Wacken 2019 – Samstag mit Night in Gales

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Wacken 2019 – Samstag

Der Wacken 2019 – Samstag ging etwas schleppend los. Ich hatte am Freitag doch ordentlich Gerstensaft getankt. Nach einem kleinen Frühstück sah die Welt aber wieder anders aus. Eigentlich hätten am Samstag so einige Bands auf dem Programm gestanden…ich hätte mir z.B. unheimlich gerne Avatar angeschaut. Das habe ich nämlich letztens schon mal gemacht und da kam dieser wunderbare Bericht von Levent bei raus, geschrieben im unnachahmlichen Levent-Style KLICK. Aber zurück zum Wacken Open Air…jedenfalls stand der Samstag ganz im Zeichen von Night in Gales. Da die Band 1998 schon mal auf dem Wacken gespielt hat, fand man sie noch auf einem alten Plakat. Auf dem Bild daneben mal ein Flur im Artist Container, wo die Bands ihre Räume für ein paar Stunden haben.

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Das Vorprogramm

Da der Auftritt aber erst für 21 Uhr angesagt war, gab es noch etwas Zeit für andere Bands. Da ich mächtig Respekt vor dem Abreiseverkehr am Sonntag hatte, stand mein Entschluss fest, bereits am Samstag nach dem NIG Auftritt zu fahren. Daher waren Avatar oder Parkway Drive für mich nicht mehr drin. Und noch viel schlimmer…Bier war auch keins erlaubt. Manchmal muss man halt Opfer bringen. Die Kassierer spielten schon um 11 Uhr, keine Option um diese Zeit. Also stolperten wir irgendwann etwas planlos durchs Infield und blieben bei Battle Beast hängen. Wenn ich die mal, so rein musikalisch und von der Power her, mit Sabaton vergleiche, da sehen Sabaton aber keinen Stich…sorry, liebe Fans. Die Dame am Mikro hatte ihr Publikum so fest im Griff, wie die Musiker ihre Instrumente. Das war noch richtiger Heavy Metal, mit echten Gitarrensoli….da war musikalischer Anspruch hinter und das hat auch Spaß gemacht, auch wenn es nicht so zwingend meine Musik ist.

Prophets of Rage

Danach spielten Of Mice & Men. Konnte man sich anhören, war aber für mich persönlich nicht so überzeugend. Irgendwann standen dann die Prohpets of Rage auf der Bühne. Wir mussten spätestens gegen 18 Uhr zurück im Camp sein, daher konnten wir nur 2 oder 3 Songs hören. Und ich muss echt sagen, die haben mir auch gereicht. Das war mir, nüchtern betrachtet, einfach zu Rap lastig. Glaube, mit ein paar Bier wäre das gegangen, aber so irgendwie nicht. Ja ich weiß, Body Count am Tag davor fand ich doch gut…Aber Ice-T ist halt Ice-T 😉

Einpacken in Wacken

Wir waren pünktlich gegen 18 Uhr zurück im Camp. Dieses mal gab es als Shuttle zur Bühne keine 2 Gators (Danke Axel für den Begriff), sondern einen Kastenwagen. Also beluden die Night in Gales Jungs besagtes Gefährt, während Martin, Micha und ich anfingen, das Camp abzubauen. Getreu dem Motto „Green Wacken“ wurde natürlich sämtlicher Müll im blauen Sack entsorgt und an der Müllsammelstelle abgestellt. Sofas, Kühlschränke und Lattenzaunelemente hatten wir weder mitgebracht, noch da gelassen…von daher haben wir den Platz später mit einem guten Gewissen geräumt. Auch um uns herum sahen die bereits verlassenen Parzellen erfreulich zivilisiert aus. Es dauerte dann doch über eine Stunde, bis wir zu dritt alle Zelte abgebaut und sämtliches Equipment verstaut hatten. Denn nicht nur Tontechniker Rob und ich wollten nach dem Gig die Heimreise antreten, sondern noch 2 weitere Autos aus unserer Gruppe.

Die Essensmarke

Kollege Micha hatte seine Essensmarke noch in petto. Allerdings plagten ihn leichte Maläste mit den Kaldaunen…das kommt davon, wenn man sich 2 Tage vorher plötzlich wieder jung fühlt und Vollgas gibt 😉 Also griff ich die zu vergebene Essensmarke ab und checkte erst mal Backstage die Lage, ob ich noch irgendwo hätte anpacken sollen. Es gab aber nichts weiter für mich zu tun und wir hatten noch ca. 90min Zeit bis zum Auftritt. Die Jungs wollten gerade mit dem Soundcheck starten…und ich wollte in Ruhe die Essensmarke verballern gehen. Plötzlich…“Öh…das Backdrop fehlt. Hä, was? wie jetzt?Ja, das Backdrop fehlt“.

