SONATA ARCTICA (Support: STRIKER, THUNDERSTONE) – Bochum, 04.04.2017

Sonata Arctica Bochum Matrix 04.04.2017

Gemeinsam mit den Vorbands Striker aus Kanada und Thunderstone aus Finnland bestritten SONATA ARCTICA am Dienstag, den 04.04.2017, mit Bravour ihr comming out für unsere beiden metal-heads-Reporter in der Bochumer Matrix. Zuvor hatten unsere Redakteure den ebenfalls aus Finnland stammenden Headliner nämlich leider noch nie live bewundern können.

„The Ninth Hour World Tour 2017“ von SONATA ARCTICA

Doch vor dem Hörgenuss hieß es erst einmal die Anfahrt zu überstehen. Satte 300 km Stau im Ruhrgebiet wurden gegen 17.05h vom Radiosender unseres Vertrauens gemeldet. Nicht schlecht für einen Dienstag. Irgendwie und irgendwann kamen dann aber alle metal-heads von weit und fern in Bochum-Langendreer an. Leider nicht ganz so viele, wie vermutlich vom Veranstalter gewünscht. Geschätzt verloren sich gerade einmal um die 300 Seelen in schwarzen Shirts und Jeans-Kutten in dieser tollen Location. Schade. Doch diejenigen, die sich den 3er Pack für günstiger 28 Euro gönnten, bereuten ihr Kommen sicherlich nicht. Erstaunlich hoch war die girlie-Quote unter den Fans. Wobei man optisch nicht so leicht und einwandfrei zuordnen konnte, für welchen Sänger das Herz der Damenwelt denn nun konkret schlug. Die männlichen Fans waren indes um einiges leichter zu erkennen. Schließlich war auf deren T-Shirts zuweilen die Zugehörigkeit in großen Lettern abzulesen, so z.B. mit „Sons of Arctica“ . Aber kommen wir lieber zur musikalischen Darbietung des Abends.

Striker drehen auf

Den Beginn machten die Jungs von STRIKER (hier geht´s zur aktuellen CD-Vorstellung bei uns). Und die beglückten die vorderen Reihen mit bestem Old School New Wave Of British Heavy Metal. Satte 9 Songs gaben die Kanadier ohne Holzfällerhemden im Stile alter Speed- und Thrash-Metal-Bands zum Besten. Rechtzeitig zum Opener „Crossroads“ betraten wir die Matrix und waren spätestens nach dem Schlussakord „Fight For Your Live“ ordentlich durchgeschwitzt. Sänger Dan Cleary animierte das Publikum auch prima zum Mitmachen. Wer STRIKER aus Edmonton auch nach 5 Alben und 10 Jahren Bandhistorie immer noch nicht kennen sollte, der mache sich bitte hier selbst einen Eindruck. Vor der Setlist und unserer Fotostrecke vom Live-Auftritt kommt für Unwissende der Link zum Musik-Video von „Fight For Your Live“ . Fazit: STRIKER sind live keinen Deut schlechter als auf CD und machen Laune auf mehr….(aber dazu später, denn es gibt noch Exklusives zu Striker im späteren Verlauf dieses Konzertberichts nachzulesen).

Setlist STRIKER:

1.Crossroads

2.Former Glory

3. Locked In

4. Lethal Force

5. Phoenix Lights

6. Out for Blood

7. Born to Lose

8. Too Late

9. Fight for Your Life


Etwas zu relaxte Finnen von Thunderstone

Als nach kurzer Umbaupause die finnische Supportband THUNDERSTONE die Bühne betrat, passierte irgendwie was Komisches. Die Jungs – bitte nicht falsch verstehen – präsentierten sich live hoch konzentriert, sicherlich am begabtesten an ihren Instrumenten und von der Songauswahl her auch am facettenreichsten. Dennoch wirkte der Bühnenauftritt der Power-Metaler äußerst statisch, besonnen und abgeklärt, was sicherlich gar nicht so beabsichtigt war. Doch so bewegungslos wie Sänger Pasi Rantanen beim ersten Song am  Mikro begann, brauchte er sich nicht darüber zu wundern, dass niemand im Publikum extatisch abfeierte oder gar mitklatschte, als er plötzlich einmal kurz die Faust hob und etwas ungläubig daher schaute, weil nicht sofort ein Jubelsturm im Publikum losbrach.

Zur Chemie zwischen Fans und Band

Und so blieb es auch die gesamten 9 Songs. Die richtige Chemie zwischen Fans und Band wollte sich einfach nicht entwickeln. Erst bei der schönen Ballade „Weak“ , bei der passenderweise Gitarrist Nino Laurenne und nicht Sänger Pasi die Ansage machte, ging das Publikum mit und erhellte artig mit den Handies oder dem old school Feuerzeug (ein Kind der 90´er Jahre des letzten Jahrtausends halt) die tolle Röhre der Bochumer Matrix. Für alle diejenigen, die dem Auftritt von THUNDERSTONE nicht beiwohnen konnten, kommt hier der Song „Weak“ als Musik-Video-Link:

