Rage Against Racism 2019 – Circus Of Fools im Interview

Circus of Fools 2019

Das diesjährige Rage Against Racism Festival nähert sich mit großen Schritten. Wir von metal-heads.de sind offizieller Medienpartner dieses tollen Festivals und haben es uns zur Aufgabe gemacht euch mit möglichst viel Informationen über die auftretenden Bands zu versorgen. Daher findet ihr bereits Interviews mit Jaded HeartDragonsfire, Necrotted und Parasite Inc. bei uns und auch die Slot Battle Gewinner Tales Of Ratatösk haben wir nicht vergessen. Die deutsche Thrashlegende Destruction feiert gleich doppelte Weltpremiere (was genau erfahrt ihr hier) am 21. Juni in Duisburg und sind auch für Circus Of Fools, die einen Tag später am 22. Juni spielen keine Unbekannten. Aber für Details lest ihr am besten was Tim uns auf unsere Fragen hin geantwortet hat. So viel sei vorab verraten: Es war sehr deutlich und unterhaltsam. Ich mag es, wenn eine Band sich so klar positioniert und freue mich jetzt umso mehr auf den Auftritt. Was uns da erwartet, verrät uns das Video zu „Another World Within“ und weiter unten ein Livemitschnitt von 2017. Viel Spaß!

 

Circus Of Fools – düster und mit Bratsche

MH: Hallo Circus Of Fools. Ich bin der Jörg (MH) aka soundchaser von metal-heads.de. Vielen Dank erst einmal, dass ihr euch die Zeit nehmt meine Fragen zu beantworten. Vielleicht könnt ihr euch für den Anfang erst einmal unseren Lesern vorstellen?

Circus Of Fools (CF): Hi Jörg, ich bin Tim, der männliche Sänger von Circus of Fools, einer düsteren Metalband aus dem beschaulichen Studentenstädtchen Tübingen südlich von Stuttgart. Mitglieder sind des Weiteren: Caro – ebenfalls Vocals, Coen – Bratsche (ein recht selten gesehenes Instrument im Metal^^), Dominik und Julian – beide Gitarre, Yannick – Bass und Nico – Drums. Wir sind die Verrückten mit den komischen Kostümen^^

MH: Ihr spielt ja am Samstag nachmittag. Eigentlich ja nicht die passende Zeit für eure Musik, oder?

CF: Ach, ich finde jede Musik kann man zu jeder Tageszeit hören, sonst müsste man Metalfestivals ja grundsätzliche immer nur nachts veranstalten. Und wir machen zwar düstere Musik aber durchaus auch partytaugliche Musik, bei uns darf der böse Metaller, der sonst, außer seinen Nacken, nicht viel Körpermuskulatur bewegt, auch mal schunkeln oder hüpfen. Natürlich, es ist ne andere Stimmung nachts mit ner spektakulären Lichtshow, aber letztendlich sollte man die Leute auch in praller Sonne um 15 Uhr Mittags mitreißen können. Erst wenn man das geschafft hat, ist man wirklich bereit für die dankbaren Abendslots. Wie in jedem anderen Beruf auch, arbeitet man sich langsam hoch vom Holzhocker im Kabuff zu den immer bequemeren Büros.

MH: Euer aktuelles Album „REX“ ist ja vom letzten Jahr. Wie stehen denn die Pläne für ein neues Album und können wir beim Rage Against Racism vielleicht schon einen neuen Song hören?

CF: Das mit dem neuen Song könnte tatsächlich der Fall sein 😉 Wir veröffentlichen im Juli eine neue Single, welche auf den Namen „Marching Among the Dead“ hören wird. Auf dieser Single wird unteranderem auch ein Gast zu hören sein, welcher beim Rage Against Racism mit seiner eigenen Band auch vertreten ist. Wer weiß, was das bedeutet^^. Wir arbeiten außerdem dran gegen Ende des Jahres hoffentlich eine neue EP zu veröffentlichen, drückt uns die Daumen, dass das tatsächlich klappt!

Circus Of Fools – das Markgräflerland, die wahre Thrash Metal Hochburg

MH: Das Ruhrgebiet ist ja bekanntlich eine Thrash Metal Hochburg und mit Vader und Destruction gibt es dieses Jahr auch zwei nicht gerade sanfte Headliner. Ist das ein Umfeld, in dem ihr euch wohlfühlt?

