STORM SEEKER – Im Interview mit Sandra und Tim zum Rage Against Racism 2018

Storm Seeker - Pirate Scum

Liebe Leser, nachdem wir von metal-heads.de bereits in den Jahren 2016 und 2017 fleißig vom „Rage Against Rascism Festival“ berichtet haben, setzen wir die Tradition selbstverständlich auch im Jahr 2018 fort. Wir sind wieder offizieller Medienpartner und geben alles um euch auf dem Laufenden zu halten. Auch in diesem Jahr versuchen wir euch wieder die meisten der dort auftretenden Bands im Interview vorzustellen. Nach den Interviews mit Xandria, Ignition, Tyler Leads und Night In Gales ist nun die aus dem Raum Neuss / Düsseldorf stammende Formation Storm Seeker an der Reihe. Cellistin Sandra und Keyboarder Tim standen Rede und Antwort und wussten informatives zu berichten. Viel Spass beim lesen.

Hallo zusammen, mein Name ist Stahl vom Online-Magazin metal-heads.de. Ich freue mich sehr, dass wir die Möglichkeit erhalten haben, im Rahmen des bevorstehenden „Rage Against Racism“ Festival am 01. und 02.06.2018 in Duisburg-Friemersheim, ein Interview mit euch führen zu können. Legen wir also los!

Storm Seeker – Pirate Folk Metal aus den Rheinauen

Metal-Heads.de (MH.de): Storm Seeker bestehen als Band bereits seit 2013 und verfügen regional über eine ordentliche Fanbase, sind aber bestimmt nicht allen unseren Lesern bekannt. Stellt doch bitte zunächst eure Band unseren Lesern vor.

Tim: Hallo Leser! Wir sind Storm Seeker aus Neuss/Düsseldorf und spielen für euch Pirate Folk Metal mit Cello und Drehleier. 2016 haben wir unsere EP „Pirate Scum“ rausgebracht – hört mal rein, die ist ein Hit!

MH.de:  Wie viele andere Bands auch, könnt ihr euren Lebensunterhalt wahrscheinlich nicht alleine durch die Musik bestreiten. Welche Jobs oder Berufe übt ihr im normalen Alltag aus, wenn ihr nicht als engagierte Musiker unterwegs seid?

Sandra: Die Mehrheit unserer Mitglieder studiert: Grafik-Design, Mathe und Tontechnik sind dabei. Mit mir ist aber auch eine Azubine im Bereich Mediengestaltung und mit Tim ein Informatiker aus Aachen vertreten.

Ein komplettes Album ist in Planung

MH.de: Eure bisher einzige Veröffentlichung, die EP „Pirate Scum“, stammt aus dem Jahr 2016 und umfasst lediglich 6 Songs. Ihr habt aber wesentlich mehr Tracks und Output auf Lager. Wann dürfen wir mit der nächsten Scheibe rechnen? Ist vielleicht sogar ein Full-Length-Album geplant?

Sandra: Es ist tatsächlich ein Full-Lenght-Album in Planung. Genaue Infos, wann wir es veröffentlichen, gibt es zwar noch nicht; es wird auf jeden Fall keine weiteren zwei Jahre dauern, so viel steht fest – also bleibt in unseren Social Media Kanälen up-to-date!

 

MH.de: Bisher habt ihr, wenn ich richtig informiert bin, mit „The Longing“ und „Destinated Course“ zwei offizielle Video-Clips veröffentlicht. Gibt es schon Ideen für weitere Videos und sind welche geplant? Wie finanziert man als junge Band so professionelle und anspruchsvolle gedrehte Clips?

Sandra: Du bist richtig informiert und natürlich sind gerade im Bezug auf das kommende Album weitere Videos in Planung und die Ideen dafür sind auch schon da. Mehr kann ich nicht verraten, es soll doch eine Überraschung bleiben. Finanziell haben wir allein schon das Glück, dass wir bandintern Leute haben, die sich beruflich und im Studium mit solchen Dingen befassen. Ansonsten ist das genauso wie überall… Kontakte, Kontakte, Kontakte.

