Nicklas Sonne-„Resonance“ Review

(English review below.)

Heavy Metal

Nicklas Sonne (Facebook/Homepage) aus Dänemark dürfte den Fans von der Band DEFECTO auf jeden Fall ein Begriff sein, denn Nicklas Sänger dieser Band. Ich schätze diese kreative Band sehr und warte sehnsüchtig auf ein neues Album. Nun gibt es aber erst einmal ein Soloalbum von Nicklas Sonne. Was uns auf seinem Debütalbum „Resonance“ am 11.11.’22 erwarten wird und ob es uns die Wartezeit bis zum nächsten DEFECTO Album versüßen wird, werdet Ihr in unserem Review erfahren.

Ein schmaler Grat

Das optisch wunderschön gestaltete Cover Artwork versinnbildlicht ein gefährliches Szenario. Ein Kind balanciert auf einem Seil zwischen zwei Welten; der paradiesischen Natur auf der einen Seite und einem zerstörten Ödland voller glühender Lava auf der anderen Seite. Das Bild lässt verschiedene Interpretationen zu. Das Kind könnte allgemein für die naive Menschheit stehen, die auf dem schmalen Grat zwischen Leben und Zerstörung wandelt.

Es könnte aber auch den Menschen Nicklas symbolisieren, der in seinem Leben zwischen diesen Welten wandelte, sowohl mit schönen als auch schmerzhaften Erfahrungen und Erlebnissen. Warum ich darauf komme? Jeder einzelne Song auf dem Album ist ein sehr persönlich und hat in irgendeiner Form mit Nicklas zu tun, mit seinem Leben und seinen Erfahrungen. Wer sich näher mit den Texten beschäftigt, wird eine Menge über Nicklas erfahren, vielleicht auch sich selbst irgendwo wiederfinden und sogar etwas für das eigene Leben mitnehmen.

Ein sehr persönliches Album

Vor zwei Monaten stolperte ich bei YouTube über die erste Single „Misery“ und war total begeistert. Und dann wurde schon ein Album angekündigt. Nicklas wollte sich mal richtig selbst verwirklichen. Zudem könnte es auch als eine Art Selbsttherapie gedient haben. Denn „Resonance“ ist es ein sehr persönliches Album geworden, in dem Nicklas uns unter anderem mit den Dämonen seiner Vergangenheit, aber auch der Gegenwart konfrontiert. Hierzu ein Kommentar zur Single „Misery“:

Ich war 6 Jahre alt und wurde von meiner Mutter in die Wohnung gezerrt. Sie und mein Vater hatten sich heftig gestritten, und mein Vater war immer noch dabei, unten einen Tumult zu veranstalten, während unsere Mutter mir Gute-Nacht-Lieder vorsang, damit ich einschlief.
Am frühen Morgen des nächsten Tages wachte ich auf, weil sie in mein Zimmer kamen und sich anschrieen. Meine Mutter holte mich aus dem Bett, aber mein Vater zog mich schnell von meiner Mutter weg und schrie „er gehört mir“, dann zog mich meine Mutter zurück und schrie „Nein, er gehört mir!“

Kommentar von Nicklas Sonne auf seiner Homepage

„Misery“ ist ein astreiner Heavy Metal Song, der nach kurzer synfonischer Einleitung die Reifen qualmen lässt. Scharfe Riffs und treibende Drums prügeln den melodischen Song voran. Die Power Voice von Nicklas hat einen unglaublichen Wiedererkennungswert. Der Mann ist ein wahres Kraftpaket. Ansonsten fällt das sehr freudige lebendige Gitarrenspiel auf, dass in einem genialen Solo seinen Höhepunkt findet. Dieser Song verschafft dem Album sofort ungeteilte Aufmerksamkeit. Geil!

Moderner Heavy Metal

Auf seinem Album lebt Nicklas den Heavy Metal! Das musikalische Gericht ist nicht neu, aber das muss es auch nicht sein. Die Hauptsache ist, dass es verdammt schmackhaft serviert wird und zu einem Festmahl wird.

Das Album bietet durchweg tolle Songs, auch wenn persönliche Geschmäcker wie immer den einen oder anderen favorisieren. Es ist ein modernes Heavy Metal Album geworden, dass man von vorne bis hinten in Dauerschleife hören kann. Die Songs sind ausgewogen gestaltet.

