Fans sehen rot – DELAIN in der Live Music Hall in Köln (11.10.2018)

Moonbathers Cover

Dass die Farbe Rot das neue Schwarz im Symphonic Metal Bereich werden wird, bewiesen am Donnerstag, den 11. Oktober 2018, sechs bestens gelaunte Musikerinnen und Musiker aus den Niederlanden: DELAIN nämlich. Frontfrau Charlotte Wessels und ihre Mitstreiter stellten an diesem Abend im Rahmen ihrer exklusiven Club-Tour, die lediglich zwei Konzerte umfasst, dem frenetisch feiernden Publikum in Köln erstmalig neue Songs vor. Wie nervös DELAIN dabei waren und was es mit der Signalfarbe Rot genau auf sich hat, das erfahrt ihr hier bei uns.

Ein paar Worte zur Vorband

Visionatica aus Nürnberg durften an diesem Abend den Anheizer spielen. Symphonic Metal hatte das erst im September 2013 gegründete Quartett im Programm und wurde vom fairen Publikum auch artig abgefeiert. An der Soundqualität und vor allem an der Bühnenpräsenz von Sängerin Amara Avodem, Gitarrist Manuel Buhl, Dummer Gerhard Spanner und Bassmann Georg Büchs kann aber gerne noch ein wenig gefeilt werden. Irgendwie war das Package nicht ganz stimmig. Basser Georg machte fast sämtliche Ansagen und auch den Animateur anstelle der Sängerin. Amara dagegen hob zwischenzeitlich nahezu zaghaft mal die Faust. Da wusste das Publikum nicht so genau, ob dies nun zum Mitmachen animieren soll oder nicht. Dazu ständig der angedeutete orientalische Bauchtanz auf der Bühne, der aber nicht einmal zur Musik passte. Visionatica stellten ein paar neue Songs sowie Material ihrer Debüt-CD „Force Of Luna“ vor. Ganz nett anzuhören und anzuschauen aber  -wie zuvor beschrieben – noch mit Luft nach oben. Mehr Infos zu Visionatica gibt es hier im Netz. Und da Geschmack bekanntlich subjektiv ist, könnt ihr hier auch gerne selbst über diesen Amazon-Link in die Songs des bisher einzigen Albums reinhören. Unser Anspieltipp: „She Wolf:“

Der Hauptact

Auch der letzte Zuschauer, der den lauen Sommerabend im Herbst während der Vorband-Klänge im Innenhof noch zu einem angeregten Gespräch genutzt hatte, betrat dann aber gegen 21.10 Uhr flugs die Halle. Zu Intro-Klängen aus der Konserve erschien der neue Drummer Joey als erster auf der Bühne. Adrett gekleidet ganz in schwarz mit einer auffälligen roten Krawatte. Da sah der Delainer direkt: heute ist was im Busch. Und so war es. Mastermind Martijn im komplett roten Anzug, Bassist Otto mit feuerrotem Shirt unter der offenen Jacke, Sologitarrist Timo mit extravaganten rotem Schuhwerk.  Das scheinbar neue corporate design vervollständigten Rhythmus-Gitarristin Merel ebenfalls in roter Jacke sowie Sängerin Charlotte komplett in rot. Hohe rote Stiefel zu roten Shorts, darüber ein wehend rotes, längliches Kleid. Respekt. Bei der Hitze in der Live Music Hall dies alles unter den heißen Scheinwerfer-Spots so übereinander zu tragen. Ob die „Lady in Red“ von Chris de Burgh jemals so ins Schwitzen kam wie Charlotte im Verlauf der Show? Wir wissen es nicht. Was wir von metal-heads.de wissen ist, dass nach diesem optischen „Aha-“ Erlebnis ein akustisches folgte.

