Danzig – kehrt zurück mit „Black Laden Crown“

Danzig

Am heutigen 26. Mai 2017 ist es nach sieben Jahren wieder soweit: AFM Records veröffentlichen in Europa mit „Black Laden Cown“ ein neues Studioalbum von Danzig. Nach eigener Aussage hat er es zumindest coproduziert. Wie dem auch sei. Ich kann mich noch an „Danzig III: How The Gods Kill“ erinnern und wie es im Sommer vor 25 Jahren bei uns rauf und runter lief. Ich hatte ehrlich gesagt nicht mehr mit einem neuen Album von Danzig gerechnet, war jetzt aber umso gespannter und wollte der Frage nachgehen: Kann er es noch? Hat er noch die Stimme früherer Tage? Und wie klingen die Songs? Mit dem Video zu „Last Ride“ könnt ihr euch schon mal einen ersten Eindruck verschaffen:

 

Danzig – düster und roh

Der Opener und Titeltrack beginnt sehr getragen und zurückgenommen. Die Gitarre von Tommy Victor sägt sich durch den Song, ansonsten dominiert die Stimme des Meisters himself den Song. Ein Stück düsterer Schwermut, eher was für den Herbst als für den kommenden Sommer. „Eyes Ripping Fire“ beginnt mit kreischender Gitarre, bevor es stampfend im Midtempo-Bereich weitergeht. Gesanglich eher schwer verdaulich, aber leichte Kost war ja noch nie was für Danzig. Zu „Devil On Hwy 9“ findet ihr weiter unten das passende Video. Ein regelrecht rausgerotzter DanzigRefrain und zwischendrin ein sehr sperriger Song, der mit Sicherheit mehrere Anläufe braucht. Ein Plus aber wieder Tommy Victor an der Gitarre. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber bei „Last Ride“ kamen mir sofort Jim Morrison und die Doors in den Sinn. Und das meine ich durchaus als Kompliment. Bisher mein Favorit auf dem Album.

Danzig – Licht und Schatten

Atmosphärischer wird es „The Witching Hour„, kann ich mir sehr gut bei einem Horror-Film vorstellen, bevor es den Helden an den Kragen geht. Gefällt mir sehr gut! „But A Nightmareerinnert mich von der Machart und der Stimmung her an das Frühwerk von Danzig. Da gibt es wahrlich schlechtere Referenzen. Okay, die Stimme ist nicht mehr dieselbe wie vor 25 oder 30 Jahren, aber dazu später mehr. „Skulls & Daisies“ fällt im direkten Vergleich dann etwas ab. Ein durchschnittlicher Song, der bei mir nicht wirklich hängen bleibt. „Blackness Falls“ ist da wieder deutlich besser, mehr Atmosphäre, mehr alles. Den Abschluss der 3/4-Stunde Danzig bildet das düster, deprimierte, melancholische „Pull The Sun“ und Danzig hat immer noch die Stimmfarbe, um so einen Song aus der Masse der Depri-Mucke herauszuheben.

 

Danzig – gealtert wie ein guter Wein

Erst einmal die Nebenkategorien bevor wir zum Meister und seiner Stimme kommen. Der Sound von „Black Laden Crown“ wirkt ein bisschen wie aus der Zeit gefallen. Trocken, basisch und auf das Nötigstes reduziert. Kein Firlefanz, keine Spielereien. In etwa, als ob man im Proberaum professionell aufgenommen hätte. Mir persönlich gefällt das sehr gut. Hervorheben möchte ich noch einmal die Gitarrenarbeit von Tommy Victor. Der Mann hat es einfach drauf: Gefühlvolle Soli, schräge, sägende Leads. Ohne ihn wäre die Platte definitiv ein bis zwei Klassen schlechter.  Ein wenig kritisieren möchte ich das Cover Artwork. Das wirkt auf mich irgendwie billig. Aber natürlich ist man da als Fan vor 25 Jahren mit dem grandiosen Gemälde von H. R. Giger, welches „Danzig III: How The Gods Kill“ auch mächtig verwöhnt worden. Aber zur Eingangsfrage: Ja, Danzig hat immer noch die Stimme. Sie klingt heiserer und hat nicht mehr den Umfang und die Power wie früher. Aber die unnachahmliche Stimmfarbe ist geblieben. Und so erhebt er ein stilistisch im düsteren Blues-Rock verhaftetes Midtempo Album aus der Masse. Von mir für Danzig Fans, die sich nicht daran stören, dass seine Stimme wie ein guter Wein gealtert ist, eine klare Kaufempfehlung. Auch wenn nicht jeder Song ein Volltreffer ist. Freunde düsterer Musik sollten zumindest mal reinhören. Die Stimme von Glenn Danzig ist immer noch einzigartig und unverkennbar.

Danzig – Line-Up  und Kontakt

Aktuell bestehen Danzig aus dem Meister Glenn Danzig himself, Tommy Victor an der Gitarre, Steve Zing am Bass und das Schlagzeug bedient Johnny Kelly.  Weitere Infos zur Band findet ihr direkt auf Facebook. Wer keine Tour-Termine, Reviews oder sonstiges verpassen will, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter, direkt hier. Bestellen kann man „Black Laden Crown“ ganz einfach über den Link unten.

 

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Bildquellen

  • Danzig: AFM Records / Paul Brown
  • Danzig Beitragsbild: AFM Records / Paul Brown
soundchaser

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds "Port Royal" und "Abigail" von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen...

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