The Weight – In Control (VÖ: 06.03.2020)

The Weight WDR Rockpalast

Wien ist bekannt für seinen Charme, seine Sachertorte, das berühmte Kalbschnitzel, den Prater, die Fiaker, den Stephansdom und seinen Opernball. Dafür gilt die Hauptstadt Österreichs nicht gerade als Hochburg der Rockmusik. Und genau dies möchten vier junge Herren alsbald wie möglich ändern. The Weight nämlich.

Was machen The Weight anders?

Wir von metal-heads.de hatten euch die Retro-Rocker und deren 2017´er Werk „The Weight“ ja bereits hier vorgestellt und waren echt angetan von dieser erfrischenden Art, Classic Rock im modernen Gewand zu zelebrieren. Ende Juni 2019 brachte das Quartett die 1. Single zur neuen Platte auf den Markt. Hier noch einmal das Video zum Song „The Operator“ für euch:

Die Band zur neuen Platte „In Control“

Am 06. März 2020 erschien nun endlich das komplett neue Album „In Control.“ Es enthält 10 neue Lieder und macht mit einer Gesamt-Spielzeit von 52 Minuten und 21 Sekunden der Bezeichnung Langrille alle Ehre. Was könnt ihr von The Weight erwarten? Natürlich erneut bluesartigen Classic Rock mit vielen Tempus-Wechseln. Auf den Punkt gebracht von einer soliden Rhythmus-Section, bestehend aus dem Bassisten Patrick Moosbrugger und Schlagzeuger Andreas Vetter. Dieser Grundteppich sämtlicher Songs wird ordentlich durchgerüttelt durch das kräftige Retro-Georgel des charismatischen Sängers Tobias Jussel. Zudem leben sämtliche Songs von den fetzigen Licks des Gitarristen Michael Böbel. Der Gesang, teils mehrstimmig im Refrain und stets mit sattem Background vocals unterlegt, ist ebenfalls ein Prädikatsmerkmal der Österreicher. Und wer die Band einmal live erlebt hat, weiß, dass es nicht untertrieben ist, wenn man hier schreibt, The Weight spielen sich stets die Seele aus dem Leib.

The Weight

Die neuen Songs

Nach dem soliden Opener „A Little Bit of Music“ macht der Song „Explosion“ seinem Titel alle Ehre. Vor allem das abschließende Orgel-E-Gitarren-Solo ist aller Ehren wert. Da tut die Ruhe im nachfolgenden Lied „Night in Space“ richtig gut. Allerdings hat mein Ohr mit der Gesangs-Melodie-Linie in den Strophen hier und da so seine Probleme. Aber vielleicht ist man aufgrund der derzeitigen Quarantäne auch einfach sensibler, was das Treffen des immer richtigen Tons angeht. Daher freut sich besagtes Ohr auch über die Cowbell zu Beginn der bereits vorgestellten Single „Operator.“ Ein echter Ohrwurm dieses Stück.

Auf der Suche nach dem Glück

The Weight suchen – oder besser verfolgen – das Glück. So auch in der Ballade „Pursiut of Happiness.“ Ob Sie es mit diesem Album in punkto musikalischem Durchbruch auch finden werden, bleibt abzuwarten. Das Corona-Virus macht dieser so spielfreudigen Band leider einen echten Strich durch die Rechnung. Denn ohne ihre heiß und innig geliebten, unzähligen Live-Auftritte in diesem Jahr sind The Weight sicherlich alles andere als „happy.“

Die große Abwechslung fehlt

Beim Durchhören der weiteren Tracks „Why Do You Try so Hard“ und „Down the Line“ fällt auf, dass es dem Album ein wenig an Abwechslung fehlt. Erst mit der Intro von „Victory“ macht es wieder „klick.“ Was sicherlich auch an dem Gute-Laune-Gesang „Ba, bada, ba…“ liegt. Leider fällt das nachfolgende Lied „Almost Gone“ wieder in die erstgenannte Kategorie und klingt den beiden vorgenannten Stücken einfach zu ähnlich. So ist die Rhythmus-Schleuder „Better Days“ zumindest ein versöhnlicher Abschluss dieses Albums. Und gerade jetzt im März 2020 ein optimistischer Fingerzeig für uns alle. Daumen hoch für diese weitere Songperle auf dem Album „In Control.“

Fazit

Irgendwie ist das neue Album für mich nicht Fleisch und nicht Fisch. The Weight haben das Rad des Rock ´n´Roll mit „In Control“ sicherlich nicht neu erfunden. Denn auch Keith Richards von den Rolling Stones hat schon dieselbe Gitarreneinstellung genutzt. Bereits die Manfred Mann´s Earth Band oder Uriah Heep hatten schon Hammond-Orgel-Klänge in ihren Songs. Aber was ist daran schlimm, die guten alten Zeiten in frischem Gewand aufleben zu lassen? Das Quartett klingt zugegebenermaßen auf CD ein wenig zu geschliffen. Das rotzig freche, raue Live-Feeling von The Weight fesselt mich persönlich mehr. Aber Reinhören in die neue Platte „In Control“ solltet ihr mindestens – und auch ein Kauf schadet sicherlich nicht. Ein wenig Solidarität während dieser Krisenzeiten sind wir The Weight und allen anderen Bands schließlich schuldig.

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Bildquellen

  • The weight: Promo Mail Music Matters
Ralfi Ralf

Ralfi Ralf

Als ich mir mit 14 zum ersten Mal das Nasenbein beim Moshen mit dem Tennisschläger im heimischen Kinderzimmer brach, war es um mich geschehen! METAL...

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