Ich weiß, dass Nicklas ein fantastischer Allrounder ist. Er kann alles singen, von melodischen Harmonien bis hin zu den extremen Vocals wie Growls. (Dazu muss man sich nur die letzten Singles von DEFECTO anhören.) Auf seinem Album nimmt er aber von Experimenten oder groben stilistischen Wechseln wohl bewusst Abstand. Allerdings hätte ich mir angesichts der Thematiken noch ein oder zwei Songs gewünscht, die eine etwas wütendere dunklere Seite offenbart hätten.

Rundum-Sorglos-Paket

Beim Song „Carrier of Extinction“ zeigt Nicklas ansatzweise diese dunkle Seite. Anfänglich stampft der Song machtvoll voran, doch das soll sich später noch ändern, wenn der Song vorangepeitscht wird und wieder eines der fantastischen Solos durch den Song fegt. Nicklas nutzt auch gerne symphonische Keys wie in diesem Fall eine gewaltige orchestrale Bläserwand, die den Dramafaktor noch intensiviert. Doch man sollte erwähnen, dass es sich hier keinesfalls um Symphonic Metal handelt, bevor ein falscher Eindruck entsteht. Nicklas setzt alles sehr akzentuiert ein, eben genau da, wo es Sinn macht und dem Song dienlich ist.

Bei Songs wie „All Thanks To You“ (Ein herzliches Dankeschön für eine ganz besondere Person.) oder „Breathe“ (Ein sehr bewegender Abschied von einem geliebten Menschen am Sterbebett.) ist Nicklas mehr auf höchst gefühvollener Ebene unterwegs ohne das es zu aufgesetzt bzw. künstlich wirkt.

Er hat zudem ein Händchen für dynamische temperamentvolle Nummern, die dem Hörer sofort ins Blut gehen und im Kopf bleiben. So z.B. auch beim Song „Keybord-Warriors“, der die hässliche Mentalität der Internet-Hater anklagt, die unter dem Deckmantel der Anonymität ihre Schmutz verbreiten.

Ein weiterer Knaller

ist die dritte Single „Spit Out Your Bone“. Das Video zum Thema Arroganz und Überheblichkeit, fehlender Empathie und Toleranz anderen gegenüber ist hervorragend umgesetzt und Nicklas ist sich auch für ein wenig Selbstironie nicht zu schade und repräsentiert als Hauptdarsteller in seinem Video genau die oben genannten charakterlichen Hässlichkeiten , die er verabscheut. Unter allen Darstellern haben sich auch die Bandkameraden von DEFECTO gemischt. Trotz des ernsten Themas ein amüsantes Video.

Der Song selber geht nicht zimperlich zur Sache, sondern rennt schnurstracks nach vorne und glänzt mit einem epischen Chorus, wobei das ausgiebige Solo mal wieder erstklassig gerockt wird.

Fazit

Es gibt keinen Grund, dass Album „Resonance“ von Nicklas Sonne nicht zu lieben. Es ist ein Heavy Metal Album, dass mit fantastischen Songs aufwartet, die modern und frisch klingen. Die Songs erblühen alle mit einer leuchtenden berauschenden Kraft, die den Hörer durchströmt und das Herz mit Freude und Stärke erfüllt. Vielen Dank an Nicklas Sonne für dieses sehr persönliche Debütalbum! Eine ganz tolle beachtliche Leistung und umso bewundernswerter, weil es ein Soloalbum ist.

English review

Heavy Metal

Nicklas Sonne (Facebook/Homepage) from Denmark should be known to the fans of the band DEFECTO. Because Nicklas is the singer of this band. I appreciate this creative band very much and wait eagerly for a new album. But for now there is a solo album from Nicklas Sonne. What we can expect on his debut album „Resonance“ on 11.11.’22 and whether it will sweeten the waiting time until the next DEFECTO album, you will find out in our review.

a thin line

The visually beautifully designed cover artwork symbolizes a dangerous scenario. A child balances on a rope between two worlds, the paradisiacal nature on one side and a destroyed wasteland full of glowing lava on the other. The image allows for various interpretations. The child could generally stand for naive humanity, which walks the fine line between life and destruction.

