Night in Gales – Dawnlight Garden (v.ö. 24.07.2020)

Night in Gales - Dawnlight Garden

Night in Gales – Dawnlight Garden

Zum 25. jährigen Jubiläum der Band wurde das neue Album „Dawnlight Garden“ fertig gestellt. Gerade mal 2 Jahre ist es her, da haben Night in Gales mit ihrem Album „The Last Sunsets“ für viel frischen Wind in der deutschen Melodic Death Metal Szene gesorgt. Back to the roots war damals die Devise. Zurück zum ursprünglichen Melo Death, so wie man ihn aus den 90ern kennt. Sänger Christian Müller fand nach etlichen Jahren den Weg zur Band zurück, was sich für beide Seiten als glückliche Fügung erweisen sollte. So Schlug „The Last Sunsets“ ein, wie eine Bombe. Ob „Dawnlight Garden“ an diesen Erfolg anknüpfen kann, werden wir uns anschauen.

Dawnlight Garden

Uns erwarten 11 Songs, verteilt auf knackige 41 Minuten. Eingerechnet sind da schon das Intro und – ich nehme es hier mal vorweg – das absolut grandiose instrumentale Outro. Gemixt und gemastert wurde das Album, wie auch schon das letzte, von Dan Swanö. Das Artwork hat auch wieder Costin Chioreanu beigesteuert, der nicht ganz ohne Stolz verkündet, seine wohl detailierteste Arbeit abgeliefert zu haben. Und auch dem Label Apostasy Records ist man treu geblieben…somit geht eigentlich das selbe Team an den Start, wie beim Vorgänger Album. Mit kurzem Vorlauf geht es dann auch zur Sache, denn „Atrocity Kings“ ist das eben angesprochene Intro und dieses lässt erst mal so gar nicht erwarten, was da folgen mag.

Los geht’s

Fließend geht es in „Beyond the Light“ über und instant wird dem Night in Gales Fan ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert. YES! Das ist genau das, was man vom letzten Album kennt und was man von den Jungs hören will. Das Tempo passt wie die Faust aufs Auge, die Drums untermalen wie gewohnt und die Gitarren geben die Richtung vor. Und wenn der Refrain „Beyond the Light“ zur Songmitte gesungen wird, dann muss man einfach mit dem Kopf nicken. Müllers Growls sind immer on point und trotzdem bekommt man noch was vom Songtext mit. Direkt das erste Lied schon mal ein Treffer, so lasse ich mir das gefallen.

Der Titeltrack

Weiter geht es mit dem Titeltrack, „Dawnlight Garden“. Und der beginnt mit einem Basten Riff erster Güte, gefolgt von Growls, die im weiteren Verlauf von geilen Blast Beats garniert werden. Dem Melo Death Fan zerschmilzt gerade das nicht vorhandene Herz…
Was schon beim zweiten Lied auffällt, die Growls sind unheimlich stimmig betont und fügen sich so passend in die musikalische Untermalung ein, wie es nur geht. Ich habe schon jetzt unheimlich Spaß an diesem Album.

Winterspawn

„Winterspawn“ ist nun an der Reihe und lässt uns keine Zeit zum verschnaufen. Ein Kopfnicker erster Güte und die Melodien sind einfach nur gut. Viele Elemente, die für mich den Melodic Death Metal ausmachen, kommen hier, bestens komponiert, zusammen…Growls, Breaks, Blast Beats, melodische Passagen. Einfach ein stimmiger Song.

Beasts Leave Tombs Again

Das nun folgende Lied „Beasts Leave Tombs Again“ fällt mit seinem Entombed Einschlag etwas aus dem Rahmen. Denn der spiegelt nicht ganz den typischen Melo-Death Stil wieder, den man sonst auf dem Album vorfindet.

Kingdom

„Kingdom“ startet ein wenig anders…bleibt erst mal etwas länger instrumental und extrem melodisch….unheimlich seicht und gefällig plätschert die Musik ins Ohr. Sobald die Gitarren einen Gang hochschalten und die Drums dem Gesang den Weg ebnen, geht der Song ab. Aber so richtig ab. Der nächste Kopfnicker ist geboren, der so richtig nach Vorne geht und von Tempo und Wucht bestimmt ist.

