LOCH VOSTOK-„Opus Ferox-The Great Escape“ Review

(English version down below)

Progressive Metal

Es gibt halt manchmal Bands oder Alben, die wecken das Interesse mehrerer Redakteure. Das haben nun LOCH VOSTOK mit ihrem neuen Album „Opus Ferox-The Great Escape“ hinbekommen. Daher wurde diesem Werk der glückliche Umstand zuteil, dass nun zwei Redakteure (`Doc Rock´ & `Metalhead´) tatsächlich Zeit und Gelegenheit hatten, um sich des Albums anzunehmen. Also wundert Euch nicht, wenn Ihr zwei Rezensionen zu lesen bekommt. Ist ja auch mal ganz interessant, denn jeder Schreiberling hat schließlich eine andere Herangehens- und Sichtweise. So durftet Ihr vor zwei Tagen die Review vom Doc lesen, der von dem Album sehr angetan war, auch wenn es ihm stellenweise zu unruhig war. Tja…steckt halt viel drin in den Kompositionen von LOCH VOSTOK, die nicht gerade leichte Kost sind.

LOCH VOSTOK (Facebook ) aus Schweden machen es den Schubladendenkern nicht leicht, denn was LOCH VOSTOK in ihrer musikalischen Vielfalt darstellen ist nämlich eine ganze Menge und so könnte neben der o.g. Kategorisierung auch die Bezeichnung Avantgarde- bzw. Experimental-Metal ganz gut zutreffen.

Die Veröffentlichung des Albums  „The Great Escape“ wurde vier Wochen nach hinten verschoben und wird nun endlich am 30.07.2021 über ViciSolum Records den Fans offenbart.

Ein furioser Einstieg

in das Album vollzieht das bombastische „The Freedom Paradox“, das zunächst mit seinen Synthies leichte 80′ er Jahre Vibes versprüht. Dazu gesellen sich kraftvolle Drums, die den Song mit ordentlichem Druck aufpumpen. Der Song macht direkt klar, wohin die Reise gehen wird. Es ist eine Mischung von so vielen Elementen, die sich zwar grundsätzlich aus dem Rock- und Metalbereich zusammenfügen, aber auch gerne mal die softere Schiene fahren und wahrlich gefühlvolle Momente aufkommen lassen. Das mag sich vielleicht kompliziert anhören, aber LOCH VOSTOK haben beim Songwriting wirklich Großartiges vollbracht und daraus ein abwechslungsreiches, aber doch homogenes Album zusammengewoben. So erwarten den Hörer träumerische Melodien neben massiven Death-Metal-Parts und kraftvollen Power-Metal-Chören.

„When The Wolves Have Eaten Everything“

Bei diesem Song ist mir unter anderem der wunderbar präsente Basslauf aufgefallen, der richtig was hermacht und einen tollen markanten Groove versprüht. Der Bass ist mir ganz allgemein sehr positiv aufgefallen, da er häufiger sehr dominant auftritt und dem Sound unheimlich viel Volumen verschafft. Insgesamt treibt es der Song trotz grandioser vielseitiger Melodik härter und stellt ein episches Meisterwerk dar. Man möchte einerseits angesichts der geilen Melodien dahinschmelzen und in anderen Momenten bricht es mit voller Gewalt hervor, dass es einen nur so schüttelt und man mit offenem Mund staunend dreinschaut ob der plötzlichen Wendungen auf dem musikalischen Weg von LOCH VOSTOK.

Es ist nicht immer der leichte Weg,

den LOCH VOSTOK gehen. Tatsächlich fühle ich mich in gewissen Momenten an DEVIN TOWNSEND erinnert, der auch häufig zwischen den Extremen wechselt und manchmal etwas völlig Verrücktes anstellt. Aber wer sich auf die Reise mit LOCH VOSTOK einlässt, wird mit unterschiedlichsten Eindrücken belohnt werden. Ihr werdet Wanderungen durch wunderschöne und duftende Blumenwiesen genießen, imposante Berge besteigen, die Euch mit einer grandiosen schier endlosen Aussicht begeistern werden, um im nächsten Moment in ein donnerndes Unwetter zu geraten, welches den Hörer brutal überrascht. Dies zeigt auch der Song

