Alter Bridge und Gojira leiden im Palladium

Alter Bridge 05.12.16 Palladium Köln

Am 05.12.2016 machten Alter Bridge im Kölner Palladium Station. Mit dabei hatten sie noch die Kollegen von Gojira und Like A Storm. Eine mehr als interessante Mischung. Das fanden viele andere auch und machten sich auf den Weg ins ausverkaufte Palladium. Der WDR wollte sich das auch nicht entgehen lassen und war auch vor Ort, um die ganze Show für den WDR Rockpalast aufzunehmen. Wir von metal-heads.de waren natürlich auch da. Chipsy hat wieder tolle Fotos abgeliefert und ich, der Soundchaser, erstatte euch Bericht.

Parkplatz-Not und verschobener Beginn

Ausverkaufte Halle heißt natürlich viele Autos. Ich habe auch viele mit holländischen oder belgischen Kennzeichen gesehen. Entsprechend groß waren der Stau und die Wartezeiten, bis man endlich einen Platz gefunden hatte. Einlass war bereits ab 18:30 Uhr und Beginn sollte um 20 Uhr sein. Eine Viertelstunde früher stand ich vor der Halle und war doch sehr erstaunt, schon Musik zu hören… Like A Storm spielten schon! Ich habe extra nochmal nachgeschaut: Als Beginn war 20 Uhr annonciert. Dann einfach früher zu starten, finde ich sowohl der Band als auch dem Zuschauer gegenüber sehr unschön, ist aber leider heutzutage keine Seltenheit mehr .

Like A Storm

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Die 2005 gegründeteten Like A Storm kommen aus Neuseeland und bestehen aus Chris Brooks, Kent Brooks, Matt Brooks und Zach Wood. Leider kann ich nicht viel zu dem Auftritt sagen, da ich nur die letzten beiden Songs mitbekommen habe und der Auftritt um 20 Uhr endete. Aber sie bekamen für eine erste Gruppe des Abends ordentlich Applaus und konnten auch mit artfremden Instrumenten wie einem Didgeridoo aufwarten. Hinzu kamen eine große Backdrop und ein paar Raucheffekte. Was ich gehört und gesehen habe, war wenig, hat mir aber ganz gut gefallen. Die Setlist entfällt leider aus den oben beschriebenen Gründen.

Gojira – gestraft mit schlechtem Sound

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Um 20:15 Uhr legten dann Gojira los. Die Umbaupause war angenehm kurz, aber die parkplatzsuchenden Fans vor der Halle hätten diesmal nichts gegen eine längere Pause einzuwenden gehabt. Trotzdem war es im Palladium schon ordentlich voll und Gojira gaben Gas, untermalt von einer Lightshow, die zur Musik passte. Aber leider und damit komme ich zum zweiten großen Kritikpunkt neben dem verfrühten Beginn, war der Sound nicht gut. Gerade bei einer Band wie Gojira mit ihrem technisch anspruchsvollen, progressiven Death Metal, geprägt von Tempi-Wechseln und komplizierter Rhythmik, ist ein guter und klarer Sound essentiell. Insgesamt klang das zu breiig.

Dennoch überzeugender Auftritt

Nichtsdestotrotz haben mich Gojira überzeugt und mit einer tollen Bühnenpräsenz geglänzt. Insbesondere der Drummer Mario Duplantier hat mir extrem gut gefallen. Er hatte sichtlich Spaß und was er an Sticks ins Publikum geschmissen hat… Damit kann man schon fast einen Laden aufmachen. Aber auch der Rest der Band um Frontmann Joseph Duplantier hat mit gutem Stageacting überzeugt. Zwischen den Songs gab es dankenswerter Weise immer wieder mal kurze Pausen. So konnte sich das Publikum wieder etwas erholen. Für alle denen der Auftritt mit knapp 45 Minuten zu kurz war… Für kommenden März haben Gojira noch eine Tour angekündigt. Nach diesem Abend kann ich sagen, ich freue mich drauf.

Gojira – Setlist

  1. Toxic Garbage Island
  2. L’Enfant Sauvage
  3. Silvera
  4. Stranded
  5. The Cell
  6. Backbone
  7. The Shooting Star
  8. Vacuity

Alter Bridge – und es wurde schlimmer

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Normalerweise hat der Headliner ja die besten Bedingungen, diesmal aber nicht. Die 30 Minuten Umbaupause haben nicht gereicht, den Sound zu verbessern. Im Gegenteil, es wurde noch schlechter. Alter Bridge nahmen es aber professionell und ließen sich nichts anmerken. Der Halle war es erst einmal egal. Alter Bridge wurden begeistert begrüßt, es wurde mitgesungen und mitgeklatscht. Belohnt wurde das nicht: Kurz nach 22 Uhr war nur noch ein Bassbrummen zu hören. Verzweifelt wurde versucht den Fehler zu finden und zu beheben. Gedauert hat es dann knappe zehn Minuten und besser war der Sound trotzdem nicht. Nur das Brummen war weg, wenigstens etwas. Fairerweise muss gesagt werden, dass bei den letzten drei Songs der Sound dann ok war.

Publikum feiert trotzdem

Das Publikum war trotzdem bereit zu feiern und Alter Bridge sind Profis und spielten tadellos. Aber es wirkte auf mich trotz aller Bemühen etwas blutleer. Gerade im Vergleich zum energiegeladenen Auftritt von Gojira vorher, wirkte es jetzt sehr verhalten und statisch. Aber mit Sicherheit hat auch die Band unter den ganzen Pannen gelitten. Mark Tremontis Gitarrenkünste kamen so gar nicht zu Geltung, so gab es in der Zugabe auch gar kein Solo zu hören und zu bestaunen. Sehr gut gefallen hat mir aber, dass Frontmann Myles Kennedy sich noch einmal explizit bei den beiden Vorbands Like A Storm und Gojira bedankte und um Applaus für diese bat. Eine schöne Geste! In der Summe, ein eher durchwachsener Auftritt, was mit Sicherheit den massiven Soundproblemen geschuldet war.

Wer sich ein eigenes Bild machen möchte: Der WDR strahlt die Rockpalast-Sendung am 19.12.2016 um 00:45 Uhr aus. Da wird der Sound dann mit Sicherheit besser sein. Alle Infos und erste Videos dazu gibt es hier.

Alter Bridge – Setlist

  1. The Writing On The Wall
  2. Come To Life
  3. The Other Side
  4. Addicted To Pain
  5. Ghost Of Days Gone By
  6. Cry Of Achilles
  7. Crows On A Wire
  8. Ties That Bind
  9. The Last Hero
  10. Waters Rising
  11. Watch Over You
  12. My Champion
  13. Isolation
  14. Blackbird
  15. Metalingus
  16. Open Your Eyes
  17. Show Me A Leader (Zugabe)
  18. Rise Today (Zugabe)

 

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Bildquellen

  • Like a Storm 05.12.16 Palladium Köln: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • Gojira 05.12.16 Palladium Köln: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • Alter Bridge 05.12.16 Palladium Köln: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
soundchaser

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Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds "Port Royal" und "Abigail" von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen...

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