„Operation: Mindcrime“ & „Empire“ von QUEENSRŸCHE

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„Operation: Mindcrime“ und „Empire“ von QUEENSRŸCHE (remastered)

Am 25. Juni 2021 haben QUEENSRŸCHE die remasterten Alben „Operation: Mindcrime“ und „Empire“ veröffentlicht.

Beide Alben gibt es sowohl als 180 – Gramm – Doppel – LP als auch in einer 2CD – Version und in Multi-Disc-CD+DVD-Sets. Diese beinhalten auch Promovideos und Live- Auftritte.

Mir liegt die 2 CD – Version vor. Einen deutlichen Unterschied zwischen der remasterten Version und der CD – Version von 1988 bzw. eine Verbesserung kann ich nicht feststellen. Vielleicht liegt es daran, dass die Qualität der Aufnahme bereits damals sehr gut war: klar, dynamisch wohl in den Höhen als auch in den Tiefen. Um die Frage vorweg zu nehmen, ob man die neue Ausgabe der eigenen Albensammlung dennoch hinzufügen sollte: ja, denn die 2. CD beinhaltet einen Mitschnitt der Aufführung des gesamten Albums. Die Aufnahme ist vom November 1990 in London. Eine tolle Live-Aufnahme, die ich insbesondere denjenigen empfehlen würde, die „Operation: Mindcrime“ oder auch QUEENSRŸCHE noch nicht kennen.

„Operation: Mindcrime“ wurde von verschiedenen Magazinen in ihre Top 100 der Metal-Alben aufgenommen.  Sowohl durch die Musik aber auch durch die Geschichte bleibt „Operation: Mindcrime“ auch heute noch bedeutsam und absolut hörenswert.

Die Geschichte hinter dem Konzept

Die einzelnen Songs werden durch gesprochene Passagen verbunden. Auf diese Weise wird die Geschichte noch nachvollziehbarer.

queensryche operation mindcrime cover

In der Geschichte des Albums geht es um Nikki, einen ehemaligen Drogensüchtigen, der frustriert und desillusioniert von der amerikanischen Gesellschaft und ihrer Korruptheit, einer Geheimorganisation beitritt. Diese Organisation verfolgt politische und religiöse Ziele.

Das Album beginnt damit, dass Nikki im Krankenhaus liegt und langsam seine Erinnerungen daran, wie er von der Organisation und dem an ihrer Spitze stehenden Dr. X manipuliert und zu einem Attentäter und Mörder wurde. („I Remember Now“). Angeblich verfolgt diese Organisation revolutionäre Ziele („Anarchy X“, „Revolution Calling“) doch Dr. X ist eher ein religiöser Demagoge, der Nikki mittels Gehirnwäsche manipuliert. „Operation: Mindcrime“ wird durch einen Telefonanruf und das Code-Wort Mindcrime eingeleitet. Dadurch macht sich Dr. X Nikki gefügig, der dann die befohlenen Morde auslöst.

Dr. X, Gehirnwäsche, Sister Mary und Zweifel

Nikki lernt durch einen Priester, der ein Mitarbeiter von Dr. X ist , Sister Mary kennen, eine ehemalige Prostituierte. Die Beziehung der beiden führt dazu, dass Nikki die Absichten von Dr. X hinterfragt („The Mission“). Dr. X sieht in Mary eine Gefahr. Er fordert Nikki auf, Sister Mary als auch den Priester zu töten. Nikki tötet zwar den Priester, kommt aber dem Befehl, auch Mary zu töten, nicht nach („Suite Sister Mary“). Gemeinsam wollen sie die Organisation verlassen. Dr. X droht Nikki damit, dass er dann wieder ein sich selbst verachtender Süchtiger sein wird. („The Needle Lies“).

