MASTERS OF DISGUISE – Das große Interview

MASTERS OF DISGUISE

Erst neulich hatten wir das große Vergnügen, uns das neue Album „Alpha / Omega“ der deutschen Speed Metal Hoffnung MASTERS OF DISGUISE anzuhören (HIER die ausführliche Review). Grund genug, ein ausführliches Interview mit der Band zu führen. Lest hier , was die Band zu ihrer Entstehung, über das neue Album und ihre Zukunftspläne zu sagen hat. Außerdem erfahrt ihr, was „Schlager mit Stromgitarren“ ist! 😉

Interview mit MASTERS OF DISGUISE

Hallo, ich bin Uwe von metal-heads.de (Mh) und freue mich euch, dass ihr euch Zeit nehmt, mir einige Fragen zu beantworten.

Die Entstehungsgeschichte

Mh: Eure Entstehungsgeschichte ist sehr interessant und steht ganz wesentlich mit einer kurzen Reunion der US-Band Savage Grace in Zusammenhang. Könnt ihr unseren Lesern kurz schildern, wie das aus eurer Sicht gelaufen ist?

Master Of Disguise (MOD): 2009 nahm Chris Logue, Bandgründer und –chef der 80er US Speed Metal Heroes SAVAGE GRACE, Kontakt mit unserer NWOBHM-Tribute Band ROXXCALIBUR auf, weil er SG reformieren wollte und für die geplante Show auf dem Keept It True-Festival eine Backing Band benötigte. Chris selbst, der früher zuerst nur die Lead-Gitarre und später auch noch die Vocals übernahm, wollte oder konnte nur noch singen. Schnell wurde aus der Show eine Europatour, da das Interesse an SG sehr hoch war. Wir wollten gegen Ende des Jahres 2010 ein neues Album in Angriff nehmen, doch es gab persönliche wie auch –nun ja- juristische Differenzen und Chris musste untertauchen, um nicht belangt werden zu können. Seitdem ist er von der Bildfläche verschwunden. Da es aber schon Material für das neue Album gab und wir wussten, dass Chris nicht mehr mit SG in Erscheinung treten konnte, beschlossen wir, aus der Not eine Tugend zu machen und fragten einfach unseren Shouter bei ROXXCALIBUR, Alexx Stahl, ob er mit uns „diese SG-Sache“ weiterführen wolle. So erblickten die MASTERS OF DISGUISE das Licht der Welt, angelehnt an das Debütalbum „Master Of Disguise“ von SAVAGE GRACE aus dem Jahr 1985.

Das neue Album „Alpha / Omega“

MASTERS OF DISGUISE Alpha / Omega CoverMh: Eure Wurzeln liegen im Speed Metal, aber auf dem neuen Album Alpha /Omega zeigt ihr euch sehr variantenreich, nehmt auch mal den Fuß vom Gas und spielt Songs, die eher dem Power Metal zugeordnet werden können. Habt ihr euch bewusst dazu entschieden, euer Spektrum zu erweitern?

MOD: Wir hatten ja schon in der Vergangenheit versucht, die engen Vorgaben des SG-Backkatalogs aufzuweichen und hier und da Nummern platziert, die sich auch im Midtempo-Bereich bewegen oder gar Akustikgitarrenparts besitzen. Auf Alpha/Omega sind wir aber noch einen Schritt weiter gegangen und haben die Herangehensweise beim Songwriting geändert. Es ging diesmal eher darum, den eigenen Vorlieben und Stärken mehr Gewicht zu verleihen, als zu versuchen, SAVAGE GRACE-Songs ins Jahr 2017 zu transportieren.

Mh: Beim Song „Knutson III: Nemesis (I Am The Law)“ habt ihr eine Gastsängerin mit an Bord. Könnt ihr uns verraten, um wen es sich dabei handelt?

MOD: Es handelt sich dabei um die Ehefrau unseres Gitarristen und Songwriters Kalli, der bis dato auch alle Alben produziert hat. Heike besitzt eine Gesangsausbildung und verleiht mit ihrer Stimme gewissen Songs das nötige Etwas. Es ist übrigens nicht ihr erster Einsatz, sie hatte in der Vergangenheit auf dem „The Savage And The Grace“-Album der „Scavenger’s Daughter“ ihre Stimme geliehen. Desweiteren war sie aber auch schon bei ROXXCALIBUR- oder ABANDONED-Produktionen zu hören, alles weitere Bands aus dem MOD-Umfeld.