Der Auftritt, der Merch

Auffällig hierbei: die neuen Songs boten allesamt äußerst komplexe Musik-Strukturen und Gesang auf höchstem Niveau („Masters Of Destiny“ ). Ungewohnt war es, eine sichtlich nervöse Charlotte Wessels mit Verhasplern in der anschließenden Ansage zu erleben. So richtig rein in ihre Show kamen daher die Delainer auch erst mit dem poppig anmutenden „Suckerpunch“ vom aktuellen Album „Moonbathers.“ Ab da fluppte alles. Sechs selbstbewusste Niederländer in bester Spiellaune. Trotz der Reisestrapazen (am Wochenende zuvor wurde noch Südamerika gerockt). Wer jedoch an diesem Donnerstagabend in Köln bereits über den Kauf einer möglichen neuen EP oder gar auf ein neues Full Length CD spekuliert hatte, wurde am Merch Stand leider nicht fündig. Dafür gab es diverse Variationen an T-Shirts, sämtliche bisherige CDs sowie ein paar ausgefallenere DELAIN-Fanartikel wie Kaffeetassen, Wintermützen und signierte Bassdrum Logo Felle.

Mit jedem Song wurde es besser

Zurück zum Gig. Der wurde mit jedem Song besser. Das Publikum feierte, Charlotte überraschte ihren Deutsch-Lehrer das ein ums andere Mal mit schönen Ansagen in deutscher Sprache. Konfettiregen, wilde Gitarren- und Schlagzeug-Soli, es war alles dabei. So auch ein Gastauftritte des Shouters George Oosthoeck, der bei den beiden Songs „Hands Of Gold“ und „Pristine“ wie ein Kaninchen auf Speed wild über die Bühne rauschte, tanzte und growlte. Herrlich gute Laune machte sich breit in Köln. Anmutig und still wurde es zwischenzeitlich bei der wundervollen Ballade „Scarlet,“ die vom weiteren Gast Elianne mit dem E-Cello begleitet wurde und so noch getragener daher kam als auf CD. Der Sound war durchweg  1A. Ein Lob an die Technik. Die Zuschauer: 1A. Die Band: 1A. Charlotte: einfach zum Pferdestehlen authentisch, entzückt über die durchweg positiven Reaktionen des Publikums an diesem Abend, humorvoll wie immer, voll unter Strom und mit einer Ausstrahlung, die ihres Gleichen sucht.  Am Freitag, 12.10.2018, wird die identische Setlist dem heimischen Fans im bereits seit Wochen ausverkauften Club Partronaat in Haarlem/NL vorgespielt. Dann sind die Ansagen sicherlich auf Niederländisch ebenso kernig wie in Köln. Apropos Setlist. Die folgt jetzt.

Die Setlist von DELAIN

Natürlich können wir von metal-heads.de euch auch sämtliche Songtitel des Abends liefern, die da lauteten:

1. Go Away

2. Masters Of Destiny

3. The Glory And The Scum

4. Suckerpunch

5. The Hurricane

6. Sacrlet

7. Danse Macabre

8. Fire With Fire

9. Hands Of Gold

10. Pendulum

Vor dem Solo ist nach dem Solo

11. Drum- und Gitarrensolo

12. Sleepwalkers Dream

13. The Gathering

14. Pristine

15. Mother Machine

16. Hunters Moon

17. Don´t Let Go

18. We Are The Others

Wer von euch die gewohnte Fotostrecke vermisst: Akkreditierungen gab es leider keine. Es sollte ein intimes Clubkonzert sein. Das war es. Ohne Fotograben, ohne Journalisten. Die Halle nur sehr gut gefüllt (aber leider nicht restlos ausverkauft) mit echten Fans. Mehr Infos zu DELAIN gibt es auf deren Webpage!

NEWSLETTER. FREITAGS. KOSTENLOS.

Bildquellen

  • Moonbathers Cover: Napalm Records
Ralfi Ralf

Ralfi Ralf

Als ich mir mit 14 zum ersten Mal das Nasenbein beim Moshen mit dem Tennisschläger im heimischen Kinderzimmer brach, war es um mich geschehen! METAL...

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

achtzehn − eins =