Backdrop from Hell

Plötzlich wurde es hektisch…

Frank: Ja das Backdrop liegt bei mir im Auto
Moldi: Eh…ach Du Kacke.
Frank: Öh…brauchen wir das überhaupt?
Moldi: Ja natürlich brauchen wir das
Birte: Wo ist denn der Autoschlüssel?
Frank: In meiner Tasche im Umkleideraum

Also hetzten Birte und ich von der Bühne ins Artist Village zur Umkleide, den Schlüssel suchen. Als wir den endlich hatten, sah ich nur auf Birtes Schuhwerk mit den Absätzen und mir wurde in dem Moment schlagartig klar…“Moldi, diesen steinigen Weg wirst Du alleine bestreiten müssen“. Ok, in aller Hektik noch versucht, dem Mädel am Empfang die missliche Lage begreiflich zu machen. Band ohne Backdrop…dat is wie Powerwolf ohne Schminke, Bratkartoffeln ohne Speck, Wurst ohne Senf, Bier ohne Schaum, Motörhead ohne Lemmy. Ich versuchte, ihr irgendwie einen Moldi-Privat-Shuttle aus den Rippen zu leiern…“Da müsst ihr eure zuständige Person für die Produktion anrufen“. Eh wat, wen soll ich anrufen? Ok, das lief ins Leere. „Wie komm ich am schnellsten zum Artist Camping?“…auf die Straße und dann links rum, alles klar…dauert zu Fuß nur 5 Minuten. Also ich kann euch sagen, wo ich nach 5 Minuten war…irgendwo auf der Straße und noch lange nicht in Sichtweite des Artist Camping. Und mir ging langsam ganz schön der Stift, denn die Zeit rannte unerbittlich.

Moldi rennt

Nach einer gefühlten Ewigkeit war ich am Eingang zu unserem Camp angekommen…ich muss euch ja nicht sagen, dass unsere Autos am entgegengesetzten Ende standen? Da hin gespurtet, Kofferraum auf, erst mal das Backdrop gesucht. Noch das mächtige Gloryful Teil vor Augen, hatte ich irgendwie nach ner größeren Rolle gesucht und die natürlich nicht gefunden, in der Hektik. Das ist so ein Problem bei mir…meine Frau bringt das immer zur Weißglut. Wenn ich den Kühlschrank aufmache um die Butter raus zu holen und ich erwarte die Butter in nem goldenen Papierchen…dann finde ich die Butter in der blauen Verpackung nicht, auch wenn sie vor meinen Augen liegt. Mein Hirn ist da schlau und blendet die blaue Packung aus…ist ja auch logisch, ich suche ja nach ner goldenen. Mächtig effizient…hat das jetzt irgendjemand verstanden? Äh zurück zu meinem eigentlichen Problem. Irgendwann hatte ich den richtigen zusammengefalteten Lappen entdeckt und wieder ab zur Straße. Inzwischen war ich am Schwitzen, wie ein Tour de France Fahrer bei Kilometer 137. Zum Glück stand der Shuttle Bus an der Straße…das war zwar nicht schneller, als zu Fuß…aber ich war ja schon am ölen. Wer stieg hinter mir ein? Die Jungs von Soul Demise, die ich 2 Tage zuvor kennen gelernt hatte (hab ich euch bisher verschwiegen, aber jetzt wisst ihr es). Die waren gerade mit ihrem Auftritt fertig und lachten sich über meine Backdrop-Aktion kaputt. „Das ist wirklich das Backdrop von Night in Gales, was Du da in der Hand hast? Wann treten die auf? Ach in 50Minuten? Haha“. Allen Widrigkeiten zum Trotz, irgendwann stand ich mit dem Teil wieder am Infield. Nicht mit mir…

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Jetzt aber…die Essensmarke

Puh, das Ding zeitig einer Stagehand in die Flossen gedrückt und mich erst mal von den Anwesenden feiern lassen…“hach Moldi, Du geiler Typ.“ Danke danke danke, aber keine Zeit mehr für weitere Lobpreisungen…denn nun war die Essensmarke fällig. Die hatte ich mir verdient und 30min waren noch Zeit. Ich ging also vom Backstage Bereich der History Stage zum Artist Village…wer kam mir da entgegen? Der Tobbe…und der hatte da so nen Typen im Schlepptau…ich dachte nur, „dat hübsche Gesicht kennst Du doch“. Ja logisch, dass war der Goreminister. Quasi weltberühmt (also mindestens) für seine „Durch die Nacht“ Serie auf Youtube. Wat, kennt ihr nicht? Dann aber flott hier KLICK. Tobbe verabschiedete sich inzwischen Richtung Bühne. Und da ich ja durchaus ein gesprächiger Mensch bin, haben wir dann eben zu sprechen begonnen.