Setlist von THUNDERSTONE

  1. Intro
  2. Veterans of the Apocalypse
  3. Tool of the Devil
  4. The Path
  5. Forevermore
  6. Weak
  7. Through the Pain
  8. 10.000 Ways
  9. Until We Touch the Burning Sun

Exklusive News von STRIKER

Während der Umbaupause trafen wir am Merchandise Stand auf Tom, den zusätzlichen Tour-Gitarristen von STRIKER. Lässig mit der Bierflasche in der Hand stand er da und wollte einfach angesprochen werden. Und da wir nun mal Journalisten sind, taten wir ihm den Gefallen gerne. Artig wie Kanadier nun mal sind, stellte sich Tom mit Handschlag vor. Und berichtete sogleich, dass er auch irgendwie froh sei, dass nur noch 5 Konzerte in Europa zu spielen wären, bevor es endlich wieder gen Heimat zur Familie geht. „Seit Ende Januar sind wir durchgehend auf Tour, dies ist schon eine lange Zeit“, berichtete er.

Die Jungs kommen bald wieder

Als wir – ganz Kosmopolit – die einzige Touristenregion Kanadas, nämlich British Columbia, ins Spiel brachten, strahlte Tim auf einmal über alles. In Vancouver Island wohnt nämlich sein Dad. Und den besucht er alle 4 Wochen. Daher wäre das schöne Naturschauspiel vor Ort für ihn einfach eine normale Umgebung. Jetzt war das Eis aufgetaut und wir wollten mehr. Irgendwas exklusives. Und dies bekamen wir. Denn Tom verriet uns, dass er schon im November 2017 wieder nach Deutschland kommen wird. Wieso? Ja wegen der Tour. Welcher Tour denn? Na, der eigenen Headliner-Tour halt. Na dann! Freuen wir uns mit allen Fans von STRIKER doch auf die baldige Rückkehr der Kanadier in unseren Gefilden.

Was NENA und SONATA ARCTICA gemeinsam haben

Die Umbaupause war vorbei. Und uns aufgrund der mäßigen Stimmung zuvor bei THUNDERSTONE ein wenig mulmig zumute. Wie wird es jetzt beim Headliner des Abends? Umso erstaunlicher und erfreulicher wirkte dann auf uns aber der ehrliche Jubel unter den Fans, als die Intro-Klänge zu „We Are What We Are“ erklangen. Nach und nach enternten Drummer Tommy Portimo, Keyboarder Hendrik „Henkka“ Klingenberg, Bassist Pasi Kauppinen, Gitarrist Elias Viljanen und last but not least Sänger Tony Kakko die kleine Bühne. Begleitet von einer schönen Lichtshow, hämmerten sich SONATA ARCTICA auch sofort durch schnelle Songs wie „Closer to an Animal“ und „Life“ . So wußte jeder im Publikum, wo er dran ist an diesem Abend.

Prog, Melodic und Symphonic Metal at its best

Prog, Melodic und Symphonic Metal at its best. Lustig anzuschauen war hierbei, wie „Henkka“ sein „Keytar“ (Keyboard mit Umhängegurt, Begriff ist ein Mix aus keyboard und guitar) bediente. Alle alten Heavies unter euch kennen sicherlich noch Jörn Uwe Fahrenkrog-Petersen bei NENA. Genauso emsig griff hier also nun Henkka in die Tasten. Aber zurück zu SONATA ARCTICA. Oder eher zum beseelten Publikum. Jeder Song wurde hier von der Mehrzahl der Anwesenden inbrünstig mitgeschmettert. Leider wurden jedoch – um überhaupt ein Haar in der Suppe zu finden – nur maue 15 Lieder zum Besten gegeben. Vom Repertoire her hätten SONATA ARCTICA nach 21 Jahren Bandhistorie sicherlich noch viel mehr zu bieten gehabt. Allerdings hätten die Finnen auch viel mehr Zuschauer verdient gehabt an diesem Abend. Über 1 Millionen Facebook-Freunde sind leider doch kein Garant für eine ausverkaufte Matrix. Hoffentlich aber beim nächsten Mal.


Setlist von SONATA ARCTICA

Intro: We Are What We Are
1. Closer to an Animal
2. Life
3. The Wolves Die Young
4. In Black and White
5. Tallulah
6. Fairytale
7. FullMoon
8. Among the Shooting Stars
9. No More Silence
10. Abandoned, Pleased, Brainwashed, Exploited
11. We Are What We Are
12. The Power of One

Zugaben:

13. Misplaced

14.  I Have a Right
15. Don’t Say a Word (mit Wodka-Ausklang)

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Bildquellen

  • Striker Bochum Matrix 04.04.2017: (c) Doerni / www.metal-heads.de
  • Thunderstone Bochum Matrix 04.04.2017: (c) Doerni / www.metal-heads.de
  • Sonata_Arctica_Bochum_Matrix_20170404_SD_09: (c) Doerni - www.metal-heads.de
  • Sonata Arctica Bochum Matrix 04.04.2017: (c) Doerni / www.metal-heads.de
Ralfi Ralf

Ralfi Ralf

Als ich mir mit 14 zum ersten Mal das Nasenbein beim Moshen mit dem Tennisschläger im heimischen Kinderzimmer brach, war es um mich geschehen! METAL...

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