The Spectre Dead

Der Anfang von „The Spectre Dead“ animiert einen sofort dazu, Adriano Ricci von seinem Thron kicken zu wollen und selbst zum größten Drummer aller Zeiten aufzusteigen. Ok, klappt vielleicht nicht ganz, aber Double Bass ohne Fußmaschine kann man ja auch auf dem heimischen Parkettboden üben. Mich animiert der Song jedenfalls unheimlich dazu 😉 Insgesamt wieder ein mächtiger Kopfnicker mit entsprechendem Refrain, der ruhig noch ne Minute länger hätte gehen dürfen.

A Spark In The Crimson Eclipse

Jetzt kommen wir zu einem besonderen Highlight, für Night in Gales Fans. „A Spark In The Crimson Eclipse“ ist nicht einfach irgendein Lied…Nein, es ist der 1996er Razor EP entsprungen und hier nochmal komplett neu eingespielt worden. Wie klassisch das komplette Album geworden ist, merkt man irgendwie auch daran, wie gut sich dieser 25 Jahre alte Song einfügt.

Through Dark Decades

Bei „Through Dark Decades“ besticht wieder besonders die Gitarrenarbeit. Ein midtempo Kopfnicker erster Güte, der kein Deut weniger Spaß macht, als die Lieder zuvor. Der Song hätte auch problemlos auf dem 98er Album Thunderbeast einen würdigen Platz gefunden.

Choir Of Unlight

Tempo, aggressive Growls, melodische Riffs….so hat man „Choir Of Unlight“ schnell zusammen gefasst. Und verdammt, der Song sitzt. Es gibt einfach kein schlechtes Lied auf diesem Album. Es hätten auch ruhig noch 5 mehr sein dürfen. Denn nun kommen wir schon zum instrumentalen Outro.

The Bone Bed

Irgendwann ist alles schöne mal vorbei. In diesem Fall dauerte es ziemlich genau 41 Minuten. „The Bone Bed“ ist der würdige Abschluss dieses Albums. Bockstarke Riffs, die unter die Haut gehen. Nicht zu verkopft und komplex, sondern ganz straight runtergespielt…im Hintergrund ballern die Drums, ich kriege eine Gänsehaut und starte wieder bei Track 1.

Fazit

Wer auf echten Melodic Death Metal steht, ohne Lirum Larum Löffelstiel, ohne Kinderchöre und schmachtende Jungfrauen im Background, ohne Keyboardsalven und dauernde künstliche Einspieler, hart und ehrlich, dabei aber extrem harmonisch und eingängig, der wird dieses Album lieben. Fette Songs, fette Produktion, fette Kopfnicker ohne Unterlass, fetteste Melodien und Refrains…für mich jetzt schon das Melodic Death Metal Album des Jahres. Was soll da besseres kommen? Ich habe es eigentlich nicht glauben wollen, aber der bereits exzellente Vorgänger wurde nochmals übertroffen. Mehr geht nicht, 10 von 10.

Vorbestellen könnt ihr das Album u.a. bei Bandcamp, Nuclear Blast, EMP oder Amazon.

Tracklist

  1. Atrocity Kings
  2. Beyond The Lights
  3. Dawnlight Garden
  4. Winterspawn
  5. Beasts Leave Tombs Again
  6. Kingdom
  7. The Spectre Dead
  8. A Spark In The Crimson Eclipse
  9. Through Dark Decades
  10. Choir Of Unlight
  11. The Bonebed

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Bildquellen

  • DawnlightGarden-Beitrag: Amazon
Moldi

Moldi

Angefangen hat der Metal Virus im zarten Alter von 15 mit einer Iron Maiden LP aus dem Gebrauchtplattenladen. Mein Geschmack ist inzwischen sehr breitbandig, gehört wird, was gefällt.

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