COHEED AND CAMBRIA – von Frisuren, sympathischen Isländern und 30 verlorenen Minuten

26.01.16 Coheed and Cambria

COHEED AND CAMBRIA – Support: AGENT FRESCO, LANTLÔS

Köln LIVE MUSIC HALL

26.01.2016

Irgendwie zieht es das Team von metal-heads.de in diesen Tagen regelmäßig immer wieder nach Köln und da vor allem in die LIVE MUSIC HALL. Nach LIFE OF AGONY, THREE DAYS GRACE und Co. ist es jetzt die Formation COHEED AND CAMBRIA, die unser Interesse geweckt hat und uns motiviert, die Reise nach Köln auf uns zu nehmen, um euch die Performance der Band um Frontmann Claudio Sanchez näher zu bringen.

Immer wieder Köln – heute COHEED AND CAMBRIA

Aber wie es sich für ein ordentliches Konzert gehört…los geht es erst einmal mit der Supportband. Oder sogar mit zweien. Den Auftakt machten LANTLÔS aus Rheda-Wiedenbrück. Immer schade für den Opener, wenn man schon vor dem angekündigten Konzertbeginn auf die Bühne muss. So enterte der deutsche Fünfer schon um 19:45 Uhr die Bühne der LIVE MUSIC HALL – im Zuschauerraum verloren sich etwa 400 Menschen. Interessant finde ich, wenn eine Band bereits 10 Jahre existiert und man bis dato noch gar nichts von ihr gehört hat. Dies trifft auch auf LANTLÔS zu.

26.01.16 Lantlos

Bands mit 3 Gitarristen sind ja recht rar gesät in der Szene, wobei in diesem Fall eine davon vom Sänger bedient wird. Spannend, dass eine Formation dieser Stilrichtung ohne Keyboarder antritt. Auf ihrer Facebook-Seite bezeichnet man die eigene Schublade als Alternative Metal/Post-Rock/Post-Black Metal. Nun ja.

Das hätte nicht sein müssen – LANTLÔS

Wie fassen wir es am besten zusammen!? Instrumentenlastig, sphärisch, speziell. Auf jeden Fall nicht so in Richtung Mainstream. Man spielte u.a. Songs wie „Melting Sun IV: Jade fields“ vom 2014er Release „Melting sun“.

Ein Kommentar aus dem Publikum zwischenzeitlich „Bei anderen Bands ist das ein Intro, hier ein Song“. Ein weiterer: „LONG DISTANCE CALLING machen solche Musik, aber in gut“. Kritische Töne. Aber es war wirklich schwere Kost. Zähe, lange Soundgebilde teils ohne erkennbares Zusammenspiel der Band…jeder für sich nebeneinander. Sorry, aber das waren 30 Minuten, die wir uns gerne erspart hätten.

Starke Vorgruppe – AGENT FRESCO

26.01.16 Agent Freso

Die zweite Vorgruppe des Abends hieß AGENT FRESCO. Die Combo kommt aus dem hohen Norden Europas…aus Island. Erster Eindruck bei der Vorbereitung auf diesen Abend. Hat die Vorgruppe oft genug stilistisch nicht viel mit dem Headliner des Abends zu tun, so ist es heute anders. Als hätte man beide Bands geschickt aufeinander abgestimmt, schlagen AGENT FRESCO mit ihrer Musik in eine ähnliche Kerbe wie die New Yorker.

Die Frage ist natürlich immer, wie das Kölner Publikum die Vorband aufnehmen wird. Die Halle an diesem Abend „unter der Woche“ war offensichtlich gut gestimmt. Um 20:30 Uhr betraten die Herren aus Reykjavík die Bühne, um das leider nur halbstündige Set abzuliefern. Der Drummer fiel sofort ins Auge, da er mit seiner Frisur dem COHEED AND CAMBRIA-Frontmann etwas Konkurrenz machte. Nach einem eher bedächtigen Beginn rockten AGENT FRESCO dann aber amtlich das Haus.

