Travelin Jack – retro modern mit „Commencing Countdown“

Travelin Jack

Am 08. September 2017 erschien mit „Commencing Countdown“ via Steamhammer / SPV das zweite Album der Berliner Travelin Jack. Gegründet 2013 haben sie sich ganz dem 70er Rock’n’Roll verschrieben. Was man auch unschwer am Bühnenoutfit, Plateauschuhen und MakeUp erkennen kann. „Commencing Countdown“ ist aber ganz zeitgemäß als digitaler Download oder und natürlich als CD-Digipack und auf Vinyl erhältlich. Nach mehrmaligen und intensivem Hören kann ich aber sagen, dass Travelin Jack deutlich über den 70er Rock hinausgehen und vielfältiger sind. Vor den Details aber erst einmal das Video zur ersten Single „Keep On Running“. Gedreht wurde das Video von dem für zahlreiche Cover bekannte Andreas Marschall.

 

Travelin Jack eröffnen bluesig

Der Opener „Land Of The River“ überrascht angesichts der Beschreibungen und Erwartungen dann doch. Es ist ein astreiner und sehr gelungener Blues Rock Song, der Vergleiche mit den Shooting Stars von Blues Pills aufkommen lässt. Gerade Sängerin Alia Staceface überzeugt mich hier richtig. Gefällt mir richtig gut! „Metropolis“ atmet dann 70er Hard Rock, ist gefällig. Aber flasht mich nicht so. „Keep On Running“ ist ja im obigen Video zu bewundern und reißt mich wieder mehr mit. Schöner Beat und ein Song, der einen gut mit auf die Reise nimmt. Das Video mag ich auch, hebt es sich doch wohltuend vom üblichen Einheitsbrei ab. „Cold Blood“ wartet mit einer schönen Basslinie auf, das groovt richtig gut. Alia liefert wieder eine gute Gesangsperfomance ab und zum Ende hin kommt noch einmal eine psychedelische Schlagseite dazu. Trotzdem fehlt mir da irgendetwas, ohne es genauer definieren zu können, was den Song letztendlich auf den Punkt bringt. Beim folgenden „Galactic Blue“ fängt man automatisch an mitzuwippen. Im letzten Drittel wird es aber spacig und abgefahren und so sind Travelin Jack dann auch nie simpel oder zu gefällig in ihren Songs. Das mag ich bei einer Band.

Travelin Jack – abwechslungsreiche zweite Hälfte

Travelin Jack Promo PosterDie zweite Hälfte beginnt balladesk, aber nach einer Minute mutiert „Time“ dann zu einem Space Rock Stück, interessante Wendung. Aber die erste Minute gefällt mir am besten. Alias Stimme hat da dieses gewisse sehnsuchtsvolle Etwas. Schade, dass es so nicht weitergeht. Ein Wunder ist „Miracles“ nicht, aber ein gut gemachter, solider Rocksong mit dem Touch Unperfektizität, der zum Rock’n’Roll gehört. Um nicht missverstanden zu werden, damit meine ich keine Fehler, sondern die Ecken und Kanten die den Rock vom Pop unterscheiden. Beim nachfolgenden „What Have I Done“ steht der Gesang im Vordergrund und der Blues schaut wieder weit um die Ecke. Wenn man so will die traurige Blues Ballade des Albums, aber sehr gelungen und für mich eines der Highlights. „Fire“ kommt dann ganz titelgemäß wieder härter um die Ecke. 70er Krautrock und Psychedelic lassen grüßen. Das letzte Stück „Journey To The Moon“ gefällt mir da aber eine ganze Ecke besser. Textlich ist es schon eine Art Beschreibung des Bandnamens und kann vielleicht sogar zur Bandhymne werden. Ein gelungener Abschluss.

Travelin Jack – ein gelungenes Zweitwerk

Ein Fazit zu ziehen fällt mir diesmal schwer. Travelin Jack und „Commencing Countdown“ gefallen mir, aber mir fehlt auch etwas um das Album vonTravelin Jack Commencing Countdown Cover einem gut zu einem sehr gut zu bewerten. Ich kann es noch nicht genau definieren, aber es ist ja auch erst die zweite Platte. Travelin Jack haben in meinen Augen durchaus Potenzial sich zu entwickeln. Wie schon eingangs geschrieben sind Travelin Jack mehr als sie auf den ersten Blick vermitteln. Geht man rein vom Erscheinungsbild, erwartet man 70er Glam Rock, aber sie bieten mehr und das gefällt mir. Alia Spaceface hat eine Stimme, die gefühlvoll und dreckig rüberkommen kann. Ihr geht vielleicht die Spannbreite anderer Sängerinnen ab. Dafür hat sie aber das Timbre, das man für den Rock braucht und sie hat auf jeden Fall Wiedererkennungswert. In der Summe würde ich „Commencing Countdown“ als gelungenes Zweitwerk bezeichnen, das ich jedem der sich im 70er Rock, Bluesrock, Krautrock garniert mit Space Rock und Psychedelic Einflüssen wiederfindet, empfehlen kann. Ein Wort noch zur Produktion. Diese klingt warm und analog, ohne dabei ihre Herkunft aus den neuen Jahrtausend zu verleugnen. Nach diesem Album bin ich auf jeden Fall gespannt, wie sich Travelin Jack live präsentieren und werde definitiv versuchen einen der folgenden Termine wahrzunehmen.

Travelin Jack on stage

Hier die Konzerttermine von Travelin Jack. Teilweise mit Wucan oder Kadaver.

21.09.2017 – Hannover, Mephisto (mit Wucan)
22.09.2017 – Erfurt, Tiko
23.09.2017 – Dresden, Scheune (mit Wucan)
05.10.2017 – Wien (Österreich), Das Bach (mit Wucan)
25.11.2017 – Berlin, Urban Spree (mit The Dictators)
20.12.2017 – Bremen, Tower (mit Kadavar)
21.12.2017 – Mannheim, Alter Feuerwache (mit Kadavar)
22.12.2017 – Münster, Sputnikhalle (mit Kadavar)
28.12.2017 – Chemnitz, AJZ (mit Kadavar)
29.12.2017 – Siegen, Vortex (mit Kadavar)

Travelin Jack – Line-Up und Kontakt

Alia Spaceface – Gesang und Gitarre
Flo The Fly – Gitarre und Background Gesang
Steve Burner – Bass und Organ
Montgomery Shell – Schlagzeug

Mehr zur Band könnt ihr auf deren Homepage finden oder ihr besucht Travelin Jack bei Facebook. Wer Lust auf das Album bekommen hat, kann es direkt über den Link unten ordern. Keep On Rolling!

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Bildquellen

  • Travelin Jack Promo Poster: Oktober Promotion
  • Travelin Jack Commencing Countdown Cover: Oktober Promotion
  • Travelin Jack 720×340: Oktober Promotion
soundchaser

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds „Port Royal“ und „Abigail“ von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen…

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