Grave Digger laden zum Hexentanz (Zeche/Bochum, 17.01.2019)

Grave Digger

Eine interessante Kombination wird uns heute Abend in der altehrwürdigen Zeche in Bochum geboten. Retro trifft Moderne oder anders ausgedrückt: Grave Digger und Burning Witches rocken das Ruhrgebiet. Ob diese Konstellation funktioniert hat, erfahrt ihr im folgenden Live-Bericht.

Tief im Westen

Die Zeche in Bochum gehört zu den Locations, die ich immer wieder gerne besuche. Hat man die – leider oft beschwerliche – Anreise ins Ruhrgebiet erst einmal bewältigt, stimmen die Rahmenbedingungen einfach. Man kann gut parken, das Personal ist freundlich, die Preise sind human (leckere Currywurst für 3 €) und wenn es nicht zu voll ist, kann man auch prima das Konzert verfolgen.

Burning Witches – Klassisch und doch erfrischend anders

Burning WitchesMit den Burning Witches haben Grave Digger eine Band als Anheizer engagiert, die zu den Shootingstars der Szene gehören. Die reine Damenband konnte nicht nur beim letztjährigen Rage Against Racism live überzeugen, sondern erntete mit ihrem aktuellen Album „Hexenhammer“ (HIER unsere Review) nahezu durchgängig hervorragende Kritiken. Die jungen Damen aus der Schweiz (mit deutscher Gitarristin) spielen traditionellen Heavy Metal mit einer frischen Note.

Überzeugender Auftritt

Die Ladys können heute Abend in jeglicher Hinsicht überzeugen. Die Gitarristinnen Romana Burning WitchesKalkuhl und Sonia Nusselder, Bassistin Jeanine Grob und Schlagzeugerin Lala Frischknecht zeigen sich musikalisch alle in sehr guter Form. Sängerin Seraina Telli ist heute Abend stimmlich sehr gut drauf und kann auch mit ihrem intensiven Stageacting begeistern (während die anderen Musikerinnen teilweise noch etwas schüchtern wirken). Die Stimmung in der gut gefüllten Zeche steigt von Song zu Song und erreicht bei „Bloody Rose“ einen ersten Höhepunkt. Das Dio-Cover „Holy Diver“ kann dann auch nahezu jeder im Publikum mitsingen und mit der Bandhymne „Burning Witches“ verabschieden sich die Hexen nach knapp 50 Minuten unter großem Applaus und sogar zahlreichen „Zugabe“-Rufen.

Band mit Perspektive

Burning WitchesDer Auftritt von Burning Witches hat gezeigt, dass mit dieser Truppe in Zukunft noch zu rechnen sein wird. Die Mädels sind nett anzusehen, aber man sollte keinesfalls den Fehler machen, sie auf ihr Äußeres zu reduzieren. Hier sind richtig gute Musikerinnen am Werk, die sogar die kritischen Altmetaller im Publikum überzeugen konnten. Ich bin auf die weitere Entwicklung der Band sehr gespannt. Unser Interview mit Schlagzeugerin Lala gibt es in Kürze HIER bei uns zu sehen.


Tracklist Burning Witches

Executed

Metal Demons

We Eat Your Children

Hexenhammer

Bloody Rose

Save Me

Black Widow

Open Your Mind

Holy Diver

Burning Witches

Auch die alten Totengräber haben es noch drauf

Grave DiggerDie alten Herren stehen jetzt natürlich vor der Herausforderung, zu zeigen, dass sie mit den jungen Leuten noch mithalten können. Und dies gleich vorweg: es gelingt ihnen ganz vorzüglich. Die Veteranen haben nicht nur den „Reaper“ mit dabei sondern auch eine äußerst gelungene Mischung von Klassiker-Songs und Titeln vom aktuellen Album „The Living Dead“. Die Stimmung ist vom Opener „Fear Of The Living Dead“ an großartig und flaut auch bis zum Ende des Gigs nicht ab.

40 Jahre und kein bisschen Leise

Grave DiggerDass die Band über nahezu 40 Jahre Bühnenerfahrung verfügt, zeigt sie in jeder Minute des Konzertes. Besonders Sänger Chris Boltendahl hat das Publikum voll im Griff. Seine stets mit einem leichten Augenzwinkern vorgetragenen Ansagen sind genau richtig dosiert und gesanglich ist er noch erstaunlich gut in Form. Der laut Boltendahl „Schönste Gitarrist DeutschlandsAxel Ritt und Bassist Jens Becker spielen routiniert und fehlerfrei und agieren sparsam aber souverän. Neuschlagzeuger Marcus Kniep (das Küken der Band) passt sich perfekt in die Truppe ein.

Es darf noch lange so weitergehen

Mit dem grandios abgefeierten „Rebellion“ wird der Auftritt beendet. Als Altmeister BoltendahlGrave Digger im 3 Songs umfassenden Zugabenteil ankündigt, dass man noch einige Zeit weitermachen wolle, da „man ja noch recht gut im Saft sei“, kann dem nun wahrlich keiner widersprechen. Nach dem letzten Song „Heavy Metal Breakdown“ sind sich vielmehr alle einig, dass diese Band noch lange nicht am Ende ist.

Abschließendes Fazit

Ein super Konzertabend geht um vor 22 Uhr zu Arbeitnehmer-freundlicher Zeit zu Ende. Schade, dass die Halle nicht komplett ausverkauft war. Die Bands hätten es ebenso verdient gehabt, wie das komplette Team. Da auch der der Sound an diesem Abend bei beiden Bands nahezu perfekt war, gibt es heute einmal gar nichts zu meckern!


Setlist Grave Digger

Fear of The Living Dead

Tattooed Rider

The Clans Will Rise Again

Lionheart

Blade of The Immortal

Lawbreaker

The Bruce (The Lion King)

The Dark of the Sun

Call For War

The Curse of Jacques

Wargod

Season of the Witch

Highland Farewell

Circle of Witches

Excalibur

Rebellion (The Clans Are Marching)

Zugaben:

Healed By Metal

Zombie Dance

Heavy Metal Breakdown

NEWSLETTER. FREITAGS. KOSTENLOS.

Bildquellen

  • Burning Witches: (c) Ralf, metal-heads.de
  • Grave Digger: (c) Ralf, metal-heads.de
Uwe

Uwe

Fast 35 Jahre als Metal-Fan hat es gebraucht, bis ich es endlich geschafft habe, ins heilige Metal-Land nach Wacken zu kommen! Auf diese Weise erleuchtet, hoffe ich auf mindestens noch 50 Jahre Musik "Louder Than Hell"!

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

fünf + vierzehn =