Brutus – Nest (2019)

Brutus – Nest

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und es beginnt die Zeit, wo so Hobbyjournalisten und Musikfreunde wie ich ihre Top10 Listen des Jahres der Nachwelt hinterlassen. Ob die Leute das nun lesen wollen, oder nicht. Und ich gucke in solche Dinger immer ziemlich gerne rein, schließlich findet man den ein oder anderen Treffer, wenn man mal hier oder dort ein Liedchen anspielt. So erging es mir auch im Falle von Brutus…nur wurde aus dem Treffer instant ein Volltreffer. Schon beim abspielen vom ersten Lied fühlte sich das irgendwie…anders an. Bei vielen Bands skippt man schnell den Song oder direkt die ganze Band. Aber nicht hier. Dieses mal war alles anders…

Die Band

Brutus, das sind Sängerin Stefanie, die gleichzeitig auch an den Drums sitzt, Gitarrist Stijn und Bassist Peter. Das Trio kommt aus Leuven in Belgien und ist zusammen seit 2013 aktiv. 2017 kam ihr Erstling „Burst“ auf den Markt, 2019 sollte dann „Nest“ folgen.

Das Album

11 Songs und 42 Minuten pure Energie…das ist Nest. „Fire“ startet erst mal ganz ruhig, melodisch…noch merkt man nichts von der Power, die folgen wird. Sobald der Gesang einsetzt…wow, diese Stimme…ich fühle mich sofort an Björk erinnert. Dazu der treibende Sound der Drums, eigentlich einfach gestrickt und trotzdem so emotional und tief. Ich wusste sofort, da mußt Du mehr von hören.

Und „Django“ enttäuscht ebenfalls nicht. Wieder diese Björk Momente in der Stimme…aber manchmal erinnert sie mich auch an Dolores O’Riordan…ich bin gefangen. Mit „Cemetery“ folgt der nächste Kracher. Irgendwie rotzig punkig ins Mikro geschrien…wow, richtig geil. Was macht das Spaß, solch ein Album für sich zu entdecken und zu erleben.

Hit folgt auf Hit

Und weiter geht es mit dem Song „Techno“, der wieder melodischer startet, dann aber noch richtig Fahrt aufnimmt. Vor allem die Gitarre steuert hier viele Post Rock Elemente hinzu, was mir richtig gut gefällt. „Carry“ besticht wieder durch die Drums, die das Tempo vorgeben. Brutus geben Gas, ohne krawallig oder aufdringlich zu sein….einfach nur super angenehm zu hören. „War“ lässt es dann wieder deutlich ruhiger angehen, um in der zweiten Hälfte zu explodieren. Die Songs sind sehr abwechslungsreich arrangiert, was das Album unheimlich kurzweilig macht. „Blind“ legt unvermittelt los und erinnert mich mit seiner Unbekümmertheit ein wenig an die Band „The Departure“, die es leider nicht mehr gibt (das ganze Album „Dirty Words“ ist ein Kracher).

Endspurt

„Distance“ startet dann wieder mit diesen Cranberries bzw. Dolores O’Riordan Momenten und geht unheimlich gut ins Ohr. In der Stimme von Sängerin Stefanie kann man sich einfach nur verlieren. Und so geht es mit „Space“ weiter, wo vor allem auch mal der Bass heraus sticht. Als vorletzter Track geht „Horde V“ dann wieder mehr nach vorne, die Drums geben beeindruckend das Tempo vor und die Tempowechsel zeigen die Vielseitigkeit der Band. Als Abschluß folgt „Sugar Dragon“ und dieser Song ist einfach das Bombon der Scheibe. Alles was die Band für mich ausmacht, kombiniert in einem Lied. Die Melodien, die Stimme, die Wucht, die Komposition, die Energie, die Post-Rock Elemente…alles da und vermixt zu einer wahren Schönheit. Seht euch das Video an, da ist die geballte Energie förmlich zu spüren.

Fazit

Wow. Einfach nur Wow. Jahresende und ich stolper nochmal über so ein Brett von einem Album. Ich kann gerade noch nicht einordnen, ob das Teil Platz 1 in meinen eigenen Jahres Top Ten belegen wird…..aber vorstellen könnte ich mir das gut. Für mich sind Brutus wie Björk, nur endlich mit geiler Musik untermalt, die sich nicht so im künstlerisch experimentellen verliert. Was auch immer der einzelne darin finden mag…hört sie euch an und urteilt selbst…aber hört sie euch auf jeden Fall an. So ganz in Ruhe und mit etwas Zeit 🙂 Der Sound geht dermaßen smooth ins Ohr und strotzt trotzdem vor Kraft, Energie und Spielfreude, wie ich es selten gehört habe. Wenn man die Sängerin in den Live Videos auf ihre Drums einknüppeln sieht, springt der Funke einfach direkt über. Meisterwerk, von vorne bis hinten….10/10, mehr geht nicht.

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Bildquellen

  • Brutus-Band: Brutus
  • Brutus – Nest: Brutus

Moldi

Angefangen hat der Metal Virus im zarten Alter von 15 mit einer Iron Maiden LP aus dem Gebrauchtplattenladen. Mein Geschmack ist inzwischen sehr breitbandig, gehört wird, was gefällt.

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