Der Goreminister

Ich dachte noch, hier gäbe es ein Nest. Gestern der Ernie von Krachmucker, heute der Goreminister….übrigens nicht „nur“ Metal-Youtuber sondern seines Zeichens auch „Sänger“ bei Kadaverficker. Sein Markenzeichen ist das „Ping Geräusch“ zu jedem Bier. Leider war ich voll auf Wasser….aber beim nächsten mal, mein Freund, da macht et richtig Ping. Auf jeden Fall quatschten wir über dies und jenes, Laber Rhabarber, ich guckte auf die Uhr…huch, der Gig stand vor der Tür. Jetzt musste ich wählen….Essensmarke oder Night in Gales. Servus, liebe Marke…die kurze Zeit mit dir war sehr schön *schluchz*. Natürlich ging ich mit dem Goreminister zusammen zu Night in Gales.

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Der Night in Gales Gig

Das war mal eine amtliche Bühne, so rein von den Abmessungen her. Christian Müller hatte ein schnurloses Mikro und kaum war der mal nicht angebunden, erstreckte sich sein Bewegungsradius über das komplette Gebälk. Was ich am aller schönsten für die Jungs auf der Stage fand…mittig fand sich eine größere Gruppe Hardcore Fans ein, die komplett durchgefeiert haben. Die kannten jeden Song, der gespielt wurde…vom Demo, vom ersten Album und natürlich auch vom grandiosen letzten Album. Sogar ein ganzer Trupp aus Mexiko war anwesend.

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So gab es einen schönen Mix, aus alten und neuen Liedern zu hören. Das Publikum war glücklich, ich war glücklich, die Band war auch zufrieden, denn bis auf ein paar Kleinigkeiten gab es keine Vorfälle und einen reibungslosen Gig zu sehen. Besonders erwähnen möchte ich noch Gastsänger Pete (ex Eternal Dirge, aktuell Gitarrist bei Black Messiah). Der sang zusammen mit Christian Müller den alten NIG Song „Intruder“. Er fiel nicht nur durch seine gekonnten Headbang Einlagen auf…auch die Growls haben gut gesessen. Schöne Kombo, die beiden zusammen.

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Die Abreise

Danach wurde es etwas hektisch. Schnell mit Bussi auf Bauchi von der Band, der Crew und dem Goreminister verabschiedet, denn ich hatte ja noch über 400km mit dem Wohnmobil vor der Brust. Also den Rob geschnappt und zum Camping gelatscht, den Weg kannte ich ja inzwischen gut. Wir waren nicht die einzigen mit der Idee, um 22.30 Uhr abzuhauen, sind aber sehr entspannt weggekommen. Die Fahrt hat sich natürlich gezogen und ich musste ein paar Pausen einlegen, da ich irgendwann doch ziemlich gerädert war. Ziemlich genau um 4 Uhr morgens waren wir endlich zurück in Duisburg. Ein grandioses Wacken ist zu Ende gegangen, mit einer mega guten Truppe…es war mir eine Ehre, mit euch zu trinken und zu feiern.

Teil 5 wird noch folgen, denn ich möchte ein Fazit zum Thema Wacken ziehen…also stay tuned. Wenn Du weitere News, Reviews und Berichte lesen willst, dann lass uns doch ein Like auf Facebook da…wir würden uns sehr freuen KLICK.

Falls Du die bisherigen Teile unserer kleinen Wacken Serie verpasst hast und nicht suchen willst… Teil 1 KLICK, Teil 2 KLICK und Teil 3 KLICK.

 

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Bildquellen

  • Night in Gales Backdrop – Wacken 2019: © Metal-Heads.de - Moldi
  • Night in Gales – Wacken 2019: Pia Schubert / Jens Basten
  • Night in Gales – Wacken: Pia Schubert / Jens Basten
Moldi

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Angefangen hat der Metal Virus im zarten Alter von 15 mit einer Iron Maiden LP aus dem Gebrauchtplattenladen. Mein Geschmack ist inzwischen sehr breitbandig, gehört wird, was gefällt.

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