MH.de: Neuss und Düsseldorf liegen zwar am Rhein, aber wie kommt eine Band aus eurer Region darauf „Pirate Folk Metal“ zu zelebrieren? Habt ihr euch zuvor schon an anderen Musikstilen versucht und wie seid ihr letztendlich zum Metal gekommen?

Sandra: So etwas entwickelt sich. Wir haben uns zum jammen zusammen gesetzt und die Musik gemacht, die uns gefällt – anfangs akkustisch, dann immer mehr in Richtung Metal. Nach und nach haben wir dann gemerkt, was für uns am besten funktioniert und wobei wir am meisten Spaß haben.

Metal veredelt mit Cello und Drehleier

MH.de: Wo seht ihr als Band eure musikalischen Wurzeln und wer hat euch auf eurem musikalischen Weg inspiriert und beeinflusst?

Tim: Man denkt natürlich zunächst an Szenegrößen wie Apocalyptica oder Eluveitie, bei denen man sieht, was im Metal mit Cello und Drehleier alles möglich ist; dazu kommen aber natürlich noch die individuellen Geschmäcker der Bandmitglieder, die das jeweilige Spiel und Songwriting beeinflussen. Vermutlich wird man bei genauerem Hinsehen auch weniger naheliegende Einflüsse finden!

Selbstbewusstes Auftreten und eine regenbogenfarbene Hose

MH.de: Auch wenn es ein wenig chauvinistisch klingt, so stellen die beiden Damen der Band – Patty und Sandra  – doch den optischen Blickfang der Formation dar. Müsst ihr euch während eurer stimmungsvollen Live-Auftritte viele dumme Sprüche der Marke „ausziehen“ o.ä. anhören oder hält es sich in Grenzen? Wenn ja, wie geht ihr damit um?

Sandra: Das nehme ich mal als Kompliment! Während der Konzerte ist das eigentlich nie ein Problem. Klar, unangenehme Kommentare kommen vor, aber in dem Maße, dass wir darüber einfach hinwegsehen können

Tim: Und wenn doch mal jemand „ausziehen“ ruft, zieht sich einfach unser Sänger Timo aus und die auf die Bühne geworfene regenbogenfarbene Hose wieder an (Dong Open Air)!

Respekt, Fairness und Spass!

MH.de: Ich hatte bereits beim „Warm Up Slot Battle“ zum Rage 2017 das Vergnügen euch live sehen zu können. Die Fans haben seinerzeit per voting entschieden und ihr musstet euch damals knapp dem damaligen Sieger und Opener des Festivals AngelInc geschlagen geben. Nun spielt ihr auf Anhieb im gehobenen Mittelfeld des zweiten Festivaltages. Welches Gefühl überwiegt? Die Enttäuschung aus 2017 oder die Freude auf 2018?

Sandra und Tim: Bei Contests denken wir uns grundsätzlich immer, dass es bei der Musik eigentlich nicht um Konkurrenz und Gewinnen, sondern um das Miteinander geht. Das Konzert damals hat super viel Spass gemacht und wir haben tolle Leute getroffen – und natürlich freuen wir uns entsprechend riesig auf 2018 in der Hoffnung, dass es eine noch größere Party wird!

Das „Rage“ und seine Auswirkungen

MH.de: Wie ist es aktuell zu eurem Engagement beim „Rage“ gekommen und was bedeutet euch die Teilnahme am Festival? Habt ihr euch erneut beworben oder wurdet ihr vom Veranstalter angefragt?

Tim: Ebenfalls über den Contest. Nach dem Konzert waren die Veranstalter so begeistert, dass sie gleich auf uns zu kamen, um uns für die nächste Gelegenheit zu engagieren. Das hat uns natürlich sehr geehrt – besonders ich habe mich gefreut , da das Rage against Racism damals meine erste Berührung mit Metal-Konzerten war und ich seitdem fast jedes Jahr dort bin.

