BLIND EGO & SUBSIGNAL – Live in Oberhausen

BLIND EGO & SUBSIGNAL – Live in Oberhausen

19.01.2017 – Zentrum Altenberg, Oberhausen

Wenn es um hochwertigen Prog Rock und verwandte Musikstile geht, dann ist das Ruhrgebiet und hier insbesondere das Zentrum Altenberg in Oberhausen die richtige Anlaufstelle. In der alten Industrieanlage neben dem Industriemuseum und in der Nähe des Bahnhofs kann man in einer der beiden Hallen in schöner Regelmäßigkeit Bands wie SYLVAN, ENCHANT etc. live on stage erleben.

Blind Ego 19.01.17 Zentrum Altenberg Oberhausen

Und so führt auch die Redaktion von metal-heads.de der Weg immer wieder in dieses Venue. Am heutigen Abend des 19.01.2017 sollten BLIND EGO an den Start gehen. Zuvor waren die Labelkollegen von SUBSIGNAL als Wegbereiter angedacht.

Was bekommt man heute noch für 20 Euro?

Die Kosten gehen in die Höhe und die Gehälter kommen nicht in gleichem Maße hinterher. Was bekommt man denn heute noch in Sachen „Vergnügen“ für 20 Euro? Einen Film in einem Multiplexkino und ein Getränk mit einem Snack vielleicht. 90 Minuten und fertig. Oder eben einen schönen Konzertabend von mehreren Stunden. Mit live performter Musik in engem Kontakt zum Publikum in einer Location in angenehmer Größe (leider erfahren solche Konzerte ja oft einen geringen Zuspruch) und in einer eher intimen Atmosphäre.

Ich wähle da eindeutig die letztere Variante…also das Konzert. Solche Eindrücke und Erfahrungen bleiben teilweise noch viele Jahre hängen und man zehrt von den Erinnerungen.

BLIND EGO & SUBSIGNAL – Live in Oberhausen

Subsignal 19.01.17 Zentrum Altenberg Oberhausen

Die Releases der beiden Bands haben wir euch – passend zum VÖ-Datum – bereits vorgestellt (BLIND EGO im Oktober – hier die Review – und bei SUBSIGNAL muss man schon den Kalender auf 2015 zurückdrehen…was das Album – die Review ist hier nachzulesen – ja nicht schlechter macht!)

Starker Co-Headliner – SUBSIGNAL

Nicht selten ist ja die Vorband auf einem Konzert eher störendes Beiwerk und die Leute im Publikum warten sehnlichst auf den Hauptact und haben keine Lust, sich gedanklich oder sonst wie mit dem Vorprogramm auseinanderzusetzen. Wenn man sich aber vorher damit befasst und die Qualität zu erkennen weiß, dann ist die Supportband durchaus eine wertige Ergänzung und rundet das Konzerterlebnis ab. Und SUBSIGNAL sind – zunächst einmal auf dem Papier – eine starke Nummer. Bleibt nur noch die Aufgabe, das Publikum zu überzeugen. Auf dieser Tour sind sie sogar mehr als ein Support…der Co-Headliner! Was sich auch in einer amtlichen Spieldauer wiederspiegelt!

SUBSIGNAL hatten ihr Album mit dem etwas unhandlichen Titel „The beacons of somewhere sometime“ im Gepäck, als die Tour im Ruhrpott halt macht. Wie das so ist mit den Jahren…Besetzungswechsel lassen sich oft nicht ganz vermeiden. Aber die Band scheint eingespielt und gefestigt. Jedenfalls spielte man ein ordentliches Set. Pünktlich um 20:00 Uhr ging´s los und man bekam in der mit etwa 120 Leuten gut gefüllten kleinen Halle der Location fette 75 Minuten Spielzeit zugeteilt. Diese füllte man u.a. mit dem Song „Ashes of summer“ vom aktuellen Release.

Auch mal ruhiger angehen

Mit Stücken wie „The sea“ vom Debütalbum ließ man es auch zwischenzeitlich mal etwas ruhiger angehen. Weitere Tracks, die man uns zu Gehör brachte, waren „My sanctuary“ und „A myth written on water“. Der niederländische Frontmann Arno Menses zeichnete sich dabei durch immer wieder sehr humorvolle Ansagen in englischer Sprache aus. Drummer Dirk Brand spielte auf einem durchsichtigen Drumkit und lieferte nach etwa 50 Minuten ein Drumsolo ab, bei dem er teils Drumsticks mit einer rot leuchtenden Spitze benutzte. Cooler Effekt. Besonders hervorheben möchte ich bei der Performance von SUBSIGNAL die großartigen Backing Vocals, die den Gesang des Frontmanns prima unterstützten.

Subsignal 19.01.17 Zentrum Altenberg Oberhausen

So viel Energie…

Dann – nach der üblichen Umbaupause – ging es weiter mit Kalle Wallner und seiner Truppe. BLIND EGO ist das Side-Projekt des RPWL-Gitarristen, wobei man nach 3 Alben schon von eher von einer richtig ernsthaften Angelegenheit sprechen kann. Bei der Vielzahl der an der CD beteiligten Musiker war es interessant zu sehen, wer das Line up für den Live-Zirkus stellen würde.

Julian Kellner an der Gitarre lieferte sich nach etwa einer Stunde Auftrittsdauer ein sehenswertes Gitarrenduell mit Bandleader Kalle Wallner. Respekt! Drummer Micheal Christoph (den Nachnamen Schwager hatte er nach der Hochzeit neulich abgelegt) überzeugte durch präzises Drumming. Nach dem Song „What if“, endete das Set mit der Zugabe „Tears and laughter“. Eines der Highlights des Auftritts von BLIND EGO war die Version des Tracks „Blackened“, für den man Arno Menses zum Duett auf die Bühne holte. Die musikalische Darbietung der Songs wurde durch Projektionen am Bühnenhintergrund optisch untermalt.

Blind Ego 19.01.17 Zentrum Altenberg Oberhausen

Selten habe ich einen Live-Auftritt mit so einer Energiedichte erlebt. Die Freude der Musiker auf der Bühne sprang auch als entsprechende Stimmung auf das Publikum über. Bei beiden Bands herrschte eine positive Atmosphäre. Sehr gelungen!

Sehr positives Fazit!

Fazit: Der Opener SUBSIGNAL spielte ein Set von überraschender Länge und stellte einen starken Live-Act dar. Klasse!! Und ein tollter Einstieg in einen hochwertigen Konzertabend.

BLIND EGO, die ja schon das dritte Release veröffentlicht haben, konnten live in dieser Besetzung – mit dem US-Import Scott Balaban – absolut überzeugen. Ganz große Sache!

Alles in allem also ein hochwertiger Konzertabend für kleines Geld. Immer wieder gerne…wir wären dabei!! Und für unseren Fotografen Chipsy war es ein entspannterer Job als so manches andere Mal in vollen Hallen ohne Graben mit ordentlich Druck von hinten. Da fällt es ungleich schwerer, ein ruhiges Händchen zu bewahren…

Hier seht ihr die Fotostrecke zu SUBSIGNAL:

 

Und hier die Bilder zu Headliner BLIND EGO:

 

 

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Bildquellen

  • Subsignal 19.01.17 Zentrum Altenberg Oberhausen: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • Blind Ego 19.01.17 Zentrum Altenberg Oberhausen: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
Doc Rock

Doc Rock

Meine erste Metal-Platte liegt lange zurück: LIVE AFTER DEATH von IRON MAIDEN war´s. Ansonsten fühle ich mich in der Progressive Metal-Ecke wohl!

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