Alice Cooper mit Paranormal wie aus dem Jungbrunnen

Alice Cooper

Sechs Jahre hat es gedauert, aber jetzt ist es soweit. Am Freitag, den 28. Juli 2017 erscheint mit „Paranormal“ bei earMusic ein neues Album von Alice Cooper. Wir von metal-heads.de hatten vorab schon einmal die Möglichkeit in das Album reinzuhören. Und so viel sei schon jetzt verraten, der Altmeister ist zwar alt, aber „Paranormal“ klingt nicht alt. Ganz im Gegenteil! Aber bevor es zum Review geht, erst einmal die hard Facts: Der geneigte Fan hat die Wahl zwischen 2CD Digipack, 2LP, limited Boxset oder natürlich einem Download. Neben den 12 neuen Songs, gibt es nämlich als Bonus eine zweite CD. Darauf sind Live-Aufnahmen mit der Original Alice Cooper Band, sowie zwei neue Songs. Einzelheiten hierzu, sowie Details zu den beteiligten, prominenten Gastmusikern findet ihr in unserem Vorbericht hier. Da gibt es auch die Deutschland Daten der Alice Cooper Welttournee. Jetzt noch das Video zur ersten Single „Paranoic Personality“ und dann das Review:

 

Alice Cooper mit nostalgischen Klängen zum Beginn

Alice Cooper„Paranormal“ eröffnet die Platte als Titelsong gleich mit einem Riff, das einen direkt an die glorreichen 80er zurückdenken lässt, überrascht dann aber doch mit einem sanft singenden Alice Cooper. Ein richtig starker Song mit schönen Gitarrenläufen und vielen Überraschungen. Toller Einstieg! Der zweite Song „Dead Flies“ ist mit 2:22 Minuten relativ kurz. Ein guter, auf den Punkt gebrachter Alice Cooper Song mit einem funky Groove. „Fireball“ ist ein klassischer Rocksong. Tempo und Aufbau wie aus dem Lehrbuch. Gesang und riffende Gitarren kontrastieren hier gekonnt. Alles passt, alles stimmt, aber mir fehlt irgendwie das Überraschende. Von „Paranoic Personality“ könnt ihr euch im Video oben ja selber einen Eindruck verschaffen. Mir  gefällt’s. Ein eingängiger Song, der vom Bass nach vorne getrieben wird. Im Tempo eher zurückhaltend, aber mit einem Alice Cooper in stimmlicher Topform. Ich bin bereits „Fallen In Lovemit dieser Platte. Auch dieser Song gefällt mir, ein bluesiger Rocker der einfach Spaß macht.

Alice Cooper on the Dynamite Road

Die zweite Hälfte beginnt mit dem 2:43 Minuten kurzen „Dynamite Road„. Ein schneller Rocksong, der Alice Cooper zwischendurch sogar in den Sprechgesang zwingt. Beim Autofahren richtig laut aufdrehen, aber Achtung, das Ende kommt ziemlich abrupt. Nicht erschrecken. Als Hänger möchte ich „Private Public Breakdown“ nicht bezeichnen, Alice Cooperaber die Qualität der anderen Songs erreicht er nicht. Ein solider Rocker, mehr aber auch nicht. Dafür überrascht „Holy Water“ mit einem swingenden Unterton. Vielleicht etwas untypisch für Alice Cooper, geht aber ins Ohr und ins Bein. Es kommt sogar ein wenig Big Band Feeling auf, sehr gelungen. Schneller wird es dann bei „Rats“, die auch mit einem punkigen Einschlag rüberkommen. „Open the cage and give the rats what they want…“ Okay, we can do that! Ein mit 2:39 Minuten kurzes Intermezzo, das übergangslos in den letzten Song „The Sound Of A“ übergeht. Eine psychedelische Ballade mit einem monoton singendem Alice Cooper über 70er Klangkaskaden, erinnert in seinen besten Momenten an Pink Floyd. Ein würdiger Abschluss für ein Album, das wirklich paranormal ist.

Alice Cooper mit der Original Alice Cooper Band

„Genuine American Girl“ zeigt deutlich den Humor von Alice Cooper und seinen Kollegen auf. Denn es geht eben nicht um ein Girl – wie der Titel vermuten lässt – sondern um einen harten Transgender Kerl. Ein schräger Song, der auch aus den 80er hätte stammen können. „You And All Of Your Friends“ hat einen eingängigen Refrain, ist mir aber etwas zu poppig geraten. Die folgenden sechs Songs sind Live-Mitschnitte von einem Konzert in Columbus, Ohio am 06. Mai 2016. Als da wären:

  1. No More Mr. Nice GuyAlice Cooper Paranormal Cover
  2. Under My Wheels
  3. Billion Dollar Babies
  4. Feed My Frankenstein
  5. Only Women Bleed
  6. School’s Out

Alles perfekt dargeboten. mit toller Live-Atmosphäre.  Da wäre ich gerne dabei gewesen. Zu den Songs selber gibt es eigentlich nichts mehr zu sagen. Es hätten nur ruhig gerne ein paar mehr sein dürfen. Auf jeden Fall steigern sie die Vorfreude auf die anstehende Tour!

Alice Cooper ist paranormal gut

Alice Cooper definiert paranormal selber wie folgt: „Ich habe geguckt, was normal ist und trat dann einen Schritt zur Seite. So bekommt man die Aufmerksamkeit der Leute. Sie alle haben unsere Musik gehört und unsere Show gesehen und sagten ‚Das ist so verrückt… oh ja, das ist so Alice‘.“ Das ist ihm mit dem Album „Paranormal“ auf jeden Fall gelungen. Diesmal kein Konzeptalbum, sondern mit Songs ,die für sich stehen. Inhaltlich wird das geboten, wofür Alice Cooper seit Jahrzehnten steht, aber immer mit einem humorigen Augenzwinkern. Es sind Songs dabei, die überraschen und die man so nicht unbedingt von Alice Cooper erwartet hätte. Hinzu kommt, dass das Album gut produziert ist. Es klingt modern, ohne seine Wurzeln zu verleugnen. Überraschend ist für mich ein wenig, wie gut Alice Cooper bei Stimme ist. Das hätte ich so nicht erwartet, freue mich aber umso mehr. Die neuen Songs klingen frisch, ohne sich anzubiedern und sind trotzdem unverkennbar Alice Cooper. Ich bin gespannt, wie er sich auf der Tour im November präsentieren wird. Das Album selber ist für Alice Cooper Fans ein absoluter Pflichtkauf. Einziger Kritikpunkt ist die kurze Spielzeit von nur gut 34 Minuten. Das wird aber durch die Bonus CD mehr als wettgemacht. Aber auch wer nur allgemein auf Hard Rock und harte Gitarren steht ist hier gut aufgehoben. Very well done, alter Mann!

Line-Up und Kontakt

Alice Cooper – Vocals
Chuck Garric – Bass
Ryan Roxie – Gitarre
Nita Strauss – Gitarre
Tommy Henriksen – Gitarre
Glen Sobel – Schlagzeug

Passend zur neuen Platte geht Alice Cooper auch auf große Welttournee. So wird er als Headliner beim Wacken Open Air auftreten und im November sechsmal noch Deutschland beehren. Mehr Infos gibt es wie immer auf der offiziellen Homepage oder auf Facebook. Das Album könnt ihr über den Link unten schon mal vorbestellen.

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Bildquellen

  • Alice Cooper-Paranormal-press-pictures-online-print-copyright-earMUSIC-phptpcredit-Rob-Fenn-5-px900: earMusic / Rob Fenn
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soundchaser

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds "Port Royal" und "Abigail" von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen...

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