beschäftigt hat, könnte auch meinen, Songs der alten Genesis zu hören. Das mag mitunter nicht immer nur an der Komposition liegen, sondern viel mehr auch an den benutzten Instrumenten. Hacketts Gitarrensound ist einfach unverwechselbar und der Einsatz und Sound der Keyboards trägt auch viel dazu bei.

„Clocks – The Angel of Mons“ ist ein Wahnsinnssong von „Spectral Mornings“ und beinhaltet ein Drumsolo von Craig Blundell. Die Songs von „At the Edge of Light“ fügen sich nahtlos in die alten Songs ein. Alles wirkt, wie aus einem Guss.

Genesis

Nach dem ersten Teil des Auftritts, der sich auf das Solowerk Hacketts beschränkt, folgt nun der Teil des Abends, auf den ich und wahrscheinlich viele andere Fans gewartet haben. „Selling England by the Pound“ von Genesis.

Can you tell me where my Country lies… Der Beginn von „Dancing with Moonlit Knight“ lässt den geneigten Fan sofort in Erinnerungen schwelgen. Absolut großartig. Die Stimme von Sänger Nad Sylvan gleicht der von Peter Gabriel fast wie ein Ei dem anderem. Gänsehautstimmung.
„I know what I like“, auch ein Klassiker vom Album „Selling England“, bekommt in der Mitte des Songs eine jazzige Saxophoneinlage spendiert. Auch rhythmisch bekommt man hier einige schräge Beats zu hören. Eine kurze Flöteneinlage lockert das Ganze dann auch noch auf, bevor Hackett eine klasse Soloeinlage liefert, die so auch im Original nicht vorhanden ist. Schon toll, wie die Band den Song aufgepeppt hat.
„Firth of Fifth“ darf natürlich nicht fehlen. Auch mit erstklassigem Solo von Steve Hackett. Sein Gitarrensound und Spiel sind einfach einzigartig. Hackett erkennt man unter tausenden anderer Gitarristen.

Ein ganz besonderes Schmankerl ist „Déja Vu“, der im Anschluss an die „Seeling England“ gespielt wird. Hierbei handelt es sich um einen Song, den Peter Gabriel seinerzeit für das Album geschrieben hat, der aber unvollendet blieb. Hackett hat diesen Song nun fertig geschrieben. Stark, wie Nad Sylvan singt. So hätte das Stück also damals mit Gabriel klingen können.

Als Zugabe wird nochmal ein wenig aufgedreht. „Dance on a Volcano“ vom Genesisalbum „A Trick of the Tail“, bei dem Gabriel bereits von Phil Collins am Mikro ersetzt wurde. Zu guter Letzt noch „Los Endos“, welcher auch bei keinem Genesiskonzert als Abschluss fehlen durfte. Was für ein Konzert!

Fazit

Wer glaubt, hier werden nur alte Songs nochmal lieblos runtergeschrubbt, wie es leider heute oft der Fall ist, irrt sich. Man kann förmlich den Spaß hören, den die Band hier hatte. Man bleibt weitestgehend am Original, wobei hier und da doch kleine Unterschiede zu hören sind, in denen die Musiker den Parts doch ihren eigenen Stempel aufdrücken. Hier mal ein neues Lick, da mal eine Note etwas länger gespielt. Nad Sylvan ist gesanglich über jeden Zweifel erhaben, klingt er doch sehr nach Gabriel, ohne jedoch zu wirken, als wolle er ihn kopieren.

Die Produktion des Albums ist auch allererste Sahne. Die alten Songs kommen perfekt gemixt, sehr frisch und modern aus den Boxen, ohne jedoch den Charme zu verlieren, den die Originale haben. Besser kann man das eigentlich nicht machen.

Wer jetzt noch fragt, ob er die nächste Liveveröffentlichung von Steve Hackett braucht, dem kann ich die Entscheidung leicht machen. Einfache Antwort: Ja.

Steve Hackett - Live at Hammersmith

Gitarre, Gesang – Steve Hackett
Keyboards – Roger King
Gesang, Tambourine – Nad Sylvan
Schlagzeug, Percussion, Gesang – Craig Blundell
Saxophone, Percussion, Flöte, Gesang, Keyboards, Bass Pedal – Rob Townsend
Bass, Zwölfsaitige Gitarre, Gesang – Jonas Reingold

Special Guests:
Flöte – John Hackett
Gesang – Amanda Lehmann

Tracklist:
CD1:
Intro (Live at Hammersmith, 2019)
Every Day (Live at Hammersmith, 2019)
Under The Eye Of The Sun (Live at Hammersmith, 2019)
Fallen Walls And Pedestals (Live at Hammersmith, 2019)
Beasts In Our Time (Live at Hammersmith, 2019)
The Virgin And The Gypsy (Live at Hammersmith, 2019)
Tigermoth (Live at Hammersmith, 2019)
Spectral Mornings (Live at Hammersmith, 2019)
The Red Flower Of Tai Chi Blooms Everywhere (Live at Hammersmith, 2019)
Clocks – The Angel Of Mons (Live at Hammersmith, 2019)
Dancing With The Moonlit Knight (Live at Hammersmith, 2019)
I Know What I Like (Live at Hammersmith, 2019)

CD 2:
Firth Of Fifth (Live at Hammersmith, 2019)
More Fool Me (Live at Hammersmith, 2019)
The Battle Of Epping Forest (Live at Hammersmith, 2019)
After The Ordeal (Live at Hammersmith, 2019)
The Cinema Show (Live at Hammersmith, 2019)
Aisle Of Plenty (Live at Hammersmith, 2019)
Déja Vu (Live at Hammersmith, 2019)
Dance On A Volcano (Live at Hammersmith, 2019)
Los Endos (Live at Hammersmith, 2019)

Review Konzert im Ruhrcongress Bochum

http://www.hackettsongs.com/

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Bildquellen

  • Steve Hackett – Live at Hammersmith: Amazon
  • Steve Hackett 12.04.17 Bochum Ruhrcongress: (c) Karsten Frölich/Chipsy/www.metal-heads.de
Chipsy

Chipsy

Mag am liebsten Prog, 80's Metal, Thrash und instrumentelle Gitarrenmusik. Gitarrenverrückter Gear Sammler.

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