Vom Sänger zum Merchandise-Verkäufer

Unter anderem performte man den Song „Angst“ vom aktuellen Release „Destrier“. Hierbei stieß der Sänger teils „crazy screams“ aus. Das passte aber absolut und so war es eine coole Sache. Ein weiterer Tracks war „Dark order“. Die Formation aus Skandinavien überzeugte durch Power, Melodie und Spielfreude. Das Ganze bei einem guten Sound und einer eher spärlichen Light-Show. Vielseitiger Gesang und ein sympathisches Auftreten von Frontmann Arnór Dan Arnarson (der nach der Show noch selber Merchandise verkaufte und sich mit Fans fotografieren ließ) waren ein Trademark von AGENT FRESCO.

Dann sollte es gegen 21:30 Uhr Zeit sein für den Auftritt von COHEED AND CAMBRIA. Man legte mit zwei Songs vom aktuellen Album „The color before the sun“ – nämlich „Island“ und „Eraser“ – einen starken Auftakt hin und begeisterte so von Anfang an die ziemlich gut gefüllte LIVE MUSIC HALL.

Die Haare schön, die Stimme unverkennbar und eine coole Truppe dabei

26.01.16 Coheed and Cambria

Die Formation um den Frontmann mit der unfassbaren Wuschelmähne und der markanten Stimme macht sich leider recht rar, was das Touren in Europa angeht und so waren viele Fans gekommen, um „ihre Band“ zu feiern. Das sollte auch gelingen…denn man spielte ein Set mit 15 Tracks von den verschiedenen Releases der vergangenen Jahrzehnte, wobei der Schwerpunkt auf dem letzten Album und auf dem 2004er Output „In keeping secrets of silent earth: 3“ lag. Der Sound war weiter großartig, was die musikalische Performance gut zur Geltung brachte. Die Halle in Köln war mittlerweile mit geschätzten 800 Personen ganz gut gefüllt.

Das Publikum geht jetzt auch mehr ab…ist halt der Headliner…man kennt die Songs. Routiniert und eingespielt. Dazu echt Power. Das kommt gut. Das Licht wurde standesgemäß auch besser…ein Privileg des Hauptacts. COHEED AND CAMBRIA hängten sich mächtig rein. Das anfangs hellgraue Shirt des Drummers, färbte sich im Laufe des Gigs bald in ein schweißgetränktes dunkelgrau.

COHEED AND CAMBRIA – zu selten in der Gegend unterwegs…

Frontmann Claudio Sanchez, der während des Abends immer mal wieder seine Mähne mit einem Gummi bändigte, um sich selbst mehr Durchblick zu verschaffen, sowie seine musikalischen Mitstreiter an den Instrumenten lieferten eine überzeugende Vorstellung ab und ich glaube, die Anwesenden konnten zufrieden nach hause fahren.

Mit „Welcome home“ endete die Performance der agilen Truppe und machte Lust auf mehr. Da bleibt zu hoffen, dass wir nicht allzu viele Jahre warten müssen, bis zum nächsten Gastspiel in unseren Breiten…die Fanbase ist bereit. Das hat der Auftritt und die Resonanz in der LIVE MUSIC HALL heute mehr als deutlich gezeigt! Und wenn man weiter so starke Alben abliefert wie das letzte, dann sollte man auch zukünftig noch mehr Leute erreichen…

 

 

Bildquelle: alle Fotos von COHEED AND CAMBRIA: (c) metal-heads.de / Chipsy

Bildquelle: alle Fotos von AGENT FRESCO: (c) metal-heads.de / Chipsy

Bildquelle: alle Fotos von LANTLÔS: (c) metal-heads.de / Chipsy

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Doc Rock

Doc Rock

Meine erste Metal-Platte liegt lange zurück: LIVE AFTER DEATH von IRON MAIDEN war´s. Ansonsten fühle ich mich in der Progressive Metal-Ecke wohl!

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