Horisont zum Sechsten mit Sudden Death

Nach dreijähriger Abstinenz veröffentlichen die schwedischen 1970’er Jahre Rocker Horisont am 15. Mai 2020 ihr nun sechstes Album Sudden Death.

Horisont auf Mission Sudden Death

Horisont Sudden Death

Wenn nun eine Band ein Album aufnimmt, von dem Sänger Axel sagt:

Unsere Mission war es, die Platte zu machen, die WIR machen wollten, und nicht das, was die Leute von uns erwarten“,

dann kann diese Mission auch scheitern. In welche Richtung die Mission Sudden Death tendiert, das werde ich jetzt mal herausfinden.

Die hauen auf die Kacke

Dann mal los mit dem Opener Revolution und die Überraschung ist schon da. Damit hatte ich nicht gerechnet, Piano-Intro und stilistisch nicht mehr wieder zuerkennen. Einzig Axels Gesang erkennt man sofort. Ansonsten ist hier alles anders und opulenter.

Im Ruhrpott sagt man dazu: Die hauen ganz schön auf die Kacke!

Und weiter geht es mit Free Riding, und der gewohnte Sound des Vorgängers About Time ist wieder da. Aber auch hier wieder viel Piano und die Zwillings-Gitarren. Mir gefällt der bluesig rockigere Sound einfach besser. In der Mitte des Songs dachte ich schon: Oh, der war aber kurz, denn da folgt ein sehr Synthesizer dominiertes Break, aber dann geht es weiter wie gehabt.

Die ersten beiden Songs sind sehr gelungen. Bis jetzt scheint die Mission erfüllt.

Falsches Jahrzehnt

Bei Pushin‘ The Line sind Horisont wieder da, wie ich sie kennen gelernt habe. Beim rotzigen 70’er Rock, der sofort in die Beine geht. Das Video dazu ist ja schon länger auf dem Markt; Top Song!

Bei Into The Night höre ich nun sogar ein Saxophon neben dem Piano. Mittendrin drängt sich so leicht Bon Jovis Runaway auf und nun hört sich Into The Night auch eher wie Hairspray-Metal aus den tiefen 1980’er an. Macht aber trotzdem irgendwie Spaß.

Standing Here kommt hier nicht mit; ist mir zu viel Tamtam, Pathos und Theatralik.

Schwedisch ist nicht meins

Und hör mal einer an, da folgt jetzt echt noch ein Song namens Runaway. Jepp, auch der passt in die Mission! Der geht wieder in die richtige Richtung.

Mit Gråa Dagar kann ich absolut nichts anfangen. Könnte zum einen daran liegen, dass der Song auf Schwedisch ist, und zum anderen, dass er für mich viel zu getragen rüberkommt; nicht mein Fall.

Mit Sail On, der von den harten Zeiten nach dem Tod eines Freundes von Axel handelt, ändert sich das aber wieder.

Intrumentaler Prog-Rock?

Bei Breaking The Chain wird wieder in die Soundtüftelkiste gegriffen und kräftig am Synthi gedreht. Hold On ist eine schöne Hymne, die man sich gut live vorstellen kann. Die Piano– und Schlagzeug-Einsätze machen einem Jim Steinman alle Ehre.

Mit dem fliegenden Dinosaurier Archaeopteryx In Flight folgt mit über acht Minuten Spielzeit der längste und zugleich letzte Song des Albums. Das Intro habe ich aber bei Vanden Plas schon mal vor Jahren gehört, nur ein bisschen schneller und härter. Versuchen sich Horisont jetzt auch noch an Prog-Rock? Trotzdem kann der instrumentale Song überzeugen.

Mission erfüllt

Mit Sudden Death können Horisont ihre selbst auferlegte Mission erfüllen. In allen elf Songs steckt Horisont drin, und das ist gut so. Bei einigen Songs sollte man sich aber immer an die Mission erinnern, denn nur so wird man dem kompletten Album gerecht.

Die fünf Schweden haben es geschafft und konnten mit ihrem sechsten Longplayer den eigenen musikalischen Horizont erweitern (Sorry, der musste sein). Neben dem bekannten 1970’er Rock, den eingängigen Melodien und Gitarrensoli und einem Gesang mit Wiedererkennungswert, gewinnen die neuen Songs von den verschiedenen Einflüssen und Stilrichtungen. Mehr Piano und Synthesizer, hier mal ein Saxophon, überraschende Breaks und damit auch mehr Abwechslung.

Mir gefällt Sudden Death richtig gut. Hut ab, Mission erfüllt!

Horisont Bandfoto kick

Hardfacts

Horisont sind:

  • Charles – Gitarre
  • Pontus – Schlagzeug
  • Axel – Gesang
  • David – Gitarre
  • Magnus – Bass

Und hier noch die Playlist von Sudden Death:

  1. Revolution (04:19)
  2. Free Riding (05:48)
  3. Pushin‘ The Line (03:11)
  4. Into The Night (05:40)
  5. Standing Here (03:09)
  6. Runaway (04:00)
  7. Gråa Dagar (04:19)
  8. Sail On (05:03)
  9. Breaking The Chain (04:12)
  10. Hold On (04:12)
  11. Archaeopteryx In Flight (08:09)

Übrigens: Ich kann mich vor Lachen kaum halte, dass ich es tatsächlich geschafft habe das Wort Abstinenz in den Artikel einzubauen. Wer die fünf Jungs schon mal live sehen durfte, weiß wovon ich hier schreibe.

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Bildquellen

  • Horisont Sudden Death: Century Media / HEAD OF PR
  • Horisont Bandfoto: Century Media / Credit: Anders Bergstedt
  • Horisont Bandfoto: Century Media / Credit: Anders Bergstedt
  • Horisont Bandfoto kick: Century Media / HEAD OF PR / Credit: Anders Bergstedt
  • Band_Pic_1kl: Century Media / Credit: Anders Bergstedt
Frosch

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Hör den Summs jetzt schon seit über 30 Jahren. Alles fing damals mit Maiden und Saxon an. Dann kam die legendäre Heavy Metal Night bei Rockpop in Concert, und der Drops war gelutscht.

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