But it could also symbolize the man Nicklas, who walked between these worlds in his life, with both beautiful and painful experiences and adventures. Why do I come to this? Every single song on the album is a very personal one and has to do with Nicklas in some way, with his life and his experiences. If you take a closer look at the lyrics, you will learn a lot about Nicklas, maybe find yourself somewhere and even take something for your own life.

a very intimate album

Two months ago I stumbled across the first single „Misery“ on YouTube and was totally excited. And then an album was already announced. Nicklas wanted to realize himself. In addition, it could also have served as a kind of self-therapy. For „Resonance“ it has become a very personal album, in which Nicklas confronts us, among other things, with the demons of his past, but also the present. Here is a comment on the single „Misery“:

Misery

I was 6 years old, and was being tugged in by my mom. She and dad had had a huge fight, and dad was still making a turmoil downstairs as our mom sang me goodnight lullabies to make me sleep.
Early morning the next day, I woke up by them entering my room, screaming, and shouting at each other. My mom took me out of bed, but dad quickly grabbed me from mom and yelled “he is mine”, then my mom  pulled me back and yelled “no, he is mine”. 

Comment from Nicklas to the song on his homepage.

„Misery“ is a straight heavy metal song, which lets the tires smoke after a short symphonic introduction. Sharp riffs and driving drums beat the melodic song forward. The power voice of Nicklas has an incredible recognition value. The man is a true powerhouse. Otherwise, the very joyful lively guitar playing stands out, which finds its climax in a brilliant solo. This song immediately gives the album undivided attention. Awesome!

modern heavy metal

On his album Nicklas lives the heavy metal! This musical dish is not new, but it doesn’t have to be. The main thing is that it is served damn tasty and becomes a feast.

„Resonance“ offers consistently great songs, even if personal tastes as always favor one or the other. It has become a modern heavy metal album that you can listen to from front to back in continuous loop. The songs are well balanced.

I know that Nicklas is a fantastic all-rounder. He can sing everything from melodic harmonies to the extreme vocals like growls. (You only have to listen to DEFECTO’s last singles for that.) On his album, however, he probably consciously refrains from experiments or rough stylistic changes. However, given the themes, I would have liked one or two songs that would have revealed a somewhat angrier darker side.

all-inclusive package

On the song „Carrier of Extinction“ Nicklas starts to show a little of his dark side. Initially the song stomps powerfully forward, but that is to change later when the song is whipped forward and again one of the fantastic solos sweeps through the song. Nicklas also use symphonic keys like in this case a massive orchestral wall of brass that intensifies the drama factor. But it should be mentioned that this is by no means Symphonic Metal before a wrong impression is created. Nicklas uses everything very accentuated, just exactly where it makes sense and serves the song.

In songs like „All Thanks To You“ (A heartfelt thank you for a very special person.) or „Breathe“ (A very moving farewell to a loved one on his deathbed.) Nicklas is more on a highly emotional level without it being too artificial.

He also has a knack for dynamic spirited numbers that immediately get into the listener’s blood and stay in the head. This is also the case with the song „Keybord-Warriors“, for example, which accuses the ugly mentality of Internet haters who spread their filth under the guise of anonymity.

another banger

is the third single „Spit Out Your Bone“. The video on the subject of arrogance and arrogance, lack of empathy and tolerance towards others is excellently implemented and Nicklas as the main actor is not too shy for a little self-irony and represents in his video exactly the above-mentioned character ugliness, which he can not stand at all. Mixed in with all the performers are the bandmates of DEFECTO. Despite the serious topic an amusing video

The song itself is not squeamish, but runs straight forward and shines with an epic chorus, while the extensive solo is also first class.

conclusion

There is no reason not to love the album „Resonance“ by Nicklas Sonne. It is a heavy metal album that comes up with fantastic songs that sound modern and fresh. The songs all blossom with a bright intoxicating power that flows through the listener and fills the heart with joy and strength. Many thanks to Nicklas Sonne for this very personal debut album! A very great remarkable achievement and all the more admirable because it’s a solo album.

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Bildquellen

  • Nicklas Sonne Resonance Cover skaliert: Prime Collective PR & Product Management
  • Nicklas Sonne Resonance Cover+Infos-1-: Prime Collective PR & Product Management
  • Nicklas Sonne Resonance Titelbild: Prime Collective PR & Product Management

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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