„Enter The Resistance“

in absoluter Vollendung. Ein wunderschöner Song mit balladesken gefühlvollen Anteilen und mächtigen dunklen Einschlägen. Dabei hat mich vor allem auch der megageile wuchtige heroische Refrain voll geflasht. Ein traumhaft schönes Gitarrensolo rundet den Song perfekt ab. Diese ganzen Wechselspiele fordern der Band alles ab, sowohl an den Instrumenten als auch beim Gesang. Hier muss ich Jonas Radehorn, der als Sänger neu eingestiegen ist, mal wirklich ein großes Lob aussprechen. Das ist ganz großes Kino, was er auf dem Album abliefert. Aber auch sonst ist das ganz hohe Kunst in allen Bereichen.

„The Glorious Clusterfuck“ mit seinem ungewöhnlichen Titel ist im Vergleich zu den erstgenannten Songs ist der Song etwas leichter geraten und setzt mehr auf eine melodisch eingängige Schiene, auch wenn man das durch den wuchtigen Beginn nicht direkt vermuten mag. Trotzdem weiß der Song insgesamt allemal mit Durchzugsstärke zu begeistern.

„Disillusion“ zündet mit seinen eingewobenen sphärischen Synthies wieder die 80′ er Rakete. Der Song glänzt vor allem durch die wunderschönen Gesangslinien, die meine Seele streicheln, direkt an meinem Hypothalamus andocken und Glückshormone entstehen lassen. Ja, es muss für mich nicht immer der große alles niederschmetternde Hammer geschwungen werden.

Einen hab ich noch

Bevor ich zum Fazit gelange, möchte ich dann doch noch auf den letzten achtminütigen Monstersong „Black Neon Manifesto“ eingehen. Lasst Euch von dem angetäuschten ruhigen Beginn nicht täuschen. Der Song entwickelt sich zu einem wahrhaft düsteren Abschluss, der es einem zwischendurch richtig brutal besorgt und mit die härtesten Passagen des ganzen Albums aufweist. Schade eigentlich, dass dieser Song aber leider nur als Bonustrack auf der CD enthalten ist.

Fazit

„The Great Escape“ ist ein Wahnsinnsalbum! LOCH VOSTOK zeigen sehr eindrucksvoll, wie man Elemente zu einem Ganzen verbindet, die eigentlich unvereinbar scheinen. Sie haben eine höchst spannende musikalische Geschichte geschrieben, wobei die Schreibfeder mit viel Raffinesse und künstlerischem Geschick geführt wurde. Das muss man ganz objektiv so festhalten.

Freunde und Liebhaber von ausschließlich geradliniger Musik werden hier natürlich nicht glücklich werden, denn dafür ist es zu extravagant. Aber soll ich dafür Punkte abziehen? Ich denke nicht, denn für diejenigen, die ,so wie ich, ihre Lauscher sehr vielseitig beschallen und nicht nur den geraden Weg kennen, ist das Album ein absoluter Pflichtkauf.

Denn „Opus Ferox“ ist eines der Alben, die mit jedem Hören mehr von ihrer Genialität preisgeben. Ausgezeichnete epische Kompositionen mit druckvoller Härte und beseelten Melodien lassen mir keine andere Wahl als die Höchstpunktzahl zu vergeben.

Das Album könnt Ihr hier vorbestellen:

Opus Ferox – The Great Escape | Loch Vostok | ViciSolum Records

English review

(German & English)

Progressive Metal

Sometimes there are bands or albums that arouse the interest of several editors. LOCH VOSTOK have managed this with their new album „Opus Ferox-The Great Escape“. Therefore this work was exceptionally granted the lucky circumstance that now two editors (Doc Rock & Metalhead‘) actually had time and opportunity to take care of the album. So don’t be surprised if you get to read two reviews. It’s quite interesting, because every writer has a different approach and point of view.