Zusammenbruch

Mit einem inneren Konflikt geht er zu Mary zurück, die er aber tot auffindet („Electric Requiem“). Nikki bricht zusammen. Wegen des Verlustes und auch der Frage, ob er sie eventuell getötet hat. („Breaking The Silence“) Als er durch die Straßen irrt, wird er festgenommen und mehrerer Morde angeklagt. Auch wegen seines Gedächtnisverlustes wird er in eine Klinik eingewiesen. Dort denkt er an die Zeit mit Mary („I don’t believe in Love“, „My Empty Room“). Dann geht es zurück an den Beginn des Albums. Nikki hat sein Gedächtnis an Ereignisse wiedererlangt, kann aber nicht erkennen, wer er ist bzw. was aus ihm geworden ist. („Eyes Of A Stranger“).

Die Musik

Das Album ist geprägt von Geoff Tates großartiger Stimme, wunderbaren Melodien und Soli, hörenswerten Bassläufen, sowie einem akzentuierten, variablen und forcierenden Drumming.

Die Songs sind enorm rockend („Operation: Mindcrime“), dramatisch („Suite Sister Mary“), heftig und hart („The Needle Lies“) oder auch hook-geladen („I Don’t Believe In Love“). Eigentlich sind alles Songs im Hinblick auf Songwriting und Instrumentierung großartig. Das abschließende „Eyes Of A Stranger“ bringt dies alles auf einen Punkt und gehört sicher zu den besten Songs, die QUEENSRŸCHE geschrieben haben.

„Empire“

Ebenso wie „Operation: Mindcrime“ wurde das zwei Jahre später folgende „Empire“ mehrfach mit Platin ausgezeichnet. „Empire“ ist bisher das komerziell erfolgreichste Album der Band.

queensryche empire cover

„Empire“ ist allerdings kein Konzeptalbum, sondern beinhaltet 11 unterschiedlich angelegte Songs.

Der Opener „Best I Can“ und die folgenden Songs „The Thin Line“ und „Jet City Woman“ sind abwechslungsreiche und dabei eingängige Rocksongs.
„Della Brown“ ist eher ruhig angelegt, so dass das opulent angelegte und poppige „Another Rainy Night“ einen gelungenen Kontrast herstellt.
Der Titelsong „Empire“ ist einer dieser ohrwurmträchtigen Songs, die trotz ihrer Eingängigkeit auch nach häufigerem Hören nicht langweilig werden.
„Resistance“ lasse ich als Metal-Song gelten. Mit „Silent Lucidity“ folgt ein weiterer ruhiger und ‚radiotauglicher‘ Song mit einem schönen Akustikgitarren-Intro.
Die folgenden „Hand On Heart“ und „One And Only” sind wieder rockiger.
Mit „Anybody Listening“ klingt das Album hymnisch und mit unerwarteten Passagen aus.

„Empire“ – Das andere Album

Dieses Album ist ein ruhiges Album, das in die Tiefe geht. Und dennoch war es außerordentlich erfolgreich. Sechs der 11 Songs kamen als Single heraus, liefen im Radio und bei MTV rauf und runter.
Die Songs sind auch heute nach wie vor hörenswert. In der remasterten Version entfalten sie noch mehr Dynamik.

Die CD 2 in dem Set enthält „Silent Lucidity“ und „Empire“ in der Single – Version, B-Seiten Tracks der o.g. Singles sowie „I Dream In Infrared“ vom 1986er Album „Rage For Order“, „Prophecy“ von der EP „Queensrÿche“ (1982) Live in Tokio sowie die Radio-Editionen von „Best I Can“ und „Anybody Listening“.

Fazit „Operation: Mindcrime“ und „Empire“/ remastert

Die verschiedenen Ausgaben, die seit ein paar Tagen erhältlich sind, empfehle ich denjenigen, die QUEENSRŸCHE-Einsteiger sind, diese beiden Alben noch nicht in ihrer Sammlung haben – oder ihre QUEENSRŸCHE-Sammlung vervollständigen wollen.

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Bildquellen

  • queensryche operation mindcrime cover: Oktober Promotion
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Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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