MH.de: Wie seht ihr die aktuelle politische Situation in Deutschland und in Europa in Bezug auf den Rechtspopulismus, welcher sich mehr und mehr verbreitet? Macht euch das eher Angst oder glaubt ihr, dass es sich um ein kurzfristiges und wieder abklingendes Phänomen handelt?

Sandra: Man kann nur hoffen, dass es sich um etwas Kurzfristiges handelt, jedoch kann ich nur sagen, dass mir die Entwicklung der letzten Jahre diesbezüglich Sorgen macht.

Tim: Mit einem Blick über den Atlantik geht das ganze ja auch über Europa hinaus, was ich sehr beunruhigend finde – und es beeinflusst ja auch Musiker, wie einige Kollegen, die dort eine Tour spielen wollten, schmerzlich erfahren mussten.

MH.de: Mir ist aufgefallen, dass eure Homepage ausschließlich in englischer Sprache verfasst ist. Gibt es einen speziellen Grund dafür? Die meisten deutschen Bands führen ihre Homepage zweisprachig.

Tim: Wir haben uns auch bei der Entscheidung für englischsprachige Texte klar auch für internationale Fans geöffnet. Das zahlt sich aus, beispielsweise kommen grob die Hälfte unserer Videoaufrufe aus dem Ausland. Daher haben wir auch unsere Website auch von Anfang an auf Englisch gestaltet, um möglichst weltweit offen für Fans zu sein.

Der Metal ist nicht tot!

MH.de: Zu guter Letzt noch eine allgemeine Frage. Einer unserer letzten Interview-Partner versetzte unsere Redaktion mit seiner Aussage, dass der Metal tot sei in Erstaunen. Sicherlich wird das Rad nicht neu erfunden, aber meiner Meinung nach ist der Metal immer noch einer der facettenreichsten Musikstile. Ihr seid der beste Beweis dafür. Wie ist eure  Sichtweise? Ist der Metal wirklich tot?

Sandra: Nein, ich denke nicht. Es sind kleine Entwicklungen und Veränderungen, die diesen Musikstil lebendig machen. Es verändert sich nicht alles von einem auf den anderen Tag, aber wenn man aufmerksam ist, findet man doch immer wieder etwas Neues.

Tim: Möglicherweise ist die Zeit vorbei, in der Metal Bands wie Iron Maiden oder Metallica so erfolgreich werden können, dass sie auch in der Populärkultur ganz oben mitspielen können, obwohl es so manch eine Nu-Alternative-Metal-Band zumindest teilweise doch noch schafft. Als Nischenkultur halte ich die Szene aber für sehr lebendig, in kaum einer anderen Szene gibt es so viele Musiker pro Fan. Das gibt der Musik natürlich ständig neue Impulse. Man muss nicht alles davon mögen, aber „tot“ ist hier sicherlich der falsche Begriff.

Ich freue mich schon sehr auf das bevorstehende Konzert und bedanke mich ganz herzlich für dieses Interview. Ich hoffe euch demnächst auf dem „Rage“ persönlich kennenlernen zu können. Wie vielleicht bekannt ist, versorgen wir, von metal-heads.de, die Musiker im Backstagebereich mit Getränken und wir können vielleicht das eine oder andere Bierchen miteinander trinken. Bis dahin alles Gute und bleibt gesund.

Weitere Informationen zu Storm Seeker findet ihr auf der bereits im Interview erwähnten Homepage.

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Bildquellen

  • Storm Seeker – Pirate Scum: Amazon.de
STAHL

STAHL

Mit einem Glockenschlag von AC/DCs "Hells Bells" hat 1980 alles angefangen, dann folgte der dreckige Rest in Form von Bands wie Iron Maiden, Venom, Accept und Exciter...long live the loud...

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