In allen Farben: ROLLING STONES – Never Stop Rocking

Rolling Stones Never Stop Rocking 2019

Frisch zur Frankfurter Buchmesse 2019 hat uns der Maximilian Verlag aus Hamburg mit einem Bilderband zu den Rolling Stones beglückt. Wie wir das Buch fanden, erzählen wir euch hier im Detail.

Wieder ein neues Buch der Rolling Stones

Dieses Mal hat sich Howard Kramer, kuratorischer Direktor des Rock n´Roll of Fame-Museums in Cleveland, Ohio, ans Werk gemacht und in der Essayserie die wichtigsten künsterlischen Leistungen der größten Rockband der Welt versucht hervorzuheben. Um es vorwegzunehmen: der Mann lag nicht immer richtig. Wir haben den Fakten-Check gemacht mit einem Fan der ersten Stunde der Band. Mit Nachbar Raimund, 73 Jahre, nämlich.

Ein dickes Lob für die Bilder

Doch bevor wir in die Einzelkritik gehen, muss man sich zugegebenermaßen verneigen vor diesen insgesamt 180 Bildern, vor diesen Farben. Beim ersten Durchblättern ist man total geflasht von der Intensität und Ausdrucksstärke, die gerade auf den neueren Abbildungen ab 2006 rüberkommt. Ein Hoch auf die Fotobearbeitung und Bildererstellung von Valeria Manferto de Fabrianis aus – wer hätte das gedacht – Vercelli, Italien.

Nachbar Raimund und die angestrichenen Fehler

Als Mitvierziger würde man es nicht wagen, sich Rolling Stones-Experte zu nennen. Doch Nachbar Raimund ist mit über 70 Lebensjahren ein solcher und hat der metal-heads-Redaktion bereits in der Vergangenheit zu den Stones entscheidenden Input geliefert.

Rolling Stones Never Stop Rocking 2019

Der kritische Inhalt in „Never Stop Rocking“

Gleich auf den ersten paar Seiten zählt unser akribisch lesender Nachbar satte 31 Fehler. „Darf ich die mit Bleistift anstreichen?“ Natürlich darf er das. Wir zählen auf: es sind Schreibfehler aber auch inhaltliche Schnitzer, die leider ein wenig den oberflächlich total positiven ersten Eindruck zerstören. Echt schade. Ein Lektor oder vielleicht auch ein besserer Übersetzer hätte dem Ganzen gut getan. Ein Beispiel: Seite 20. „Sehr zum ihren Leidwesen“ steht da in der Buchmitte geschrieben. Dann stimmt der Vorname des musikalischen Helden nicht. Bo Diddley heißt er – und nicht Bob Diddley. Die Band, um die es in diesem Buch geht, nennen sich die Rolling Stones und nicht die Rollings Stones (vorletzte Zeile).

Der Fehlerteufel schlägt gnadenlos zu

Und es geht munter weiter. Nehmen wir Seite 22. The Ronettes waren drei Frauen, also Sängerinnen und keine amerikanischen Sänger. Schön, dass Jagger und Richards mit der Cousine von Sängerin Ronnie ausgehen. Dann heißt es aber „mit ihrer Cousine“ und nicht „seiner.“ Die Flüchtigkeitsfehler nehmen leider auch unten auf Seite 22 nicht ab. Unter dem Pseudonym „Nanker Phelge“ haben die Jungs damals ihre ersten eigenen Songs komponiert.  Und nicht unter dem Pseudonym Nanker Phlege.  Beim zweiten Versuch stimmt der Name des Pseudonyms dann aber. Auf Seite 24 stimmt der Titel des Songs nicht. „Get Off Of My Cloud“ heißt der Song, nicht nur „Get Off My Cloud.“

Richards oder Richard?

Weiter unten auf Seite 24 ist man sich nicht sicher, ob nun Richards oder Richard der richtige Name ist. Ganz ehrlich. Wir könnten hier noch mehrere Duzend Beispiele nennen. Alle fein säuberlich mit Bleistift markiert. Mit der Zeit neigt man als Rechtschreib-Fanatiker dazu, gewalttätig (mit zwei „t“ ) – und nicht gewaltätig wie auf Seite 24 in der viertletzten Zeile – zu werden. Noch ein Beispiel gefällig? Die Isle of Wight auf Seite 76 hat ein „e“ zu viel. Dort trat Bob Dylan auf und nicht Bob Dylans. Ein kapitaler Fehler auf Seite 77: erschossen wurde auf dem Altamont Speedway 1969 ein Mann und keine Frau. Auf Seite 83 folgt ein Bericht über die Tour 1972. Dort feierte Jagger aber bereits seinen 29. Geburtstag und nicht sein 26. Lebensjahr. Aber hören wir besser auf.

Fazit

272 Seiten zu einem fairen Preis von 34,95 € – das Buch kann sich sehen lassen und passt sicherlich unter jeden Weihnachtsbaum eines Rolling Stones-Fans. Ein wenig mehr Rechtschreibung hätte dem Buch jedoch sicherlich gut getan. Für einen visuellen Eindruck der Bandgeschichte gibt es kein optisch besser aufbereitetes Werk als dieses bunte Bilderbändchen. Wenn doch nur ein Experte Korrektur gelesen hätte. Vielleicht lag es aber auch am Übersetzer. Wir von der metal-heads-Redaktion können hierzu übrigens sehr gerne den Kontakt zu unserem Edel-Fan Raimund herstellen…

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Bildquellen

  • Rolling Stones Never Stop Rocking 2019: Amazon
Ralfi Ralf

Ralfi Ralf

Als ich mir mit 14 zum ersten Mal das Nasenbein beim Moshen mit dem Tennisschläger im heimischen Kinderzimmer brach, war es um mich geschehen! METAL...

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