CF: Thrash Metal ist geil! Ich mags gerne auch mal ruppig^^ Und Destruction kommen aus der einzig wahren Thrash-Hochburg, dem Markgräflerland 😛 Der Gegend in der ich aufgewachsen bin! Schmier hat uns sogar schon mal live gesehen (wie sehr er tatsächlich zugeschaut hat, kann ich dir nicht sagen, aber er war zumindest da) beim Baden im Blut vor vier Jahren. Wahrscheinlich erinnert er sich nicht dran :D. Ich glaube das besondere an unserer Band ist schon, dass wir bei nem Gothic Festival eigentlich genau so wenig fehl am Platz sind wie bei einem richtigen Metalfestival oder einem Hippie Umsonst und Draußen. Für alle Seiten sind wir vermutlich nicht „True“ genug, aber die offenherzigen Menschen können in jeder dieser Szenen was in unserer Musik und unseren Texten finden. Das liegt hauptsächlich daran, dass wir selbst auch musikalisch sehr offene Menschen sind und völlig unterschiedliche Musikrichtungen gerne mögen. Wir folgen keinem „Genre-Rezept“ sondern die Härte und die Melodiösität kommen komplett natürlich, so wie wir es gerade selbst mögen. Ich bin gerade auf nem üblen Deathcore-Tripp, stehe aber gleichzeitig gerade sehr auf Klezmer und arabischem Folk und beide Einflüsse schleichen sich dann natürlich auch ein bisschen in die neuen Songs.

 

MH: Das Rage Against Racism ist auf der einen Seite umsonst und draußen. Auf der anderen Seite trägt es im Namen aber schon eine deutliche Aussage. Ist das für euch auch ein Grund auf dem Festival zu spielen und wie wichtig ist es für euch als Band oder auch persönlich sich so zu äußern?

CF: Wir vertreten in unseren Texten klar antirassistische und links-politische Themen. So handelt zum Beispiel „From Dusk till Dawn“ von diesem Nazimob in Bautzen, der dort 2015/16 immer wieder Jugendliche mit Migrationshintergrund verfolgt hat. „Fallen Paradise“ ist ein Aufruf sich besser um diesen Planeten zu kümmern und „The March of the Puppets“ haben wir im Zuge dieser elenden Pegida-Aufmärsche geschrieben. „Ride On, Euphoria!“ und „Bushido“ sind Antikriegssongs und „Caligula“ und „Reinstate“ behandeln diskriminierende Führungspositionen in der heutigen Gesellschaft. Also ja, wir freuen uns gigantisch, Teil dieses grandiosen Festivals sein zu dürfen und glauben, dass es wirklich gut zu uns passt. Gerade heute, wo in Teilen Deutschlands rassistische, diskriminierende Positionen wieder absolut salonfähig geworden sind und diese blau-braunen Idioten teilweise sogar Mehrheiten erreichen in Ostdeutschen Bundesländern, sollte man klar Position beziehen. Um es mit Konstantin Wecker klipp und klar zu sagen: „SAGE NEIN!“

Circus Of Fools bleiben über Nacht

MH: Neben aller Ernsthaftigkeit ist das Rage Against Racism aber auch Ort und Gelegenheit sich, die Musik und das Leben zu feiern. Kann man euch nach der Show noch sehen und das eine oder andere Getränk mit euch leeren?

CF: Ganz sicher! Wir sind den ganzen Samstag vor Ort und fahren erst am Sonntag wieder zurück in südlichere Gefilden. Meine Highlights sind vermutlich Parasite Inc. und Necrotted, ich liebe die Jungs, aber insgesamt ist es ein unglaublich starkes Line Up an dem Tag! Wird sehr fett!

MH: Die ungeliebten letzten Worte gehen wie immer an die Band… Jetzt könnt ihr loswerden, was ihr schon immer loswerden wolltet.

CF: Alerta, alerta, antifascista!

Wir freuen uns gigantisch auf euch, bis zum 22.!

Danke an dich Jörg für das schöne Interview.

Circus Of Fools mit Logo

Mehr zu Circus Of Fools findet ihr auf deren Website oder bei Facebook. Das aktuelle Album „REX“ könnt ihr zur Vorbereitung auf den Auftritt direkt über den Link unten bestellen. Wer nicht live vor Ort dabei sein kann, aber trotzdem alles wissen will, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter. Wer uns bei Facebook folgt, verpasst auch nicht unseren Livestream vom Festival. Später gibt es natürlich noch eine Auswahl der schönsten Bilder bei Instagram und unser YouTube Channel wird um eine weitere Festival-Doku reicher sein. Schaut jetzt schon mal in die Berichte zu 2017 und 2018 rein und freut euch.

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Bildquellen

  • Circus Of Fools mit Logo: Mathias Farmbauer / Circus Of Fools
  • Circus of Fools 2019 Beitragsbild: Mathias Farmbauer / Circus Of Fools
soundchaser

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds "Port Royal" und "Abigail" von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen...

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