Lieblingssong und Coverversion

Mh: Mein persönlicher Favorit auf Alpha /Omega ist der Titel „Shadows Of Death“. Habt ihr Stücke, die euch besonders gut gefallen oder habt ihr alle eure „Kinder“ gleichermaßen lieb? 😉

MOD: „Shadows“ wird auch bandintern als Highlight angesehen, obwohl es „nur“ ein Midtempo-Song ist, haha. Aber wahrscheinlich stechen die langsameren Songs bei einer Band, die normalerweise Vollgas gibt, besonders heraus. Natürlich hat jeder seine Favoriten, was einerseits mit dem persönlichen Geschmack, aber andererseits auch mit dem Schwierigkeitsgrad zu tun hat, den jeder einzelne Song besitzt. Bei manchen Riffs kann es da schon mal zu Krämpfen kommen, wenn man nicht ordentlich warm gespielt ist.

Mh: Mit „Blackwitch“ von Exciter ist eine Cover-Version als Bonustrack enthalten, die euch wie auf den Leib geschnitten ist. Wie seid ihr auf diesen Song gekommen?

MOD: Bart Gabriel fragte uns letztes Jahr, ob wir nicht für seinen „Tribute to Exciter“-Sampler einen Song beisteuern wollen. Da Exciter als Kanadas Antwort auf Motörhead naturgemäß ziemlich räudig rüberkommen, wollten wir einen Song machen, bei dem Alexx mit seiner Stimme punkten kann, daher haben wir uns „Blackwitch“ ausgesucht. Ganz nebenbei ist dieser Song aber auch das wahrscheinlich ungewöhnlichste und zerbrechlichste Stück der kanadischen Rabauken und stellt für viele schon seit jeher ein Highlight dar.

Powermetal: Schlager mit Stromgitarren

Mh: Das Genre Speed-Metal führt mittlerweile – insbesondere in Deutschland – eher ein Schattendasein. Glaubt ihr, dass eine Wiederbelebung möglich ist?

MOD: Der klassische Speed Metal ist ja eigentlich nix Anderes als flott gezockter Heavy Metal, melodischer als Thrash und mit Klarstimme versehen. Das machen ja schon viele, heutzutage wird das aber als Power Metal verkauft, höchst Klischee-überladen und erinnert mich meistens an Schlager mit Stromgitarren. Grauenhaft. Insofern hast Du Recht, es bedarf einer Wiederbelebung von Bands, die das ganze aus Überzeugung machen und nicht, um auch ein Stück vom großen Kuchen abzubekommen. Aber ich denke, es gibt da einige Bands vor Allem auch in Deutschland, die dieses Feeling und diese Herangehensweise transportieren und einfach ihr Ding durchziehen. Ich denke, dass wir mittendrin und gerade Zeuge dieser „Wiederbelebung“ sind.

Zukunftspläne

Mh: Wie sehen eure Pläne für die nahe Zukunft aus? Sind Live-Aktivitäten geplant und könnt ihr uns schon Termine nennen?

MOD: Wir haben dieses Jahr noch zwei Gigs geplant, am 04.11. im Saarland bei der „Schlacht um Otzenhausen“ sowie am 16.11. in Mannheim mit den Senkrechtstartern von NIGHT DEMON. Ansonsten müssen wir gigtechnisch gerade kleinere Brötchen backen, da unser Shouter Alexx mittlerweile auch noch bei einer größeren deutschen Band (Anmerkung der Redaktion: BONFIRE) singt und da doch sehr viel zu tun hat. Daher fällt leider auch eine Tour zum Album flach. Aber wir bemühen uns, so viele Gigs wie möglich zu spielen.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für eure musikalische Zukunft. Wir von metal-heads.de werden euch ganz sicher im Auge behalten!

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Bildquellen

  • MASTERS OF DISGUISE_Cover: Limb Music GmbH
  • MASTERS OF DISGUISE_1: Limb Music GmbH
Uwe

Uwe

Fast 35 Jahre als Metal-Fan hat es gebraucht, bis ich es endlich geschafft habe, ins heilige Metal-Land nach Wacken zu kommen! Auf diese Weise erleuchtet, hoffe ich auf mindestens noch 50 Jahre Musik "Louder Than Hell"!

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