LOCH VOSTOK (Facebook ) from Sweden do not make it easy for the pigeonholers, because what LOCH VOSTOK represent in their musical diversity is quite a lot and so, besides the above categorization, the designation avant-garde or experimental metal could also apply quite well.

The release of the album „The Great Escape“ has been pushed back four weeks and will finally be revealed to fans on 07/30/2021 via ViciSolum Records.

A furious start

is made with the bombastic „The Freedom Paradox“, which initially sprays 80’s vibes with its synths. This is joined by mighty drums that pump up the song with proper pressure. The song makes directly clear where the journey will go. It is a mixture of so many elements, which are basically from the rock and metal area together, but also like to drive sometimes in a softer way. This sounds complicated, but LOCH VOSTOK have really done a great job with the songwriting and woven together a varied, but still homogeneous album. So the listener can expect dreamy melodies next to massive death metal parts and powerful power metal choruses.

„When The Wolves Have Eaten Everything“

In this song I noticed, among other things, the wonderfully present bass line, which really makes a difference and sprays a great distinctive groove. The bass struck me very positively in general, because it often appears very dominant and gives the sound a lot of space. Overall, the song drives it harder despite terrific versatile melodic and represents an epic masterpiece. On the one hand, you want to melt in the face of the horny melodies and in other moments it breaks out with full force in your face and you look with open mouth in amazement at the sudden turns on the musical path of LOCH VOSTOK.

It’s not always the easy path

that LOCH VOSTOK take. In fact, in certain moments I feel reminded of DEVIN TOWNSEND, who also often switches between the extremes and sometimes does something completely crazy. But if you get involved in the journey with LOCH VOSTOK, you will be rewarded with the most diverse impressions. You will walk through beautiful and fragrant flower meadows, climb imposing mountains that will inspire you with a grandiose sheer endless view, only to crash brutally in the next moment into the dark depths of human existence. This is also shown by the song

„Enter The Resistance“

in absolute perfection. A beautiful song with balladesque soulful parts and powerful dark impacts. Especially the mega-awesome massive heroic chorus has flashed me. All these interplays demand everything from the band, both on the instruments and the vocals. A fantastically beautiful guitar solo rounds off the song perfectly. Here I really have to praise Jonas Radehorn, who has joined the band as a new singer. That is really great, what he delivers on the album. But also otherwise this is quite high art in all areas.

„The Glorious Clusterfuck“ with its unusual title is in comparison to the first-mentioned songs a bit lighter and relies more on a melodic catchy track, even if you might not immediately suspect this due to the massive beginning. Nevertheless, the song knows all the time to inspire with pull-through strength.

„Disillusion“ ignites the 80’s rocket again with its interwoven spherical synths. The song shines especially through the beautiful vocal lines that caress my soul, dock directly to my Hypothalamus and create endorphins.

One more…

Before I come to the conclusion, I would like to mention the last eight-minute monster song „Black Neon Manifesto“. Don’t be fooled by the fake calm beginning. The song develops into a truly gloomy conclusion, which in between really brutally gives it to you and has some of the hardest passages of the whole album. It’s a pity that this song is unfortunately only included as a bonus track on the CD.

Result

„Opus Ferox-The Great Escape“ is an amazing album! LOCH VOSTOK show very impressively how to combine elements into a whole that actually seem incompatible. They have written a highly exciting musical story, whereby the pen was wielded with great finesse and artistic skill. That must be stated quite objectively so.

Friends and lovers of exclusively straightforward music will not be happy here, of course, because it is too extravagant for that. But should I deduct points for that? I don’t think so, because for those who (like me) sound their ears very versatile and don’t only know the straight way, the album is an absolute must-buy.

Because it is one of those albums that reveal more of their genius with every listen. Excellent epic compositions with powerful hardness and soulful melodies leave me no choice but to award the highest score.

You can get the album here:

Opus Ferox – The Great Escape | Loch Vostok | ViciSolum Records

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Bildquellen

  • LOCH VOSTOK Opus Ferox Cover+Infos: Cover+Infos-->Sound Pollution / Background etc.-->Pixabay
  • LOCH VOSTOK Titelbild: Cover-->Sound Pollution

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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